Sackmühle

Sack mir, wo die Mühlen sind

Sicherung

2017-07-04 von Torsten in Kategorie Ganz vorn mit Korn

Essen will man, muss man, und manchmal muss es, soll es auch noch schnell gehen, bis ein leckeres Happa-Happa fertig ist. Nun, wir leben in einer modernen Zeit und haben so allerhand elektrische Geräte, die natürlich wahnsinnig viel Strom verbrauchen, ressourcenintensiv hergestellt werden und so weiter und so fort. Doch wie gesagt: Es soll schnell gehen und nicht jeder hat die Möglichkeit, am offenen Feuer gemütlich seine Fressalien garen zu lassen.

Jedenfalls: Jedes Mal, wenn ich Mikrowellengerät und Wasserkocher gleichzeitig an habe, vielleicht noch die Herdplatte dazu, knallt die Sicherung raus. Echt, jedes Mal, aber ich lern’s einfach nicht. Doch heute bemerkte ich Folgendes: Als ich die Sicherung wieder aktiviert hatte, ohne vorher den Wasserkocher auszuschalten wie sonst immer, sprang die Sicherung kein zweites Mal raus. Hä? Wie unlogisch ist das denn? Der Strombedarf ist doch derselbe. Oder strengt sich vielleicht der Wasserkocher am Anfang besonders an, um das noch kalte Wasser überhaupt erst mal ein bisschen warm zu kriegen; und später, wenn es schon ein wenig erhitzt ist, bedarf es ja weniger Anstrengungen und somit weniger Strom, um es noch ganz heiß zu machen.

So was in der Art wird es wohl sein. Da sind die Elektriker unter euch Leserinnen und Lesern gefragt, mir dieses Phänomen einmal zu erklären. Traut euch! Benutzt die Kommentarfunktion! Die Mühle beißt nicht und steckt euch auch nicht in einen Sack, um euch anschließend ordentlich zu verprügeln. Versprochen.

3 Antworten zu »Sicherung«

  1. CeKa sagt:

    Es ist der sogenannte „Anlaufstrom“ oder korrekterweise „Einschaltstrom“ genannte Effekt, der zum Durchknallen von Sicherungen führt, wenn Geräte mit hoher (Strom)Last eingeschaltet werden. Diese Spitzen sollen beim Anschluss eines elektrischen Verbrauchers berücksichtigt werden.

    Ebenso halten Sicherungen nur das aus, wozu sie gemacht sind. Wenn sie in Ordnung sind, wohlgemerkt. Sehr grob berechnet (und unter Berücksichtigung aller laienhaften Auslassungen und Rundungsdifferenzen) kann eine Leitung mit einem Durchschnitt von 3 x 1,5 mm² an einer 16 Ampere-Sicherung bei 230 Volt Spannung nur 3.680 Watt „Verbrauchslast“ verkraften.

    Unser Wasserkocher nimmt davon schon 1.200 Watt, die Mikrowelle rund 1.000 Watt und dann bleibt da nicht mehr viel für den Herd, wenn alles an einer Sicherung hängt.

    Die Ursache für die reagierende Sicherung kann aber auch ein defektes Gerät sein. Was nicht bewiesen ist, aber unter Elektrikern als möglich gehandelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sicherung etwas toleranter gegenüber defekten Geräten sind, wenn diese erst eingeschaltet werden, wenn andere Verbraucher schon laufen. Ob man dem glaubt, bleibt jedem selbst überlassen.

    Tatsache ist jedoch leider, dass defekte Geräte auch ohne Betrieb zur Selbstentzündung neigen, wenn sie mit dem Strom verbunden sind. Das ist unangenehm.

    Und ein Herd sollte heutzutage natürlich ganz allein an drei eigene Sicherungen und damit 5-adrig angeschlossen sein. Aber das nur nebenher.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Einschaltstrom

  2. Torsten sagt:

    Danke, Carsten, für die ausführliche Erklärung. Ich bin da nicht so recht bewandert in diesen Elektrotechnik-Dingen.

  3. CeKa sagt:

    Macht nichts. Ich kann dafür bei anderen Dingen nicht mitreden. Zumindest sollte ich das nicht. 🙂

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