Ich bin es so leid. Immer Eier anmalen. Was soll denn das? Es ist so anstrengend. Ständig gehen welche kaputt, wenn man mit dem Pinsel zu dolle drückt; so eine Sauerei! Und verstecken soll man sie auch noch. Wozu? Im übrigen mag ich eckige Formen viel lieber als runde, ovale und so.
Also, ich mache das nicht mehr mit. Ich trage nur noch Kartons mit bruchfestem Zeug darin aus, schmeiße sie irgendwo hin, und gut ist.
So, bis nächstes Jahr! Wenn ich dann überhaupt noch Lust habe auf diesen blöden Job.
Der Osterhase
Nun, auf jeden Fall sind es zwei Substantive, die nebeneinander gestellt worden sind, mit einem Leerzeichen dazwischen. Was für einen Sinn das haben soll, aus sprachlicher Sicht, das wissen wohl nur die Gestalterinnen und Gestalter der Supermarkt-Prospekte. Oder besser gesagt, sie glauben es zu wissen. Oder aber sie wissen es einfach nicht. Oder sprachliche Korrektheit ist ihnen egal oder schlicht zu anstrengend.
Wie auch immer es in anderen Sprachen gehandhabt wird: Im Deutschen schreiben wir zusammengesetzte Hauptwörter – wie? Nun, zusammengesetzt! In unserem Beispiel schreiben wir daher: Minipflaumentomaten, oder zum besseren Verständnis bei längeren Wortzusammensetzungen gern auch mit Bindestrich, also: Mini-Pflaumentomaten, wie es im zweiten und dritten Beispiel korrekt gehandhabt wurde.
Zum besseren Verständnis: Was da angeboten wird, sind Tomaten. Und zwar wird eine besondere Sorte von Tomaten zum Kauf angeboten, die sich Pflaumentomaten nennt. Das ist ein etwas irreführender Begriff, da man annehmen könnte, es handele sich um eine Kreuzung von Pflaumen und Tomaten. In Wirklichkeit haben aber diese Tomaten nur in etwa die Form von Pflaumen; sie sind also nicht kugelrund, sondern oval, elliptisch. Dazu kommt, dass sie kleiner als herkömmliche Tomaten sind. Das wird durch den Zusatz Mini verdeutlicht. Somit geht es um pflaumenförmige Tomaten in kleiner Größe. In einem Wort: Minipflaumentomaten oder eben Mini-Pflaumentomaten.
Abends nach dem Einkauf im Supermarkt: Ich gehe über den Parkplatz, bringe meinen Einkaufswagen zum Depot zurück, entnehme meinen Chip und trete den Heimweg an. Am Rand dieser überdachten Einkaufswagen-Station sitzt ein älterer Mann auf seinem Rollator, soweit ich das in der Dunkelheit erkennen kann. Als ich an ihm vorbei gehe, sagt er etwas zu mir, das ich nicht verstehe. Er wiederholt seine Bitte: »Haben Sie mal zehn Cent für mich?«, oder so ähnlich. Ich, langgezogen: »Nääh!« Mich nervt es, ständig auf Supermarkt-Parkplätzen angebettelt zu werden. Der Herr wünscht mir trotzdem einen schönen Abend, und ich sage: »Ebenso!«
Ich weiß, dass es viel Elend in der Welt gibt und spende daher Jahr für Jahr Geld an verschiedene etablierte Hilfsorganisationen, aber ich möchte mich darüber hinaus nicht auch noch von jedem der zahlreichen Bettler oder Bettlerinnen überall anquatschen lassen.
Aber wieso überhaupt zehn Cent? Normalerweise fragen solche Menschen nach einem Euro. Was kann man schon mit zehn Cent anfangen? Da müssten ja schon fünfzig oder hundert Leute einen solchen minimalen Betrag spenden, damit der Bettler sich überhaupt was Sinnvolles davon kaufen kann.
Hätte der Bursche nach einem Euro zehn gefragt, wegen der Inflation oder so, dann hätte ich das lustig gefunden und vielleicht tatsächlich diese Summe ausgehändigt. Aber nur das Zehntel eines Euro? Wie gesagt: Nä.
Wenn im Wochenprospekt eines Nahrungsmittel-Supermarktes ein Artikel angeboten wird, den es in verschiedenen Sorten gibt, wird im Text darauf hingewiesen, und auch die Bebilderung zeigt dann zwei oder mehr Varianten.
Viele Artikel werden freilich nur in einer einzigen Sorte beworben. Warum diese in manchen Prospekten jedoch doppelt abgebildet werden, das will sich mir beim besten Willen nicht erschließen.
Kürzlich habe ich mir zwei Riegel Milka Tender gekauft, weil sie im Sonderangebot waren. Geschmeckt haben mir diese Schokoriegel nicht. Ich fand die einfach nur eklig süß.
Ein Blick auf die Zutatenliste bestätigte meinen Eindruck: Zucker an erster Stelle als Hauptbestandteil, dann aber auch noch Glukose-Fruktose-Sirup, gesüßte Kondensmilch und Glukosesirup. Nie wieder kaufe ich dieses Zeug.
Und ein paar Tage später bekam ich noch eine Schachtel Duplo mit elf Riegeln geschenkt. Die waren zwar ein kleines bisschen leckerer, aber auch die fand ich zu süß.
Nur der selbst gebackene Käsekuchen einer Freundin war genießbar, ja regelrecht köstlich. Sie hatte ihn zuckerreduziert gebacken, wie sie mir erklärte. Da könnten sich diese Süßigkeiten-Hersteller mal eine Scheibe – oder besser gesagt: ein Stück – von abschneiden.
Manchmal lassen Leute ihren Einkaufszettel im Einkaufswagen liegen. Und andere Leute finden den dann, so wie ich kürzlich. Und da habe ich mich mal so in die einkaufende Person hinein versetzt.
»Es ist nicht immer leicht. Soll ich Tulpen kaufen mitten im Winter? Keine Ahnung. Aber Kaffee jetzt momentan erst mal nicht, der ist ja im Grunde genommen ungesund. Dann lieber zwei Schachteln Zigaretten statt dessen. Gut, das mit der Gesundheit lasse ich jetzt für den Moment mal außen vor. Allerdings sind die Zigis ziemlich teuer. Dann streiche ich doch einfach das Sauerkraut. Und was ich mit Karte, doppelt unterstrichen, meinte, ist mir entfallen. Ach, ich hab keine Lust mehr. Schnell zur Kasse und raus hier.«