Wir sind so durch den Wind

Leute, die tausend Sachen schaffen

2016-06-08 von Torsten in Kategorie Dinkel im Winkel

Es gibt ja Männer und Frauen, die tausend Dinge auf die Reihe kriegen: Beruf, Haushalt, Familie, Vereine, Ehrenämter, Sport, Freundeskreis und wer weiß, was noch alles. Ich verstehe das nicht. Der Tag hat doch nur vierundzwanzig Stunden, von denen man acht Stunden pennt und acht Stunden arbeitet; bleiben also nur noch acht Stunden für die anderen Belange.

Hm, na ja, jetzt wo ich das so aufschreibe, merke ich, dass das doch gar nicht so wenig ist. In acht Stunden kann man doch Hobbys und alles Mögliche schaffen, oder? Nur bei mir klappt das irgendwie nicht. Ich habe immer das Gefühl, dass so ein Tag furchtbar kurz ist. Morgens steht man auf, man tut und macht, was so zu tun und machen ist, und – zack! – auf einmal ist schon wieder Abend, so später Abend, dass man ins Bett muss, und man denkt sich: Was habe ich jetzt eigentlich den ganzen Tag so getan und geschafft? Und das fühlt sich bei mir eben immer ziemlich dürftig an.

Prokrastination, das ist es bei mir. Dinge vor sich her schieben. Doch gestern habe ich endlich damit angefangen, alte Musik-Kassetten mit Jazz darauf in den Computer zu überspielen, also zu digitalisieren. Das kann man immer so nebenbei machen und im Hintergrund werkeln lassen. Aber es dauert natürlich ewig. Denn anders als beim Überspielen von digitalen Daten muss man ja hier die Kassetten in Echtzeit ablaufen lassen, also neunzig Minuten pro Band. Was da wieder Zeit bei drauf geht! Aber ich will dieses ganze Zeug endlich mal aus den Schränken und von den Kommoden weg haben. Das ist das Schöne: Eine Festplatte nimmt weniger Platz weg als Dutzende von Kassetten oder gar Tonbändern.

Cassetten digitalisieren

Ja, Tonbänder, auch die habe ich noch. Nur leider kein Tonbandgerät mehr. Mal sehen, wie ich diese Bänder alle digitalisiert kriege. Ist aber zunächst mal egal, jetzt müssen erst mal die Kassetten weg. Da wird sich die Müllverbrennungsanlage freuen. Ich denke, dass dieses Plastikzeug ganz gut brennt. Vielleicht schwelt es aber auch nur giftig vor sich hin. Egal, Hauptsache, Platz in der Hütte!

Aber, um aufs Thema zurückzukommen: Ich bin überzeugt, dass jede andere Person diese Musikbänder schon vor Jahren überspielt und entsorgt hätte und zumindest das nicht mehr im Kopf haben müsste. Na ja, die leiden alle nicht an Aufschieberitis. Andererseits: Fast jeder zweite Deutsche soll zum Aufschieben neigen!

Schreib eine Antwort oder einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit Absenden deines Kommentars erklärst du dich mit der Speicherung deiner Daten einverstanden, siehe https://www.sackmuehle.de/datenschutz/. Deine Daten werden nur benötigt, um dich gegebenenfalls kontaktieren zu können. Sie werden weder an Dritte weitergegeben noch zu Werbezwecken missbraucht. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.