Facebook sabotieren

2016-09-10 von Torsten

Ist die Nutzung angeblich kostenloser Dienste im WWW tatsächlich umsonst? Nein. Wir bezahlen mit unseren Daten. Man könnte auch sagen: Du bist nicht der Kunde von Facebook und anderer Internetkonzerne, sondern ihr Produkt. Nun gut, die Google-Suchmaschine nutze ich nicht (stattdessen DuckDuckGo), Dropbox ist für mich ein rotes Tuch (ich ziehe selbst gehostete Lösungen vor), aber an Facebook kommt man nicht so leicht dran vorbei, denn die Alternativen wie Diaspora (eigentlich mit einem Sternchen hinterm Namen) oder Hubzilla sind einfach nicht verbreitet genug, man findet dort also in aller Regel niemanden seiner Bekannten.

Nun gut – könnte man Facebook irgendwie zu Fall bringen, müssten die Benutzer halt auf was anderes ausweichen. Dass das illusorisch ist, ist ja klar, und deswegen ergeben Überlegungen, wie man Facebook sabotieren könnte, eigentlich keinen Sinn. Was will man auch machen, ohne kriminell zu werden? Na also.

Der Plan

Doch einen meiner Ansicht nach brauchbaren Vorschlag habe ich dennoch gefunden, und zwar bei block011. Facebook lebt bekanntlich davon, Daten der Benutzer im großen Stil zu sammeln, Profile daraus zu erstellen und diese Daten der Werbewirtschaft zur Verfügung zu stellen. Um sinnvoll verwertbar zu sein, müssen solche Daten natürlich widerspruchsfrei sein. Zum Beispiel wird ein User, der Schlagermusik bevorzugt, nicht gleichzeitig Heavy-Metal-Fan sein. Und genau hier könnte man ansetzen: Entweder könnten möglichst viele Einzelbenutzer widersprüchliche Vorlieben und Abneigungen in ihre Profile einpflegen, oder – was noch besser ist – mehrere Benutzer verwenden gemeinsam denselben Facebook-Account. Durch die unterschiedlichen Interessen ergeben sich automatisch widersprüchliche Daten, die so nicht für Facebook bzw. für Werbetreibende verwertbar sind.

Wer nicht selber rumrennen und Leute zu finden versuchen will, die sich für einen gemeinschaftlichen Account zusammenschließen möchten, kann bereits bestehende Kollektiv-Accounts nutzen: Schreibe eine E-Mail an: block011 _ bei _ posteo.de. Ich zögere noch ein wenig, aber ich finde die Idee sehr witzig, deswegen werde ich mich wohl demnächst bei denen bewerben.

Der Web-2.0-Suizid

Vorher werde ich dann allerdings meine ganzen Daten bei Facebook löschen. Nur das Konto zu kündigen, reicht wohl nicht, man muss auch Freundschaften kündigen und sonstige gesammelte Daten irgendwie entfernt bekommen. Von Hand ist das ein Wahnsinns-Aufwand. Aber es gibt ja die Web 2.0 Suicide Machine. Sie automatisiert sozusagen den sozialen Selbstmord, den digitalen Suizid. Keine Angst, man stirbt nicht wirklich dabei …

Hinterlasse eine Antwort

* = erforderliche Angaben