Sack mir, wo die Mühlen sind

Wie 1&1 Kündigungen von Kunden handhabt

2021-04-12 von Torsten in Kategorie Prügel vom Windmühlenflügel

Vor knapp einem Jahr beanstandete ich bei 1&1, dass immer noch eine Gebühr für meinen Router berechnet wurde, obwohl die Geräte nach zwei Jahren ins Eigentum des Kunden übergehen. Der Betrag wurde aus den folgenden Rechnungen auch tatsächlich entfernt. Ein findiger Telefon-Support-Mann – sagen wir mal, überredete mich zu einem Mobilfunkvertrag. Nun gut, ich muss gestehen, dass dafür die monatlichen Kosten meines Vertrages auch angenehm in den Keller gingen.

Doch nun sind sie auf den vorherigen Stand wieder hoch gerutscht, und zusätzlich habe ich also noch die knapp 7 Euro für den Mobilfunkvertrag, den ich gar nicht brauche, am Hals. Denn in meinem Vertrag ist schon Mobilfunk mit drin, wenn auch nicht mit so hohem Datenvolumen. Allerdings surfe ich auch so gut wie nie im Web, wenn ich unterwegs bin, und ebenso wenig telefoniere ich für gewöhnlich außerhalb von zu Hause. Kurz gesagt: ich brauche den aufgeschwatzten Vertrag nicht.

Über den Kundenbereich von 1&1 kann man Verträge online verwalten. Die Möglichkeit zur Kündigung musste ich allerdings ziemlich lange suchen. Hingegen wird man erschlagen von Angeboten, angepriesenen Vertragserweiterungen, Bitten um Weiterempfehlungen und so weiter und so fort. Klar muss so ein Unternehmen Geld verdienen und ihre Produkte und Dienstleistungen bewerben, aber 1&1 macht das – für meinen Geschmack – auf eine etwas zu aufdringliche Art und Weise. Nun gut, die Kündigung greift leider erst zum Mai 2022, ich muss die sieben Euro also noch ein Jahr lang Monat für Monat bezahlen. Und die Kündigung – nun, man kann sie online lediglich vorbereiten.

Nur vorbereiten? Ja, denn man muss, damit die Kündigung wirksam wird, bei 1&1 anrufen. Warum wohl? Na, damit die Call-Center-Mitarbeiter den Kunden möglichst von der Kündigung abhalten oder ihm etwas anderes verkaufen. Aber ich hatte die letzte Akquise ja sozusagen noch gut in schlechter Erinnerung. Diesmal also klare, gerade Linie von meiner Seite aus, und das Gesprächsgegenüber nahm denn schließlich auch die Kündigung entgegen – sehr freundlich, muss ich sagen. Ich hatte allerdings eine oder zwei Minuten lang in der Leitung zu warten, denn der Support-Mitarbeiter holte wohl Rat bei einem Vorgesetzten ein – dessen bin ich mir ziemlich sicher, schließlich habe ich selbst einmal in einem Call-Center gearbeitet und kenne die Abläufe. Wie auch immer, die Kündigungsbestätigung war umgehend in meinem E-Mail-Postfach zu finden. Das lief also gut.

Doch insgesamt, trotz der Freundlichkeit und schnellen Bearbeitung, muss ich sagen, dass ich mit 1&1 längst nicht mehr so zufrieden bin wie am Anfang. Nun gut, wir Kunden wollen natürlich preiswerte Telefonie- und Internet-Verträge haben, und dass da die paar Unternehmen, die es überhaupt nur noch am europäischen Markt gibt, sich in einem furchtbaren Konkurrenzkampf befinden und bei den kaputten Preisen natürlich so viel Zeug wie möglich an jeden einzelnen Kunden verkaufen müssen, ist schon klar. Klar ist aber auch, dass ich nicht gerade ein Großverdiener bin und halt zusehen muss, dass ich hier und da zehn Euro oder so pro Monat einsparen kann, und da muss alles Überflüssige eben weg.

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