Wir sind so durch den Wind

Ginger und Lemon

Die Körperpflegeserie Balea, die es beim Drogeriemarkt dm zu kaufen gibt, bietet nicht nur angenehm duftende Shampoos, Seifen und so was, sondern leider bisweilen auch ein Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch.

Ginger & Lemon

Anders als auf meiner schon etwas älteren Abbildung wurde die Creme Seife (falsch) inzwischen in Cremeseife umbenannt (richtig). Das ist ein Fortschritt, denn zusammengesetzte Hauptwörter werden im Deutschen nun mal in einem einzigen Wort geschrieben, anders als im Englischen.

Dass der Duft Ingwer und Zitrone aber nach wie vor Ginger & Lemon genannt wird, wundert mich, denn die anderen Duftkombinationen heißen zum Beispiel Milch & Honig oder Beeren & Vanille.

Und das Et-Zeichen (&) hat streng genommen in diesem Zusammenhang nichts zu suchen, wird aber von Germanistinnen und Germanisten in bestimmten Fällen (wie diesem hier) als tolerabel angesehen.

Wir sind Helden

Wir sind Helden des World-Wide-Webs und des Webdesigns, Helden der Inhaltsverwaltungssyteme und Blogsysteme, ja wir zaubern Wundervolles auf den Bildschirm und treiben uns tagelang, wochenlang, Jahr um Jahr in den Weiten des weltumspannenden Netzes herum.

Nun gut, manche Länder sind nicht so ganz richtig ans WWW angeschlossen, denn das WWW ist quasi so ein Ding der kapitalistischen, imperialistischen Länder. Na ja, aber was wollen zum Beispiel Afrikaner mit dem WWW, wo da die Menschen doch – nach Meinung der Imperialisten – noch auf den Bäumen leben und so? Die verstehen ja die amerikanisch-englische Sprache doch gar nicht, von den vielen europäischen und schwierig zu lernenden Sprachen mal ganz abgesehen. Und bezahlen können die den ganzen Scheiß sowieso nicht, also lassen wir die einfach mal besser außen vor.

So denken die Imperialisten, die gern auch noch Kolonialisten wären, wenn das in der heutigen Zeit nicht so schrecklich verpönt wäre.

Der Plural ist was Schwieriges

Der Plural, also die Mehrzahl, scheint ja was total schwierig zu Beherrschendes zu sein. Da wird viel grober Unfug getrieben.

Auf keinen Fall darf ein Apostroph gesetzt werden, wenn im Plural ein Wort auf s endet, wie zum Beispiel Autos, Demos, Lamas, Omas, Zebras. Auch im Fall von Abkürzungen wäre es falsch, beispielsweise AKWs, LKWs, PKWs.

Nachtrag: Ronald Filkas wies mich darauf hin, dass das Plural-s in den von mir genannten Abkürzungen ohnehin falsch wäre, also auch ohne Apostroph, denn in der ausgeschriebenen Form kommt es ja auch nicht vor: Atomkraftwerke, Lastkraftwagen, Personenkraftwagen. Siehe Kommentarbereich.

Lustig ist allerdings folgender Patzer aus einem Prospekt des Drogeriemarkts Rossmann (woman = Singular, men = Plural):

Woman/Men

Ach ja, die Werbung, eine Fundgrube der Grauenhaftigkeiten …

Längere Laufzeiten der Kernkraftwerke gegen ein temporäres Tempolimit?

Wird die Versorgung mit Strom und Gas im kommenden Winter gesichert sein? Angesichts einer möglichen Knappheit sind nun wieder Kohlekraftwerke und eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen drei deutschen Atomkraftwerke in der Diskussion. Die CDU bietet der Ampel-Koalition gar ein Tauschgeschäft, um nicht zu sagen, einen Kuhhandel an: Längere Laufzeiten der Kernkraftwerke gegen ein temporäres Tempolimit. Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut versucht eine Einschätzung der Lage.

Zerstört Nike systematisch Neuware?

Panorama, das älteste politische Magazin im deutschen Fernsehen, informierte im November 2021 darüber, dass der Sportschuhhersteller Nike Neuware, die etwa als Retoure zurückgeschickt wurde, nicht recycelt, sondern vernichtet. Der Hersteller verstößt damit möglicherweise gegen deutsches Recht.

Was nun aus der Sache eigentlich geworden ist, konnte ich ein dreiviertel Jahr später leider immer noch nicht herausfinden. Ziemlich blöd, wenn man nicht erfährt, was aus solchen Skandalen letztlich geworden ist. Es wäre ja schlimm, wenn derartige Unternehmen einfach so weitermachen könnten, als wäre nichts gewesen.

Ich für meinen Teil boykottiere skandalumwitterte Unternehmen, so gut es geht. Und die Liste ist schon ziemlich lang geworden im Laufe der Jahre und Jahrzehnte.

Das nicht nur datenschutzrechtlich umstrittene Clubhouse

Hoffentlich nur ein kurzer Hype: Clubhouse, das zumindest Anfang 2021 wohl ziemlich angesagt war, ist ein Datenschnüffler sondergleichen, wie man bei Stiftung Warentest im Artikel Gehypte Chat-App plaudert Nutzer­daten aus lesen kann.

Nun gut, ich persönlich nutze diesen ganzen Social-Media-Scheiß sowieso nicht, insofern kann mir das eigentlich egal sein, und wer sich unbedingt ausschnüffeln lassen und sozusagen nackt ausziehen möchte: bitte schön, muss ja jeder selber wissen. Wenn aber Kontaktdaten vom Betreiber des Dienstes ungefragt ausgelesen werden, sogar wenn die entsprechenden Personen dieses bescheuerte Clubhouse selbst gar nicht verwenden, dann sollte so ein Dienst doch aus datenschutzrechtlichen Gründen eigentlich zum Abschalten gezwungen werden.

Und wenn darüber hinaus noch sexistische, rassistische und anderweitig rechtswidrige oder bedenkliche Äußerungen unmoderiert einfach so stehen gelassen werden, dann frage ich mich, warum so ein Dienst nicht großflächig boykottiert wird.

Neuere Meldungen zu dem Thema kann ich leider nicht finden. Hat sich also der Hype gelegt? Vermutlich nicht, leider. Herunterladen kann man die App jedenfalls immer noch, und zwar für iOS und Android (Stand: Juli 2022).