Wir sind so durch den Wind

Hund als Todesomen verunglimpft

Am 13.04.2010 schrieb Torsten an Stefan:

»Ich habe heute von einem Schäferhund geträumt, der die leiblichen Überreste (das Gesichtsfell) eines anderen Hundes in der Schnauze hatte und daran herum knabberte. Vorher waren da zwei große Kaninchen zu sehen, die rammelnd von einer Wiese auf die Straße sprangen, aber dann verwandelten die sich in eben diesen Hund. Manchmal bin ich über mein eigenes Unterbewusstsein erschrocken. Ekelhaft.«

Der Grimm (Im Original: Grim), eine große zottelige Hundegestalt mit auffällig leuchtenden Augen, gilt in magischen Kreisen als Todesomen. Viele fürchten deshalb den Anblick eines derartigen Hundes.
Gefunden unter https://harry-potter.fandom.com/de/wiki/Grimm

Verachtung

Sollte man die politischen Rechten, die unsere demokratisch-freiheitliche Grundordnung verachten, verachten? Sicherlich fällt es politisch mittig bis links eingestellten Menschen schwer, das nicht zu tun. Allerdings: verachtet man die Verachtenden, ist man nicht besser. Rechte Hetze ist intolerabel, und dagegen sollte die Stimme erhoben werden. Aber Verachtung?

Wir Demokraten, die es begrüßenswert finden, dass Asylsuchende per Grundgesetz bei uns aufgenommen werden, haben Glück gehabt, in keinem Umfeld aufgewachsen zu sein, das unser Denken so verkorkst hätte, dass wir Fremde hassen, Schutzsuchende anpöbeln, Geflüchtete verprügeln. Bei den Rechten, so verabscheuungswürdig ihre Denkweisen und Taten auch sind, ist irgendetwas richtig schief gelaufen, sonst wären sie wohl nicht so, wie sie sind.

Durch nette Diskussionen kann man sie nicht ändern, das ist klar. Durch auf die Fresse hauen aber auch nicht. Die Gesellschaft muss sich gegen solches Gedankengut schützen, gar keine Frage. Aber wo liegen die Wurzeln? Ich weiß es nicht, ich bin weder Psychologe noch Sozialwissenschaftler. Doch solche weltanschaulichen Dinge sollten diskutiert werden, zum Beispiel in Talkrunden. Den Dialog zu meiden, ist auch keine Lösung.

Ertrunkene Maus

Ertrunkene Maus
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Vor ein paar Tagen ist bei uns eine Maus in einer Gießkanne neben der Regentonne ertrunken. Ich habe jetzt eine Steinplatte auf die Öffnung der Gießkanne gelegt, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann, denn das arme Tierchen tat mir natürlich Leid. Und ich mag Mäuse sehr gern. Die Art von Mäusen, die bei uns im Garten lebt, richtet jedenfalls keinen Schaden an.

Ich goss also die Kanne seitlich aus und nahm noch einen Zweig zu Hilfe, sodass ich die Maus heraus bekam. Trotz meiner Traurigkeit wollte ich es mir aber nicht nehmen lassen, das verunglückte Tier zu fotografieren. Ich lichte immer mal wieder tote Tiere ab, wenn ich welche finde auf meinen Spaziergängen oder so. Das kostet mich ein wenig Überwindung, aber ich finde, der Tod gehört nun mal zwangsläufig zum Leben dazu, und ich möchte ihn nicht tabuisieren. Im Normalfall zeige ich allerdings lieber die schönen Seiten der Natur …

Deutsch für Anfänger: Nur 24 Studn aution

Nur 24 studn aution

»Nur 24 Studn aution
Verkauf in Vorsichlaber als Defekt , ich habe in nicht tetsten kann da ich kein netzteil haben«

– Aus einer eBay-Auktion

Ich weiß ja nicht, ob man innerhalb von nur 24 Stunden seinen Krempelkram verkauft kriegt; aber gut ist natürlich, dass so eine Kauderwelsch-Zumutung nicht tagelang angezeigt wird.

Umstieg von WordPress auf ClassicPress

Ich bin kürzlich auf einen WordPress-Fork gestoßen: ClassicPress.

ClassicPress-Logo

Abspaltungen sind insbesondere in der FLOSS-Softwareentwicklung nichts Ungewöhnliches. Auch von anderen berühmten Content-Management-Systemen wie Drupal oder Typo3 (die ich beide schrecklich finde) gibt es Forks. Manchmal ist es so, dass die ursprünglichen Entwickler sich in verschiedene Lager spalten, und manchmal ist einfach jemand mit einer bestehenden Software nicht mehr zufrieden, weil sie sich vielleicht von der ursprünglichen Zielsetzung fort entwickelt hat. ClassicPress ist entstanden, als WordPress in den Fünfer-Versionen den gewohnten Editor TinyMCE durch den bei vielen Benutzern verhassten Content-Builder Gutenberg ersetzte.

Auch ich bin ein Feind dieses Gutenberg-Dings. Ich möchte schreiben, kein Layout erstellen, indem ich Blöcke hin und her schiebe. Das Layout sollte, wie ich finde, nach alter Schule per CSS festgelegt sein. Dort kann ich ja bestimmen, wie Text an Bildern vorbei fließen soll und so weiter. Kurzum, ich finde, dass Gutenberg das Bloggen verkompliziert statt es zu vereinfachen.

Doch zurück zu ClassicPress. Warum sollte man es einsetzen, wenn man doch Gutenberg in WordPress abschalten und mithilfe des Plugins Classic Editor ersetzen kann? ClassicPress basiert auf WordPress 4.9 und beinhaltet also gar nicht erst Gutenberg. Doch darüber hinaus unterscheidet sich ClassicPress, soweit ich es erkennen kann, nicht von WordPress. Nun, für mich war ausschlaggebend: Man weiß nicht, in welche seltsamen Richtungen sich WordPress noch entwickeln wird, wie stark es noch weiter aufgebläht werden wird und ob Gutenberg nicht womöglich eines Tages so sehr mit dem WordPress-Kern verdrahtet sein wird, dass man daran gar nicht mehr vorbei kommt. Da steige ich lieber schon jetzt um.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, auf ein komplett anderes Blogsystem umzusteigen. Schließlich gibt es deren ja etliche, wie zum Beispiel Serendipity, Textpattern, Bludit, Grav, Flextype oder das inzwischen wieder gepflegte und weiterentwickelte Flatpress, um nur ein paar zu nennen, die ich gut finde. Doch ich mag WordPress bzw. ClassicPress ja, komme super damit zurecht und finde es sehr flexibel anpassbar, und außerdem gibt es eine riesige Fülle an brauchbaren (aber natürlich auch schrecklichen und unnützen) Erweiterungen. Vor allem aber ist ein Umstieg immer mit Risiken und Arbeit verbunden.

Der Umzug von WordPress zu ClassicPress hingegen war ein Klacks, ein Kinderspiel oder ein Stück Kuchen, wie man im Englischen sagt. Man benötigt nur das Migrations-Plugin, schaltet vorübergehend die installierten Erweiterungen ab, drückt einen Knopf und wartet eine Minute – fertig! Auch die gelben Warnfähnchen konnten ein Gelingen nicht verhindern. Eine vorherige Datensicherung ist nichtsdestotrotz sozusagen Pflicht.

Switch to ClassicPress

Und so, liebe Lesende, läuft die Sackmühle ab heute auf ClassicPress. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!