Sack mir, wo die Mühlen sind

Schreiben ist eine Kunst

Schreiben ist eine Kunst, die beherrscht werden will. Natürlich muss man das Schreiben überhaupt erst einmal gelernt haben, vorzugsweise in der Grundschule. Freilich muss man dann später seine Fähigkeiten erweitern und trainieren, denn vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

Schreiben ist eine Kunst

Spam: RE

Ich bin in der Militäreinheit hier in Afghanistan. Wir haben eine Menge Geld, das wir aus dem Land ziehen wollen. Meine Partner und ich brauchen einen guten Partner, dem wir vertrauen können. Es ist risikofrei und legal. Antwort auf diese E-Mail: […]@gmail.com

Grüße,
Major Dennis Hornbeck.

– Aus einer Junk-Mail

Ein Major, der Spam mit völlig blödsinnigem Inhalt versendet, ja nee, is’ klar.

Das ach so schwere Portemonnaie

In der Kundenzeitschrift der Sparda-Bank West, Ausgabe 3/2020, wurde ein mobiles Bezahlsystem namens VIMpay, das es als App fürs Smartphone gibt, beworben und dessen Benutzung den Bankkunden ans Herz gelegt. Denn: »Wer VIMpay hat, muss kein schweres Portemonnaie mehr mit sich herumschleppen und kann kontaktlos bezahlen.« Als Beispiel wird die Radtour genannt, die man gern einmal unterbricht, um sich eine Apfelschorle zu kaufen oder ein Wassereis für die Kinder.

Und was ist, wenn der kleine Kiosk oder wo immer man Apfelschorle und Eis kaufen möchte, solche digitalen Bezahlmethoden gar nicht anbietet? Pech gehabt, da bleibt man dann durstig, falls man nicht klugerweise Getränke auf die Radtour mitgenommen hat. Auf dem Gepäckträger wäre sicherlich Platz gewesen.

VIMpay

Doch gravierender finde ich, dass Handel und Banken offensichtlich das Bargeld gern abgeschafft sähen und fleißig darauf hinarbeiten, dass das möglichst bald mal passiert. Im Ausland sind die Bürger da wohl weniger konservativ. Aber ich muss sagen, ich begrüße es, dass große Teile der deutschen Bevölkerung nicht aufs Bargeld verzichten mögen. Schließlich bietet es die Möglichkeit, einzukaufen, ohne dass gleichzeitig das Einkaufsverhalten erfasst, ausgewertet und womöglich mit anderen Daten zusammengeführt wird – Stichwort Big Data.

Und, liebe Sparda-Bank: Ist ein Smartphone denn so viel leichter und kleiner als eine Geldbörse? Ich trage oft beides bei mir, das Smartphone in der linken und die Geldbörse in der rechten Hosentasche. Ein gravierendes Problem habe ich bislang darin nicht sehen können.

Katjes Drakritze und Lavakritze

Zwei interessante Sorten von Katjes waren vor einiger Zeit im Sonderangebot, nämlich Drakritze und Lavakritze; ich schlug zu und muss sagen: diese Kombination von Lakritze und Fruchtgummi hat mir super geschmeckt. Ich wundere mich nur, dass die Produktreihe Family mit ihren 300-Gramm-Packungen nicht auf der Website von Katjes zu finden ist. Auch Milchkater aus dieser Reihe fand ich köstlich.

Katjes Drakritze und Lavakritze

Lobenswert ist übrigens, dass Katjes die Süßigkeiten nur noch vegetarisch herstellt, seit 2016 schon – es wird keine tierische Gelatine mehr als Inhaltsstoff eingesetzt, sondern zum Beispiel pflanzliches Pektin. Als Überzug dient Bienenwachs, und hier frage ich mich, ob es nicht auch vegan ginge. Allerdings gibt es für den Nahrungsmittelbereich (es gibt einen Unterschied zwischen Lebensmitteln und Nahrungsmitteln!) wohl nur wenige geeignete pflanzliche Wachse, und diese sind dann auch teurer als Bienenwachs.

Üble Pizza und gute Suppe

Am Samstag kam mich ein Freund besuchen, und wir bestellten uns was zu essen. Nach der Wartezeit von einer geschlagenen Stunde freute ich mich sehr auf meine Pizza »Boston« mit Blattspinat, Hirtenkäse und Knoblauch. Doch die Vorfreude verwandelte sich leider nicht in eine Gaumenfreude beim Verspeisen des Machwerks. Die Pizza war lauwarm statt heiß, der Teig war weit davon entfernt, knusprig und gut durchgebacken zu sein, und der Belag … na ja. Den Hirtenkäse konnte man immerhin erahnen, doch wo der Knoblauch sein sollte, wollte sich mir geschmacklich nicht erschließen.

