Graues Grauen (3)
Heute möchte ich euch einmal eine Zahl vorstellen, und zwar die 3. Sie liegt, sitzt oder existiert recht genau mittig zwischen 2 und 4. Das zu tun, können nicht viele Zahlen von sich behaupten, jedenfalls keine natürlichen Zahlen.
Die 3 ist eine eher seltene Zahl. Wir Menschen haben zum Beispiel 2 Augen, 2 Ohren, 2 Nieren usw., aber auch 5 Finger pro Hand, 5 Zehen pro Fuß und 5 Sinne, aber keine Körperteile dreifach. Die 3 ist, grob gesagt, ziemlich abstrakt. Man spricht davon, dass aller guten Dinge drei seien, und auch von der Dreieinigkeit Vater, Sohn und Heiliger Geist, wobei ich mich frage, was denn mit der Mutter ist, aber Religion ist sowieso Quatsch, und na ja, mehr fällt mir zur 3 auch gar nicht ein. Insofern könnte man sie eigentlich abschaffen. Das geht aber nicht, denn dann käme man unter anderem mit der Uhrzeit durcheinander.
Es gibt ein Land, da liegen nicht nur Gut und Böse nah bei einander, sondern auch ein Vulkan und ein Eisberg. Der Vulkan ist inaktiv. Bricht er doch mal eines Tages aus, wird die heiße Lava den Eisberg zum Schmelzen bringen, zumindest den Teil über der Wasseroberfläche. Und wenn man noch nicht einmal mehr die Spitze des Eisbergs sieht, na dann wird es richtig gefährlich für die Schifffahrt.
Hier zeige ich euch eine famose Stadt, zumindest einen kleinen Ausschnitt. Um die gesamte Stadt zu zeigen, ist der Bildschirm zu klein.
Was ich schön finde, ist die Wiese, hier ist also noch nicht der gesamte Boden asphaltiert worden, oder wie man das nennt. Die Gebäude haben sogar Fenster! Und zwar auf der Vorder- und Rückseite, sodass man von der Straße aus ganz durch die Häuser hindurch blicken kann und die Wiesen und den Himmel dahinter sieht – jedenfalls am Stadtrand, wo keine weiteren Bauwerke die Sicht versperren.
In dieser Stadt gibt es ausschließlich Gewerbe- und Industriegebäude, jedoch keine Wohnhäuser. Das ist aber egal, weil die Fabriken und Bürogebäude innen so gemütlich eingerichtet sind, dass die Menschen dort nicht nur gerne arbeiten, sondern auch ebenso gerne wohnen. Das ist doch traumhaft, oder? Eine famose Stadt eben.
Immer wieder finde ich zurückgelassene Einkaufszettel in Einkaufswagen von Supermärkten oder Discountern. Mal sieht die Handschrift aus wie von einer jüngeren, öfter aber wie von einer älteren Person – meistens vermutlich weiblichen Geschlechts.
Was haben wir denn diesmal?
Die – der Handschrift nach zu urteilen – ältere Dame braucht zuallererst das Gewürz Kurkuma. Na gut, das muss sie selber wissen. Mir schmeckt das überhaupt nicht, und ich weiß noch nicht mal, wo das überhaupt zwingend rein gehört.
Dann benötigt sie die falsch geschriebenen Corega Tabs, also Gebissreiniger. Sauberkeit muss sein, auch und vor allem im Mund.
Erst an dritter Stelle kommt etwas zu trinken. Doch was? Cola? Mineralwasser? Wodka? Wir wissen es nicht.
Und zu guter Letzt hat die alte Frau Hundefutter aufgeschrieben. Klar, verhungern soll das wahrscheinlich ständig kläffende Mistvieh nicht. Vielleicht ist ja auch das vorher genannte trinkbare Nass für den Hund. Doch was isst und trinkt dann die Person, das menschliche Wesen? Ach, es ist so traurig: Frauchen verhungert und verdurstet, und der Hund muss das Ableben seiner Herrin mit ansehen. Das nenne ich Tierquälerei!