Mehl ins Getriebe

Tagebuch

Ein Tagebuch zu schreiben ist eine gute Sache, falls man überhaupt gerne schreibt und falls man überhaupt irgendwas Bemerkenswertes erlebt so Tag für Tag. Doch oft passiert ja auch schlicht rein gar nichts, jedenfalls nichts von Bedeutung, und was soll man dann ins Tagebuch schreiben? Dass sich nichts Erwähnenswertes ereignet hat? Das wäre doch ein uninteressanter Eintrag, den man genauso gut hätte weglassen können. Dann hätte man ein wenig Zeit gespart, in der man etwas anderes hätte tun können, vielleicht so etwas Sinnvolles wie schlafen oder Kaffee kochen. Kurzum, ein Tagebuch kann unter Umständen ein ziemlich blödes und nutzloses Ding sein. So ähnlich wie ein Smartphone, das ist ja auch die meiste Zeit so gut wie überflüssig, aber man ist halt süchtig danach. In den allermeisten Fällen.

Weinglas, zerbrochen

Zwölf wunderschöne Weingläser, von den verstorbenen Eltern geerbt, mit eingeschliffenen (oder wie man so was nennt) Mustern: das ist die Ausgangslage. Nun gut, viel zu tun, Küche unordentlich und übervoll mit Zeug, die meisten der genannten Weingläser gespült und in den Hängeschrank geräumt, bis auf die zwei letzten. Die stehen noch auf der Arbeitsplatte neben der Spüle (ja, genau, ich habe gar keine Spülmaschine mehr, die ist kaputt gegangen, und ich spüle seitdem von Hand).

So, und dann wirkt man da nachts in der Küche rum, denn das Frühstück/Mittagessen für den (leider) kommenden Arbeitstag muss/will/soll gemacht/bereitet/erstellt werden (ich weiß jetzt so um Mitternacht nicht, welches Wort das jeweils passendste und gebräuchlichste ist), und alles läuft eigentlich ziemlich glatt – aber dann stößt man mit dem Ellenbogen gegen eines dieser hübschen und zumindest emotional/ideell wertvollen Gläser. Ein Klirren, und ich sehe: Das ist jetzt kaputt, aber so was von.

Ist passiert, kann man nicht rückgängig machen, Pech gehabt. Sind halt jetzt nur noch elf statt zwölf Gläser. Schöne Primzahl, na gut, aber die Zwölf ist doch irgendwie die ästhetischere Zahl gegenüber der Elf, oder? Da kann man jetzt philosophieren/trauern/sich ärgern, aber: Wann habe ich überhaupt schon mal elf oder zwölf Gäste bei mir, die dann auch alle noch Wein trinken, und zwar Weißwein? Fakt ist: Kommt nicht so wirklich häufig vor, genau!

Weingläser
Weißweingläser, die umgekehrt im Hängeschrank stehen

Und wenn, dann kann ich ja immer noch sagen, ich sei halt ein Anhänger/Befürworter/Bewunderer der Primzahlen, und ich kann sogar irgendwelches esoterisches Gewäsch von mir geben und doof rumschwafeln, und die Gäste werden im Nachhinein sagen: Der Torsten ist zwar ein komischer Kauz, denn es ist doch scheißegal, ob er elf oder zwölf Weißweingläser hat – trinken die Pärchen eben gemeinsam aus einem Glas! – aber es war eine schöne Party. Irgendwie.

Raupen für die Seidenindustrie

Meine Blogger-Kollegin Anne erklärt in ihrem Artikel Seide ist nicht vegan ausführlich, wie Seide gewonnen wird. Lesenswert für alle Menschen, denen es zuwider ist, wie Tiere für unseren – ich sage bewusst: Luxus missbraucht werden.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich zwar keine Seidenhemden trage, aber durchaus Schuhe aus Leder, und zwar die Sicherheitsschuhe für die Arbeit. Die gibt es kaum in einer nicht-tierischen Variante.
Ich will mal so sagen: Auf tierische Produkte zu verzichten, sollte die oberste Maxime sein – in sehr seltenen Fällen mag es allerdings unumgänglich sein, und dann muss man halt schauen, wie man a) damit umgeht, b) ob es mit dem Gewissen gerade noch vereinbar ist, oder ob man c) eben dann in den sauren Apfel beißt und – um bei meinem Beispiel zu bleiben – die Arbeitsstelle ablehnt.

