Sackmühle

Mehl ins Getriebe

Der mehrfach verwendbare Baumwollbeutel

2019-08-15 von Torsten in Kategorie Prügel vom Windmühlenflügel

»REWE und NABU engagieren sich für den Umweltschutz«, so steht es auf dem Etikett eines Baumwollbeutels, den ich einmal bei REWE gekauft habe, um meine Waren darin nach Hause zu tragen, denn ich hatte keine Tasche dabei. Dass der Naturschutzbund sich für den Naturschutz engagiert, sollte eigentlich klar sein, und dass auch REWE als Lebensmittel-Handelsunternehmen das tut, sollte in der heutigen Zeit selbstverständlich sein und hätte es eigentlich immer schon sein sollen. Aber nein, man hat ja in der Vergangenheit jahrelang fleißig Plastiktragetaschen verkauft.

Dass aber dann auf dem Etikett auch noch der Hinweis steht: »Verwenden Sie unseren Baumwollbeutel einfach mehrfach«, das zeugt von der Dummheit – ja, wessen Dummheit eigentlich? Derjenigen des Verbrauchers, männlich wie weiblich, der oder die nach Jahren des sorglosen Verschwendens von Plastikbeuteln immer noch nicht geschnallt hat, dass man Dinge auch mehrfach verwenden kann? Oder sind die Handelsunternehmen so dumm, die Verbraucher für so dumm zu halten? Wie auch immer – wären Plastiktüten immer schon tabu gewesen, müsste man die Verbraucher vielleicht heute auf die Wiederverwendbarkeit von Tragetaschen aus Baumwolle nicht hinweisen.

Kunden mangelt es aber möglicherweise tatsächlich an kognitiven und intellektuellen Fähigkeiten. Auf dem Wochenmarkt am Kartoffelstand wurde mir vom Verkäufer einmal berichtet, eine Kundin hätte auf eine Plastiktasche bestanden mit dem Argument, einen Baumwollbeutel müsste man ja waschen, nachdem lose Kartoffeln hineingefüllt worden wären.

Aua. Nun, auch Baumwoll-Unterhosen werden dreckig. Die wäscht man in der Waschmaschine. Oder käme jemand auf die Idee, Unterwäsche aus Plastik zu tragen?

2 Antworten zu »Der mehrfach verwendbare Baumwollbeutel«

  1. Ronald sagt:

    Habe kürzlich (ich meine, es war im Ersten „Kurz erklärt“ oder „Schnell erklärt“ oder so im Rahmen der „Tagesthemen) gesehen und gehört, dass gerade Baumwolltaschen die verheerendste Umweltbilanz haben, die auch kaum dadurch aufgewogen werden kann, indem man sie mehrmals benutzt. Selbst die zurzeit so gepriesenen Papiertüten amortisieren sich in der Umweltbilanz erst ab der dritten Verwendung. Aber wer nutzt die schon so oft? Tatsächlich stehen Plastiktüten gar nicht so schlecht da, weil die tatsächlich meist mehrfach benutzt werden. Was aber keineswegs ein Appell für Plastiktüten sein soll!

  2. CeKa sagt:

    Ich fahre in unserem Auto eine wilde Sammlung an Stoffbeutel, Tiefkühltaschen und stabilen Plastikwebtüten in verschiedenen Größen spazieren. Diese Sammlung habe ich seit gefühlt den 90er Jahren und in lediglich verschlissenen Tüten ausgetauschter Besetzung dabei. Wir fahren so unsere Einkäufe „schon immer“ mit dem Einkaufswagen an den Kofferraum heran, packen die Waren um und schleppen dann alles in diesen Tüten und Beuteln in unsere Wohnung. Beim nächsten Gang nach unten werden die Tragetaschen wieder mit hinunter genommen und verstaut. Meine Liebst hat in ihrem Handtaschenersatzrucksack immer zwei Stoffbeutel dabei. Sozusagen für die plötzlich und unerwartet auftretenden Tragenotfälle bei spontanen Einkäufen.

    Diese Handlungsweise ist uns in Fleisch und Blut übergegangen und wir lehnen schon seit Jahren angebotene Plastikbeutel beim Einkauf ab.

    Es ist lediglich eine Frage der Gewohnheit. Also nichts anderes als beim Rauchen, der Darmerziehung und dem Essen.

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