Sackmühle

Wir sind so durch den Wind

Mein wunderbarer Eissalon

2019-07-24 von Torsten in Kategorie Der Wind spinnt

Ich hatte immer gedacht, ein Waschsalon wäre so mein Ding, weil ich ja Sauberkeit sehr gut finde. Aber nun habe ich herausgefunden, dass ein Eissalon noch viel mehr mein Ding ist. Wäsche muss man waschen, und das ist oft lästig, aber Eis will man essen, und das ist doch viel freudvoller.

Also habe ich kurzum meinen neulich erst eröffneten Waschsalon wieder geschlossen und jetzt – im selben Raum – einen Eissalon eröffnet. Gut, die Waschmaschinen mussten zu Eismaschinen umgebaut werden, aber sonst brauchte nicht so richtig viel geändert werden. Die Kacheln sind geblieben, die Bodenfliesen auch, und um alles ein bisschen gemütlicher zu machen, wollte ich Bilder von der Toscana, wo ich vor langer Zeit mal gewesen bin, an den Wänden aufhängen. Allerdings sind die Kacheln beim Bohren der Halterungen geplatzt, aber na ja, was soll’s. Irgendwann haue ich die Kacheln raus und spachtele so einen Rauputz auf die Wände und streiche alles so terracottafarben.

Dann werden sich die Gäste bei mir, also in meinem wunderbaren Eissalon, richtig wohl fühlen.

Eissalon

Empörung

2019-07-20 von Torsten in Kategorie Dinkel im Winkel

Irgendwer soll gesagt haben, »Wer sich nicht empört, sieht nicht genau hin«, so las ich kürzlich in einem Buch. Ich weiß, ich weiß: ich kann keine Quelle nennen, aber, ganz ehrlich, ich lese so viel, dass ich später nicht immer weiß, in welchem Buch und wo dort ich dieses oder jenes gelesen habe; es sei denn, ich hätte mir das sofort aufgeschrieben oder im Buch markiert – wozu ich aber selten Lust verspüre, wenn ich so gemütlich im Bett liegend am Lesen bin.

Jedenfalls ist das ein wahres Wort, nicht wahr? Denn man muss ja schon nicht nur nicht genau hinsehen, sondern völlig blind durch die Welt laufen, um keine Gründe zu finden, sich zu empören.

Und neben dem ganzen Klamauk hier in der Sackmühle findet ihr ja auch immer wieder Dinge, über die ich mich empöre. Und wenn ich die Welt schon nicht retten kann, so kann ich doch immerhin auf Missstände, Schweinereien und Anprangerungswürdiges hinweisen, auf das ich wiederum hingewiesen worden oder darauf gestoßen bin. Und dass sich junge Menschen so sehr empören über die Unfähigkeit und den Unwillen der Politik, die Wirtschaft in die Schranken zu weisen, dass sie freitags der Schule fernbleiben und demonstrieren gehen, das finde ich mal richtig gut. Das angestoßen zu haben, dafür liebe ich Greta Thunberg. Echt jetzt.

Waschen ist mein Leben

2019-07-17 von Torsten in Kategorie Der Wind spinnt

Waschen ist mein Leben. Ich mag es halt, wenn alles schön sauber ist – ja, nicht nur sauber, sondern rein! Ich mag also Sauberkeit sehr, und deswegen habe ich mich selbstständig gemacht und einen Waschsalon eröffnet – meinen wunderbaren Waschsalon, den ich »Mein wunderbarer Waschsalon« genannt habe.

Leider kommen keine Kunden, weil sie alle denken, es sei mein Waschsalon, weswegen sie, die Kunden, dort ihre Wäsche nicht waschen dürften. Ich werde also meinen wunderbaren Waschsalon von »Mein wunderbarer Waschsalon« in »Euer wunderbarer Waschsalon« umbenennen. Dann werden die Kunden nur so herbeigeströmt kommen, und ich werde stinkreich werden mit eurem wunderbaren Waschsalon … äh, also … meinem natürlich.