Ein Angriff auf Meinungsfreiheit und Demokratie

Das Umweltinstitut München informiert über Einschüchterungsklagen, durch welche die demokratische Meinungsfreiheit in Gefahr ist.

Hallo!

Auch in Europa versuchen Unternehmen, Regierungsmitglieder und mächtige Einzelpersonen immer häufiger, Kritiker:innen mit sogenannten SLAPP-Klagen zum Schweigen zu bringen. Auch das Umweltinstitut München ist gerade von einer solchen Knebelklage betroffen: Wegen einer Aufklärungskampagne zum hohen Pestizideinsatz in Südtirols Apfelplantagen steht ein Mitarbeiter in Italien vor Gericht.

In einem ähnlichen Fall wurde eine französische Aktivistin kürzlich zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von über 125.000 Euro verurteilt, weil sie publik gemacht hatte, dass viele Bordeaux-Weine Pestizidrückstände beinhalten. Selbst wenn viele solcher Urteile in höheren Instanzen wieder kassiert werden, müssen sich die Betroffenen mit jahrelangen Gerichtsverfahren herumschlagen, die viel Zeit, Nerven und Geld kosten.

Doch mit deiner Hilfe hat es sich bald #ausgeSLAPPt: Das Umweltinstitut und weitere Organisationen haben eine Aktion gestartet, um die EU-Kommission aufzufordern, Aktivist:innen, Journalist:innen und andere kritische Stimmen in Zukunft besser vor Einschüchterungsklagen zu schützen. Denn die Meinungsfreiheit ist nicht verhandelbar!

Hier kannst auch du unterschreiben:
https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/slapps-ein-angriff-auf-meinungsfreiheit-und-demokratie.html

Danke für deinen Einsatz und beste Grüße!

– Umweltinstitut München

EM-Eier

Oh, Mann! Ein Fußball ist rund im Sinne von kugelrund, richtig? Und ein Hühnerei ist eiförmig, also nicht kugelrund, stimmts? – Und dennoch verkauft der Discounter Netto sogenannte EM-Eier, die an Fußbälle erinnern sollen, denn sie haben schwarze Punkte – ja, noch nicht einmal Sechsecke – auf der weißen Schale. Wie viel Schwachsinn zur Fußball-Europameisterschaft lassen sich Hersteller und Händler denn noch einfallen?

Und, nebenbei bemerkt, die Eier stammen aus der verharmlosend Bodenhaltung genannten Hühner-Haltungsform, bei der die Tiere unter extrem quälerischen Bedingungen gehalten werden. Tierleid für den Fußball-Wahnsinn, könnte man also sagen, na prima. Und dabei gibt sich Netto ja so gerne den Anstrich des ach so umwelt- und tierwohlbewussten Discounters.

Und ist diese doofe Fußball-EM endlich vorbei, dann geht es auch bald schon wieder los mit dem Weihnachtsgeschäft, und wir dürfen bekloppte Weihnachtsmänner und so einen Scheiß in den Discountern und Supermärkten bewundern. Mir wird jetzt schon schlecht.

»Wir züchten nicht nur Tiere, sondern auch Viren.«

Tier im Fokus (TIF) lancierte im Mai 2021 eine Hängekarton-Kampagne in Bern und Zürich und machte damit auf den Zusammenhang zwischen Pandemien und Fleischkonsum aufmerksam. Laut Tobias Sennhauser, dem Präsidenten der schweizerischen Tierschutzorganisation, sind Viren in der Natur etwas ziemlich Normales. Sie sind für uns Menschen allerdings erst richtig gefährlich geworden durch die Umweltzerstörung unter anderem im Namen der Fleischproduktion.