Sackmühle

Kaufe nie die Mühle im Sack

Ausbeuterisches Handelssystem

2018-04-15 von Torsten in Kategorie Prügel vom Windmühlenflügel

Meine kühne Behauptung: Europa ist ein ausbeuterischer Erdteil und ist es schon immer gewesen. Das fing an mit dem Merkantilismus, ging weiter mit dem Kolonialismus und gipfelt in heutigen Auswüchsen wie der Wasserprivatisierung oder dem Export von Billig-Hähnchenfleisch oder Milchpulver nach Afrika, wodurch dortige Infrastrukturen zerstört werden.

In der Zeitschrift OYA, Ausgabe 39/2016, erschien ein interessanter Artikel zu dieser Thematik. Der Titel lautete Warum in die Ferne schweifen (Autorin: Maria König). Ich zitiere auszugsweise:

Das weltweite Handelssystem beruht bis heute auf den Prinzipien von Ungleichverteilung und Ausbeutung, da beim Einkauf die Preise gedrückt werden und Wertschöpfung erst beim Verkauf geschieht. In den ehemals kolonisierten Ländern haben 500 Jahre Besatzung Wirtschaftskreisläufe zerstört. […] Sinnstiftender als einseitige Strategiepläne ist der Dialog mit Menschen des globalen Südens. Welche Lösungen sehen sie vor Ort? […] Einige sizilianische Bio-Orangenbauern beispielsweise haben einen Weg gefunden, sich durch Direktbelieferung an »solidarische Einkaufsgruppen« von der großen Vertriebsmaschinerie, die sie ausbeutet, zu emanzipieren.

Und wir als Verbraucherinnen und Verbraucher können diese Ausbeutung der sowieso schon Armen und die gewissenlose Bereicherung der Großunternehmen und Konzerne nur dadurch versuchen zu beenden, dass wir verstärkt Produkte aus fairem Handel kaufen, zum Beispiel diejenigen Produkte, die das Fairtrade-Siegel tragen.

Spam: Ich spende für Sie

2018-04-06 von Torsten in Kategorie Prügel vom Windmühlenflügel

»Ich bin sehr glücklich und stolz, Ihnen und Ihrer Familie zu helfen, ich möchte eine Spende von 5.000.000 Millionen Euro aus der Lotterie geben, die ich Januar 2018 gewonnen habe. Ich hoffe, dass Sie dieses Geld weise verwenden .. und erzählen Sie bitte niemandem darüber bis Sie Ihre Spende erhalten, um Doppelforderungen zu vermeiden. .Meine Familie und ich sind sehr optimistisch, dass dieses Geld richtig verwendet wird.Bitte kontaktieren Sie mich per E-Mail, um diese Spende auf- ([…]@gmail.com)«

– Aus einer Junk-Mail

Hui, 5.000.000 Millionen Euro sind aber eine ganze Menge Holz – also, hier ist ja nicht die Rede von 5 Millionen, sondern von 5.000.000 Millionen, also 5 Millionen Millionen. Meine Fresse, das kann ich ja schon gar nicht mehr ausrechnen, wie viel ist das denn? So viel kann man doch noch nicht einmal in der größten Lotterie der Welt gewinnen.

Doch wie kann man so viel Knete denn überhaupt weise verwenden? Da schwirrt einem doch der Kopf von, da wird man doch größenwahnsinnig und kauft sich einen Privatjet, einen Lamborghini, einen Rolls Royce, einen Porsche, eine Prachtvilla in Kalifornien oder Florida, man feiert ausschweifende Feste, lässt die teuersten Drogen einfliegen und und und … Da bleibt dann leider bloß nichts mehr übrig, um ein bisschen was an gemeinnützige Organisationen oder Stiftungen zu verschwenden – Entschuldigung, zu spenden, wollte ich sagen.

Und aus allen diesen Gründen, vor allem aber, weil solcher Scheißdreck wie so eine Müllpost unnötig Strom, vielleicht sogar Atomstrom, und Zeit verschwendet, teilt die Sackmühle per Windkraft ganz schmerzhafte Prügel an die Spammer aus, die solchen Dreck in die Welt hinaus senden.

Spam: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Spende

2018-03-27 von Torsten in Kategorie Prügel vom Windmühlenflügel

»Hallo Sie haben eine Spende von €905.000,00 Euro, gewann ich $758,7 Millionen Dollar in der Massachusetts State Lotterie hier in den Vereinigten Staaten von Amerika im Monat August, 2017, und ich gebe einen Teil davon bis 7 glückliche Menschen und Nächstenliebe Häuser in Erinnerung an meinen verstorbenen Ehemann, der starb bei einem Autounfall vor zwei Jahren und die Opfer von Naturkatastrophen auf der ganzen Welt. Kontaktieren Sie mich für weitere Informationen: […]«

– Aus einer Junkmail

Oh ja, Nächstenliebe ist sehr wichtig, um Häuser in Erinnerung zu behalten, die Opfer von Naturkatastrophen auf der ganzen Welt geworden sind. Wenn dabei auch noch Ehemänner bei Autounfällen ums Leben kamen, ist die Trauer besonders groß. Ja, das Leben kann tragisch sein. Schön, wenn man dann wenigstens zu einer kleinen Geldspende beglückwünscht wird.

