Ich war – heute schäme ich mich fast, das zu sagen – lange Jahre als Freiberufler Kunde der GLS Gemeinschaftsbank eG (kurz GLS Bank). Ich hatte nämlich mein geschäftliches Girokonto dort. Mir gefiel die soziale und ökologische Ausrichtung dieser Bank, was ich als angenehm untypisch für ein Geldinstitut empfand. Diese Bank vergibt zum Beispiel Kredite nur an Unternehmen, die keine ausbeuterischen oder umweltschädigenden Praktiken betreiben. Das ist etwas, was mir sehr am Herzen liegt.
Geschäftsanteile
Als ich meine freiberufliche Tätigkeit nach dreizehn Jahren aufgegeben hatte, kündigte ich auch problemlos mein Girokonto bei der GLS Bank. Was ich hingegen nicht im gleichen Atemzug kündigte, waren meine Geschäftsanteile; denn ich dachte: Die jährlichen Zinsen kann ich mir ja gerne weiterhin zukommen lassen. Nun stellte ich aber kürzlich fest, dass immer noch so eine Art Kontoführungsgebühr erhoben wird – nur frage ich mich: Wofür? Und diese Gebühren fressen sogar die Zinsen der Geschäftsanteile auf – ein Minusgeschäft!
Kündigung der Geschäftsanteile
Ich denke, wir sind uns einig: Eine Geldanlage, die ein Verlustgeschäft darstellt, ist keine gute Geldanlage. Meine Konsequenz also: Kündigung der sinnlosen Geschäftsanteile. Aber: Warum haben die GLS Bank Anteile eine Kündigungsfrist von 5 Jahren?
Ich kann die Argumentation ja ein Stück weit nachvollziehen: Planungssicherheit und so weiter und so fort. Nur haben meines Wissens andere Banken nicht diese extrem langen Kündigungsfristen. Und ich bin nicht der einzige Kunde, der sich darüber aufregt.
Kundenorientiert?
Kann man also im Falle der GLS Bank noch von einer kundenorientierten Bank sprechen? Ich tendiere dazu, diese Frage zu verneinen. Und ist sie überhaupt so ethisch, wie sie sich gerne nach außen hin gibt?
Durch und durch ethisch?
2020 berichtete die taz in dem Artikel Auch zum Coronaleugner sozial, die Bank hätte auch dem Verschwörungsideologen Ken Jebsen ein Konto angeboten. Diesbezügliche Fragen der taz wurden nach deren Aussage in keiner Weise beantwortet.
Anthroposophische Gründer
Die Gründer (eine Frau und drei Männer) der GLS Bank waren Anhänger der Anthroposophie. Diese von Rudolf Steiner ins Leben gerufene Weltanschauung steckt voller Esoterik. Einige Aussagen Steiners, über die ich gelesen habe, empfinde ich als haarsträubenden Humbug. – Ob die heutige Geschäftsführung mit der anthroposophischen Lehre noch sympathisiert, weiß ich nicht.
Fazit
Bei allen lobenswerten sozial-ökologischen Ansätzen der GLS Bank muss ich doch sagen, dass ich von diesem Geldinstitut vor allem aufgrund der völlig kundenunfreundlichen Art und Weise im Falle einer Kündigung der Geschäftsanteile ziemlich enttäuscht bin.
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