Sackmühle

Sack mir, wo die Mühlen sind

Meine Küchenspinne

2018-04-24 von Torsten in Kategorie Dinkel im Winkel

Ich weiß auch nicht – ich habe bereits jetzt im April schon wieder Spinnen in der Wohnung. Das wäre nicht schlimm, hätte ich nicht eine Arachnophobie.

Diese Spinnenangst ist allerdings inzwischen weniger belastend als in jüngeren Jahren, denn ich habe mich quasi selbst therapiert. Vor Jahren, als ich im Spätsommer oder Frühherbst mit dem Fotoapparat spazieren ging, sah ich an einem Holzzaun neben dem Feldweg wunderschöne Kreuzspinnen. Diese ängstigen mich vom Aussehen her weniger als manche andere Spinnentiere – ich habe die meisten Probleme mit den langbeinigen Arten. Jedenfalls wollte ich diese Kreuzspinnen mit ihrem hübschen Kreuz auf dem Körper gern fotografieren, und ich schaffte es, mit der Hand, die den Fotoapparat hielt, sehr nah an die Tiere heranzugehen, um eben Nahaufnahmen zu machen. Das führte dazu, dass ich auch vor anderen, mir gruseliger erscheinenden Spinnen nicht mehr eine gar so große Angst habe.

Doch in der Wohnung muss ich die Tiere nun wirklich nicht haben. Kleinere, kurzbeinige Tierchen kann ich heutzutage in einem Glas einfangen und sie nach draußen setzen, was in meinen Jugendjahren unmöglich gewesen wäre. Die langbeinigen muss ich allerdings leider nach wie vor töten, falls nicht gerade ein Mensch in der Nähe ist, der sie für mich tierfreundlich aus der Wohnung entfernt. Und seit ein paar Tagen sehe ich immer mal wieder nachts, wenn ich in die Küche gehe und Licht anmache, eine Spinne irgendwo an der Wand sitzen, wohl immer dieselbe. Diese ist nur mäßig groß, eigentlich eher klein, und sie hat nicht diese fiesen langen Beine, sondern eher kurze, wie ein Käfer oder so. Also hält sich meine Angst in Grenzen.

Neulich wollte ich nun, nachdem mir die Methode des Einfangens mit einem Glas ja ein paar Male ganz gut gelungen war, den nächsten Schritt unternehmen und die Spinne, die sich nun im an die Küche angrenzenden Korridor befand, in den Händen fangen, wie ich es mit Lichtmotten mache, und nach draußen setzen. Ich zögerte, aber schließlich gab ich mir einen Ruck, drückte die eine Hand an die Wand unter der Spinne und wollte mit der anderen Hand das Wesen sozusagen schubsen, mit dem Ziel, dass es in meine Hand fiele. Dann wollte ich schnell die andere Hand als Deckel benutzen, sodass das Tierchen im Hohlraum zwischen meinen Händen gefangen wäre und ich es draußen vor der Haustür würde freilassen können. Allein, die Spinne bekam solch einen Schrecken, dass sie sich so plötzlich fallen ließ, dass ich wiederum einen Schrecken bekam und die Hand wegzog. Kurzum, das Tier fiel auf den Boden und ich sah es nicht mehr, vermutlich hatte es sich schnell irgendwo verkrochen.

Einen oder zwei Tage danach sah ich meine Küchenspinne wieder wie gewohnt an einer Wand meiner Küche sitzen. Und irgendwie stört sie mich nun gar nicht mehr so sehr, sodass ich mich bis auf Weiteres entschlossen habe, sie einfach unbehelligt zu lassen. Ich hoffe nur, sie findet irgendetwas zu fressen. Womöglich hat sie jedoch draußen im Garten wesentlich bessere Chancen, Mahlzeiten zu jagen. Also könnte ich ja einen neuen Versuch starten. Hm. Mal sehen.

2 Antworten zu »Meine Küchenspinne«

  1. Anne sagt:

    Eine schöne Geschichte. Der nächste Artikel dreht sich dann um Fütterungstipps. 🙂
    Schönes Wochenende!

  2. Ronald sagt:

    Selten bei Männern! Gegen Spinnenangst gibt es übrigens Therapien, bei denen man irgendwann eine Vogelspinne über seine Hand krabbeln lässt.

    Aber Hausspinnen sind ungemein nützlich, beseitigen sie doch Ungeziefer! Übel sind allerdings diese schwarzen Spring- bzw. Jagdspinnen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das überhaupt Spinnentiere sind. Die sind blitzschnell, sogar dann, wenn man sie erschlagen will, können aber übel zubeissen, wenn man einmal eine nicht bemerkt hat. Mich hat mal eine, die sich auf der Unterseite meines Gartenstuhls versteckt hatte, in die Kniekehle gebissen, ein anderes Mal eine, die sich ein einem Stapel Zeitungen vor der Haustüre versteckte, in die Weichteile zwischen Daumen und Zeigefinger gebissen, als ich eine Zeitung aus dem Stapel ziehen wollte – beide Mal entstanden schmerzende und brennende Schwellungen, in letzterem Fall schwoll die ganze Hand an!

    Und dann gibt es noch diese meist hellbraunen, fast weißliche spinnenartige Tiere, die Kokons an versteckten Stellen bauen. Die sollte man sofort entfernen, sonst hat man die ganze Wohnung voll davon!

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