Liebe/r Asylgegner/in

2018-03-22 von Torsten in Kategorie Mehlwurm auf’m Turm

Leider gibt es auch in meiner Stadt solche »PRO«-Arschgeigen, die nichts Besseres zu tun haben, als in polemischer Sprache gegen Geflüchtete, aber auch gegen (angebliche) Linke zu wettern. Doch was ist eigentlich mit Umweltzerstörung, vergifteten Ackerböden, Bienensterben, zunehmender Kapitalisierung und Oligopolisierung, Landraub, Privatisierung von Wasser, Lobbyismus und der Steuerung der Politik durch die Großkonzerne, zunehmendem Plastikmüll, der ungeklärten Frage der Atommüll-Endlagerung – um nur einige Probleme zu nennen? Kein Wort davon. Nein, die »Asylanten« (die man übrigens gar nicht mehr so nennt) zerstören ja unser ach so schönes Deutschland – auf Kosten der deutschen Steuerzahler, versteht sich. Schon klar. Natürlich gibt es unter Einwanderern auch kriminelle Subjekte, keine Frage. Aber die gibt es unter Inländern auch, oder etwa nicht?

Wie erfrischend ist da als Gegenmeinung der Essay LIEBER ASYLGEGNER auf der Website kratzenberg.de. Gut, auch dort ist die Sprache nicht sachlich, sondern sarkastisch bis aggressiv. Aber der Kernpunkt der Aussage trifft den Nagel auf den Kopf, wie ich finde: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, und wer die geforderten Leistungen in geringerem Maße als ein Zugewanderter (aber auch als eine andere Deutsche oder ein anderer Deutscher) erbringt, hat eben Pech gehabt oder ist selber Schuld. Jede und jeder ist eben ihres und seines Glückes Schmied.

Was also ist das eigentliche Problem? Ist es unsere Leistungsgesellschaft? Ja, vielleicht. Jedenfalls könnte man darüber trefflich diskutieren. Eine Umgestaltung der Gesellschaft, die nicht Wirtschaftswachstum als oberste Maxime hätte, sondern Solidarität, Zufriedenheit, Freude, Glück und ein Leben nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger: das wäre doch mal ein lohnendes Ziel. Eine Gesellschaft, die nicht auf die Bereicherung der Reichen ausgerichtet wäre, mit all den damit verbundenen volkswirtschaftlichen Schäden, sondern auf das Gemeinwohl, also das Wohl aller Menschen – von so einer Gesellschaft träume ich.

Und so etwas ist wahrhaftig kein »linkes« Gedankengut; sondern das ist in etwa das, was Ludwig Erhard (CDU) in der damals noch jungen Bundesrepublik Deutschland gefordert hat; nur dass er vermutlich ausschließlich das wirtschaftliche Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Sinn gehabt hat; darüber hinausgehend sollte der Begriff »Wohlstand« aber, so meine ich, alle Aspekte des Menschseins umfassen, also auch kulturelle, intellektuelle und spirituelle Bedürfnisse.

Nein, nicht die Zugewanderten, Geflüchteten oder wie auch immer man sie nun nennen darf und will, zerstören unser Land – der Hass zerstört es.

Rinder statt Regenwald

2018-03-15 von Torsten in Kategorie Mehlwurm auf’m Turm

Freihandelsabkommen nützen meiner Meinung nach vorwiegend Großunternehmen und Konzernen, untergraben Kontrollmöglichkeiten seitens der Politik und erschweren oder verhindern Aufklärungsarbeit durch Umweltschutzorganisationen. Regenwald.org informiert aktuell:

»Rinder weiden, wo jetzt Regenwald wächst? Durch ein Abkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika käme noch mehr billiges Rindfleisch auf den europäischen Markt. Wälder und Savannen würden für größere Weiden zerstört. Nur damit die EU mehr Autos verkauft. Bitte fordern Sie: Kein Freihandel mit Mercosur.«

– Regenwald.org

Bitte lest euch den gesamten Artikel »Mögen Sie es blutig? EU forciert Freihandel mit Steaks aus Übersee« durch und unterschreibt die Petition!

Baumwollgewebe mit getrockneten Bananenblättern

2018-03-11 von Torsten in Kategorie Mehlwurm auf’m Turm

Die Remscheider Designerin Eva Zimmerbeutel hat unter ihrem Label EFFI HOME COUTURE ein Baumwollgewebe mit eingewebten Bananenblättern kreiert. Ich habe mich gefragt, was eigentlich üblicherweise mit den Blättern abgeernteter Bananen geschieht – vermutlich gelten sie als Müll. Vor einiger Zeit hatte ich gelesen, dass eine andere Designerin aus Ananasblättern ein wohl sehr robustes Gewebe erstellt. Beide Verwertungen zeigen, dass die Natur uns so viel schenkt, und ich bin der Meinung, dass in der Vergangenheit frevlerisch sorglos mit vielen natürlichen Dingen umgegangen wurde. Insofern finde ich es prima, wenn junge Menschen sich Gedanken machen, was man aus diesen wertvollen und bislang einfach weggeworfenen Materialen Sinnvolles und Schönes herstellen kann.

Ihr könnt gern für das Material von Eva auf raumPROBE abstimmen! Dort wird es als »Handgewebt, made in Germany, ökologisch, nachhaltig, individuell« beschrieben.

Bananenbkatt-Gewebe von EFFi HOME COUTURE
Foto: Eva Zimmerbeutel, mit freundlicher Genehmigung

Vielleicht gibt es auch heimische Pflanzen, aus deren »Abfällen« sich noch etwas anfangen ließe? Die Blätter des Trompetenbaums bei uns hinten im Garten, die er im Herbst abwirft, sind zu dünn und nicht faserig genug. Aber ich meine, ich hätte auch in unseren Breitengraden schon Bananenstauden gesehen …