Wir sind so durch den Wind

Hähnchenbrust und Hämorrhoiden

2018-12-17 von Torsten in Kategorie Der Wind spinnt

Die Fernsehzeitschrift prisma, die ein Mal in der Woche unserer Tageszeitung beiliegt, präsentiert ja das Fernsehprogramm schön übersichtlich, wie ich finde. Und dass sie zur Finanzierung Werbung schaltet, ist auch normal – Treppenlifte zum Beispiel sind zweifelsohne eine sinnvolle Sache für Menschen, die die Treppen in ihrem Haus aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht mehr auf herkömmliche Weise bewältigen können. Die ständigen Anzeigen für Potenzmittel nerven mich da schon eher. Und als Abhilfe gegen alle möglichen unschönen Beschwerden, seien es Altersflecken, Gelenkschmerzen oder was weiß ich, ja, auch Potenz­schwäche, werden homöopathische Mittel beworben – schlimm, insbesondere wegen der hässlichen Bilder, die natürlich nicht fehlen dürfen.

Aber in der Ausgabe Nr. 50/2018 wurde nun der Vogel abgeschossen: Auf Seite 10 wird ein Rezept mit hübschem Foto präsentiert: Hähnchenbrust-Röllchen mit Karotten-Pesto auf Roter Bete. In dieser Form vielleicht nichts für Vegetarier, aber für die Hähnchenbrust gibt es sicherlich pflanzlichen Ersatz. Nur, darauf will ich gar nicht hinaus. Sondern: Links also eine schmackhafte Mahlzeit, und auf Seite 11, bei aufgeklappter Zeitschrift folglich rechts daneben, schreit einen die ganzseitige Werbung für ein – natürlich wiederum homöopathisches – Mittel gegen Hämorrhoiden an.

Rote Bete und Hämorrhoiden

Das muss man sich jetzt mal – ähem – auf der Zunge zergehen lassen: Links ein Kochrezept, rechts eine Arznei gegen juckende Dinger am Allerwertesten. Und das Foto: Da kratzen sich doch tatsächlich vier Menschen am Hintern. Und auch wenn sie natürlich eine Hose oder einen Rock anhaben, ist das doch irgendwie ein wenig unpassend. Die Werbung für ein Zeug gegen Pigment­flecken links neben der Mahlzeit ist ja schon schlimm. Aber dann noch diese abgebildeten Menschen mit der Hand am Popo – igitt.

Na dann: viel Spaß beim Kochen und guten Appetit! Die prisma sollte man dann aber spätestens beim Auftischen des Rote-Bete-Gerichtes ins Altpapier befördern oder sonst wohin – weit, weit außerhalb der Sichtweite jedenfalls. Mahlzeit!

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