Waschsalon

Graved Lachsfleisch

2019-07-16 von Torsten in Kategorie Prügel vom Windmühlenflügel

Wenn ich etwas kaufe, das wie Lachs aussieht und Graved Lachsfleisch heißt, dann erwarte ich eigentlich, Lachsfleisch zu erhalten. Doch weit gefehlt im Falle eines Produktes des Herstellers Berschneider Fleischspezialitäten, das ich bei netto erworben hatte. Denn leider erst nach dem Verlassen des Ladens und nach dem Öffnen der Verpackung bemerkte ich, dass es sich keinesfalls um Fisch handelte. Dem Etikett auf der Rückseite der Verpackung war zu entnehmen, dass Schweinefleisch verwendet worden war. Nur war dieses auf Aussehen, Geschmack und Konsistenz von eben Graved Lachs getrimmt worden.

Klar, ich hätte noch vor dem Kauf mir die Zutatenliste durchlesen können. Und es stimmt auch, dass das Produkt bei den Wurstwaren, nicht bei den Fischwaren platziert war. Aber dennoch fühlt sich das Ganze für mich wie grobe Täuschung an. Denn Lachs ist Lachs und Schwein ist Schwein, oder?

Mein Blog konfrontiert mich mit mir selbst

2019-07-13 von Torsten in Kategorie In Mühlen wohl fühlen

Mein Blog ist für mich so was Ähnliches wie Vitamintabletten: beides brauche ich nicht jeden Tag. Aber von Zeit zu Zeit ist eine Vitamintablette als Nahrungsergänzung vielleicht ganz sinnvoll; und auch das Bloggen kann ich ruhig mal ein paar Tage oder gar Wochen sein lassen, aber irgendwann fehlt es mir und ich greife wieder zur Tastatur.

Und, wie die Überschrift schon aussagt: die Sackmühle konfrontiert mich mit mir selbst. Wie ich das meine? Nun, so ganz einfach kann ich es nicht erklären. Mir kamen aber folgende Stichwörter in den Sinn:

  • Faulheit
  • Resignation
  • Sinnfragen

Es ist schon eine Weile her, seit ich mir diese Stichpunkte aufgeschrieben habe, und ich muss sie jetzt neu für mich – und auch euch, liebe Leserinnen und Leser – interpretieren.

Nun, der erste Punkt ist schnell abgearbeitet: Manchmal habe ich wichtigere/dringendere Dinge zu erledigen als private Blogartikel zu schreiben; aber manchmal habe ich einfach keine Ideen oder schlicht keinen Bock zum Schreiben. Und letzteres kann man auch Faulheit nennen.

Punkt zwei, Resignation, ist eigentlich genauso leicht zu beschreiben: Bisweilen denke ich, dass ich nach nunmehr zehn Jahren doch eigentlich einfach meiner Faulheit nachgeben und die Sackmühle mal stilllegen, abfackeln oder sonst was könnte. Wäre aber schade; und was wäre denn, wenn ich dann nach einer Zeit doch wieder Lust bekäme, weiter zu machen? Kommt also nicht in Frage, egal wie frustriert ich zwischenzeitlich auch mal bin. Durchhalten, ist das Motto!

Aber was meinte ich denn mit dem dritten Punkt, Sinnfragen? Vielleicht fragte ich mich, für wen oder was ich die Sackmühle überhaupt betreibe? Anfangs habe ich das gemacht, weil ich ganz einfach Bock darauf hatte und außerdem meinte, etwas in die Welt hinausposaunen zu müssen, und meistens war es auch etwas recht Witziges.
Aber wie oben schon gesagt, fehlen mir ja heute manchmal die Ideen und es mangelt mir an Energie und Lust. Und: gibt es denn nicht Blogs wie Sand am Meer?
Tja, es ist nur so: Wenn man sich allzu viele Gedanken über den Sinn des eigenen Blogs, x-beliebigen anderen Dingen und zu guter Letzt des Lebens macht, dann zieht einen das auf die Dauer runter.

Wie auch immer: das Bloggen ist doch anscheinend eine gute Möglichkeit, sich seine eigenen Schwächen vor Augen zu führen und anschließend, wenn es gut läuft, Schritte zu unternehmen, diese Schwächen – äh – na – hm – also, die Stärken zu stärken und die Schwächen zu schwächen, wie es immer so schön heißt. Aber na gut, in einem Motivationsseminar sind wir hier in der Sackmühle nun auch wieder nicht, liebe Leserinnen und Leser …