Doch das schlimmste war der schlechte Schlaf in der Nacht. Ich wachte mehrmals auf, mir war komisch, und ich musste einmal ganz eklig sauer aufstoßen. Passiert mir sonst nach abendlichem Pizzaverzehr eigentlich nicht, soweit ich mich erinnern kann. Na gut, der Wein zum Essen trug sicherlich das Seine dazu bei, den Magen zu übersäuern.

Am folgenden Mittag habe ich mir dann natürlich ganz bewusst etwas Basisches gekocht, und zwar Kartoffel-Porree-Suppe mit zusätzlichen Kohlrabiblättern – ja, die kann man tatsächlich essen, wie eigentlich die meisten Gemüseblätter. Ich fügte noch einen Schuss süße Sahne hinzu und veganes Hack von der Rügenwalder Mühle. Und hätte ich die Sahne weggelassen, wäre es freilich ein komplett veganes Mittagsmahl gewesen. Veganer/innen werden sicherlich gute Alternativen zur Sahne kennen.

Kartoffel-Porree-Kohlrabiblätter-Suppe

Das Leben ist so lecker

Ich habe kürzlich mal veganen Joghurt probiert, und zwar von der Elmsdorfer Molkerei und Feinkost GmbH. Ich dachte, er hieße soyummy oder so yummy, aber die Marke heißt in Wirklichkeit life is.

life is so yummy

Zunächst einmal: Ich bin kein Veganer, noch nicht einmal konsequenter Vegetarier, aber ich ernähre mich zumindest vorwiegend pflanzlich, um eben Tierleid weitgehend zu vermeiden, und vegane Waren probiere ich immer mal wieder gerne aus.

Nun, die beiden Sorten, die ich mir gekauft hatte, Vanille und Blaubeere, haben mir beide gut geschmeckt. Grundlage ist Soja, das ich pur gar nicht mag; aber aromatisiert oder gewürzt kann es freilich durchaus lecker sein. Auch Joghurt-Kulturen, also Bakterien, werden in dem veganen Joghurt verwendet. Bakterien sind Lebewesen, da sie zum Beispiel einen eigenen Stoffwechsel haben, aber sie sind keine Tiere, und deshalb werden sie auch von Veganerinnen und Veganern guten Gewissens gegessen.

Fragen tue ich mich allerdings, warum sowohl die Marke einen englischen Namen trägt, noch mehr aber, warum die Sorten als Vanilla und Blueberry bezeichnet werden, dieweil man sie ja auch Vanille (mit e am Ende) und Blaubeere oder Heidelbeere hätte nennen können. Wohlgemerkt: die Ablehnung jeglicher fremdsprachlichen Elemente in der deutschen Sprache ist typisch für die politisch rechte Szene, und davon distanziere ich mich ganz klar. Im Gegenteil, ich finde, dass ausländische Wörter durchaus ihren Weg in unsere Sprache finden dürfen; nur stört es mich, wenn aus reinen Marketing-Gründen deutsche Wörter regelrecht vermieden werden – denn ein deutsches Produkt darf, kann und sollte doch auch gern auch einen deutschen Namen tragen dürfen, oder?

Rispentomaten, Klasse 1

Dass die normalen, großen Tomaten aus dem Supermarkt keinerlei Geschmack haben, weiß man ja. Und so habe ich neulich recht kleine Tomaten gekauft, die als Mini-Rispentomaten bezeichnet wurden. Und sie stammten nicht aus den Niederlanden, nein, sondern aus Deutschland, aus Nordrhein-Westfalen, »meinem« Bundesland. Darüber hinaus sollten sie Klasse 1 sein, so stand es jedenfalls auf der Packung. Da habe ich natürlich was Schmackhaftes erwartet. Aber nee, nix, mit dieser Annahme lag ich völlig falsch. Genauso fad und geschmacksneutral wie die größeren Tomaten.

Im letzten Jahr hatte ich im Garten kleine Tomaten diverser Sorten selbst angebaut, und die haben alle super geschmeckt. Freiland eben, Südseite, gut gedüngt mit selbst angesetzter Pflanzenjauche. Ich weiß auch nicht, warum ich in diesem Frühjahr nicht auch wieder welche gepflanzt habe. Die wenigen, die ich in der Wohnung einigermaßen gut über den Winter hatte bringen können, sind mir leider draußen eingegangen. Und dann war es mir irgendwie alles zu lästig, denn man muss sie ja gut gegen Regen schützen, gleichzeitig aber viel gießen. Ein Dach aus Folie zu bauen, hatte ich einfach keine Lust, das ist immer ein ziemlicher Aufwand.

Dennoch: Wenn dieses gekaufte Zeug alles nichts taugt, dann werde ich nächstes Jahr doch wieder eigene Tomaten säen oder pflanzen. Denn ich esse Tomaten wahnsinnig gern – sofern sie eben einen leckeren tomatigen Geschmack haben.