Zimbelkraut

2017-06-14 von Torsten

Ich glaube, es war im Mai vor zwei Jahren, vielleicht schon vor drei Jahren, aber jedenfalls im Mai, da kaufte ich einer netten, hübschen Frau beim Tag der offenen Tür in der Naturschule hier vor Ort Zimbelkraut-Samen ab. Ich kannte das nicht, aber sie meinte, es sähe hübsch aus und würde sich so »dahin zimbeln«. Über so eine schwammige Aussage hätte ich mich normalerweise wohl aufgeregt – aber nicht bei dieser Frau. Ich bezahlte also das Saatgut und säte es zu Hause im Garten vor einer Mauer aus, denn diese Pflanze heißt genauer auch Mauer-Zimbelkraut. Sie ist im Volksmund als Mauerblümchen bekannt und hat sehr schöne, wenn auch kleine Blüten in einem Lilaton.

Dieses Zimbelkraut wucherte bald ziemlich schnell, und so grub ich es aus, weil es mir zu viel Platz für meine Kräuter wegnahm, und setzte es woanders hin. Dort ging es ein, aber ein Jahr später war es dafür an der ursprünglichen Stelle wieder da. Faszinierende, hartnäckige Flora, kann ich nur sagen! Ich zeigte es einem Freund, der sich meinen Kräutergarten anschaute, und dieser kannte es und meinte, man könnte es essen, es sei sehr Vitamin-C-haltig. Das hatte mir die nette Pflanzenfrau nicht gesagt.

Zimbelkraut-Salat, Bild 1
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Nun, das Zimbelkraut gehört zu den Wegerichgewächsen und ist wohl tatsächlich ungiftig und essbar – laut verschiedenen Quellen, aber bitte beachtet: Ich bin weder Arzt noch Chemiker noch Botaniker und übernehme keine Haftung, da ich die Richtigkeit der Aussagen, die ich im WWW gefunden habe, nicht überprüfen kann (außer durch Selbstversuch, und da kann ich nur sagen, dass ich bisher noch keine Vergiftungserscheinungen bei mir habe feststellen können).

Jedenfalls habe ich mir neulich einen köstlichen Zimbelkraut-Salat gemacht, weil ich dachte, eine Ladung Vitamin C würde mir doch mal ganz gut tun. Ich habe die frisch gepflückten Blättchen und Blüten gewaschen und mit Balsamico-Essig und Olivenöl angerichtet, und ich muss sagen: Ja, das war schon was! Das Zimbelkraut hat allerdings einen recht bitteren Geschmack. Doch wenn man, so wie ich, öfters frische Kräuter zu sich nimmt, ist man das ja gewöhnt, und ich persönlich mag dieses Bittere eigentlich recht gern. Was ich überhaupt nicht mehr leiden kann, ist diese ständige Übersüßung fast sämtlicher Fertigprodukte, die es so gibt. Bitterstoffe hingegen regen die Verdauung an und helfen gegen Übergewicht.

Zimbelkraut-Salat, Bild 2
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