Mehl ins Getriebe

Verspeise dein Haustier

2020-07-01 von Torsten in Kategorie Ganz vorn mit Korn

Würdest du dein Haustier verspeisen? Also zum Beispiel deinen Hund oder deine Katze? Vielleicht in Hungersnöten; wenn man wirklich gar nichts anderes zu essen hat, kocht man notfalls auch das tierische Familienmitglied; in den kargen Zeiten gleich nach dem Zweiten Weltkrieg soll so etwas vorgekommen sein, wie ich aus Erzählungen erfahren habe. Aber im Normalfall? Wohl eher nicht.

Aber warum haben wir dann keine Hemmungen, Schweine, Rinder und Geflügel zu futtern? Nun, ich denke: weil diese Tiere nicht in unserem Haushalt leben und wir somit keine innere Beziehung zu ihnen haben. Eine britische Fernsehsendung namens Meat the Family setzt sich genau damit auseinander. Zitat von dwdl.de:

In Meat the Family zieht bei vier Familien, die allesamt Fleisch essen, das Tier ein, das sich am häufigsten auf ihren Tellern wiederfindet. Ob Schwein, Schaf, Huhn oder auch Kuh: Sie alle behandeln das Tier für einige Wochen, als wäre es ihr Haustier.

Zusätzlich wird diesen Familien auch vor Augen geführt, wie solche Tiere im Regelfall gehalten und geschlachtet werden. Schön anzusehen ist das sicherlich nicht. Wenn sich eine der teilnehmenden Familien entschließt, sich von nun an vegetarisch zu ernähren, darf das neue, tierische Familienmitglied sein Leben behalten. Anderenfalls: ab zum Schlachter.

Leider habe ich die Sendungen nicht gesehen und kann also auch nicht sagen, wie sich die Familien entschieden haben. Aber sicher dürfte sein: wurde eine emotionale Beziehung aufgebaut, fällt es wesentlich schwerer, das Gegenüber wörtlich oder im übertragenen Sinne in die Pfanne zu hauen.

Auf die menschliche Gesellschaft übertragen, heißt das: Habe ich eine »Fremde« oder einen »Fremden« erst einmal persönlich kennengelernt, fällt es wesentlich schwerer, sie oder ihn zu verachten, zu hassen, »aufzufressen«. Und dieses Anfreunden wäre vielleicht mal eine gute Übung für AfD und Konsorten.

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