Kaufe nie die Mühle im Sack

Ich glaub’, mein Toaster brennt!

Wenn einem das Brot durch zu langes Liegen trocken geworden ist, kann man es aber oft noch dadurch für den Verzehr retten, dass man es toastet. Ist es schon ziemlich trocken, empfiehlt es sich, es vor dem Toasten mit etwas Wasser zu besprühen. Eine andere Möglichkeit ist es, das Brot mit Oliven- oder sonstigem Speiseöl einzustreichen. Und das tat ich heute mit dem trockenen Rest einer Baguettestange.

Das Blöde war nur, dass das Öl sich nicht damit zufrieden gab, auf der Oberseite des Baguettes zu verbleiben, sondern es glaubte, unbedingt an den Seiten herunter laufen zu müssen. Und landete natürlich im Inneren des Toastgerätes. Dass das stinkt, wenn Öl auf den glühenden Heizspiralen landet, kenne ich schon. Aber heute fing das Öl richtig Feuer.

Ich dachte, dass die Flammen im Toaster schnell wieder erlöschen würden. Aber der Brennstoffvorrat war gewaltig, und die Flammen züngelten immer höher aus dem Toaster heraus.

Also gut: Stecker ziehen! Dabei fiel das Baguette vom Toaster. Leider hatte auch dieses inzwischen schon Feuer gefangen. Das konnte ich ziemlich leicht auspusten. Aber das Feuer im Toaster fing langsam an, dramatisch auszusehen. Da blieb mir nichts übrig, als das Gerät in die Spüle zu stellen, die ich allerdings erst einmal von zwischengelagertem Geschirr befreien musste. Und dann: Wasserhahn aufdrehen, aber dabei natürlich schön zur Seite treten, falls Öl aufspritzen würde. Gut, ich bekam den Brand gelöscht.

Der Toaster ist allerdings wohl kaum noch zu gebrauchen. Es ist mir auch irgendwie zu gefährlich, den überhaupt noch mal an die Steckdose anzuschließen. Wer weiß, was da durch das Wasser alles kaputt gegangen ist. Ich will keinen elektrischen Schlag kriegen oder mir das Ding um die Ohren fliegen lassen.

Kurzum: Ein Fall für den Wertstoffhof.

Ich glaub’, mein Toaster brennt!
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Doch jetzt bitte ich euch noch, die Überschrift als geflügeltes Wort in euer Sprachrepertoir aufzunehmen. Also, vergesst: »Ich glaub’, mein Schwein pfeift!« oder: »Ich glaub’, mein Hamster jodelt!« – sagt nur noch: »Ich glaub’, mein Toaster brennt!« Das soll ein bundesweiter Ausspruch werden und von allen Generationen, sozialen Schichten und was-weiß-ich benutzt werden; am besten soll es schließlich in alle Sprachen übersetzt werden und in allen Kulturen Einzug halten. Seid hip, seid cool, seid groovy und wendet es wo immer möglich an! Also, prägt es euch ein: »Ich glaub’, mein Toaster brennt!«

Autokannibalistischer Kapitalismus

»Die Bevölkerungen ganzer Länder, Städte (Detroit lässt grüßen), Kommunen werden ins Elend gestürzt, die Umwelt, die Natur, die Tiere werden der Kapitalverwertung unterworfen. Die Regierungen, die die Entfesselung der Finanzmärkte deregulierend mitbetrieben haben, wollen ihnen nun wieder Zügel anlegen; so als ob man ein Nashorn mit einer Schnur anbinden könnte. Dieses System tritt nun in seine autokannibalistische Phase ein, es werden die Bedingungen zerstört, auf denen es sich selbst reproduziert; so wie ein Alkoholiker anfängt, Türen, Holzböden und letztendlich das Dach zu verheizen, damit ihm warm wird.«
– Franz Primetzhofer

Lest den ganzen Artikel.

Autokannibalistisches Tier

Ich erinnere mich noch gut: Gegen Ende des letzten Jahres, also Ende Dezember 2014, gab es eine Nacht, in der ich einen äußerst schlechten Schlaf hatte. Ich wachte mehrmals auf, einmal aus einem Alptraum. Es war wohl der abstoßendste Horrortraum, den ich jemals gehabt hatte, den ich aber leider nur unzureichend beschreiben kann.

Er begann noch recht harmlos. Die Menschen in meinem Traum blieben diffus; aber jedenfalls mussten wir vor aggressiven, verrückt gewordenen Pferden flüchten. Ich versuchte, auf eine halbhohe Mauer zu klettern, was mir jedoch nicht gelang. Flugs stellte ich die These auf, man müsse nur ganz still stehen bleiben, dann nämlich würden die Tiere einen nicht umrennen oder angreifen, sondern an einem vorbei laufen. Die Pferde verschwanden irgendwie oder zogen sich zurück.

Als ich den Kopf drehte, sah ich an der Wand rechts von mir ein riesiges, hässliches Insekt – es war vielleicht nur aufgemalt, vielleicht aber auch echt. Daran machte sich ein anderes grauenhaftes Tier zu schaffen – um es zu fressen oder zu begatten, das war nicht recht erkennbar.

Aber das Schlimmste war das Tier, das an der Erde hockte, einem Kaninchen nicht unähnlich, doch irgendwie hässlich, böse blickend und entstellt, wie gerade aus der Hölle gekommen oder durch ein missglücktes Genexperiment entstanden. Es fing an, sich in den einen Vorderlauf zu beißen und würde sich wohl schließlich selbst auffressen. Jemand war mitleidig und sagte zu mir, ich solle das Tier daran hindern und ich möge es retten. Aber ich lehnte ab.

»Nein.«

Skelett

Ich kann mir mich ganz gut vorstellen
Mich nachdem ich gestorben bin
Lange Zeit nach meinem Ableben

Ich kann mir mich ganz gut vorstellen
Als Skelett kein Fleisch mehr keine Muskeln
Kein Blut nur noch Knochen

Ich kann mir mich ganz gut vorstellen
An irgend einem Neujahrstag in der Zukunft
Wenn ich nur noch ein Skelett bin