Sackmühle

Sack mir, wo die Mühlen sind

Mürrische Zauberer bereiten giftiges Gebräu für die böse Königin und den Buben

2015-02-15 von Torsten in Kategorie In Mühlen wohl fühlen

In 2012 habe ich etwas lieblos einen Artikel geschrieben, der eigentlich nur dazu dienen sollte, eine Schrift auszuprobieren. Ich hatte aber angedeutet, ich würde vielleicht später einmal mehr über Typografie schreiben. Nun, drei Jahre sind inzwischen ins Land gegangen, und nun könnte ich das alte Thema ja doch endlich noch mal anpacken.

Grumpy wizards make toxic brew for the evil Queen and Jack, so lautet die Überschrift des damaligen Artikels. Was wollen uns diese Worte sagen? Eigentlich gar nichts. Es handelt sich um ein Pangramm; das ist ein Satz, der jeden Buchstaben des Alphabets enthält. Er dient dazu, das Aussehen und die Wirkung einer Schriftart beurteilen zu können. Da es ein englisches Pangramm ist, fehlen natürlich deutsche Umlaute und das Eszett.

Ein anderes englisches Pangramm ist The quick brown fox jumps over the lazy dog. Auch hierin kommen alle 26 Buchstaben vor, und ich hatte auch dieses in den damaligen Artikel eingebaut. Besser als an einem einzigen Satz kann man natürlich die Wirkung und Lesbarkeit einer Schrift beurteilen, wenn man mal einen ganzen Blogartikel in dieser Schrift setzt (als Webfont, versteht sich). Das Problem ist nur: Gute Schriften kosten meistens Geld, und viele der kostenlosen sind einfach minderwertig. Auf den Webseiten der Schriftvertriebe kann man sich zwar oft einen etwas längeren Blindtext anzeigen lassen, sodass eine Vorauswahl ganz gut möglich ist; doch wie gut die Schrift letztendlich zum eigenen Blog oder Webauftritt passt, das lässt sich eigentlich nur beurteilen, wenn man die Schrift eben dort auch einsetzt.

Manchmal ist man dann doch nicht so recht zufrieden. Schade ums Geld, das man eventuell ausgegeben hat. Aber so ist es nun mal. Man muss halt experimentieren. Mit dem Kauf von Kleidung ist es ja ähnlich: Du probierst die Klamotten in der Umkleidekabine an, stellst dich vor den Spiegel, alles prima, gekauft – doch nach dreimaligem Tragen fühlst du dich einfach nicht mehr wohl damit.

So ergeht es mir auch mit der Schrift in der Sackmühle: Eine Zeitlang denke ich, hey, diese Schriftfamilie sieht gut aus, passt, ist stimmig. Aber irgendwann fühle ich mich dann doch unwohl damit. Dann muss man halt etwas anderes ausprobieren.

Typografie ist vielen Menschen egal, sie haben keinen rechten Sinn dafür. Aber Leute vom Fach wissen, wie man Schrift so einsetzt, dass sie auch gut wirkt. Werbeleute wissen, welche Schrift zu welchem Produkt oder zu welcher Dienstleistung passt. Und auch zu welchen Sprachmitteln. Zu einer eher frechen, kecken Aussage gehört eben (in aller Regel) keine Schrift zum Beispiel aus der Jugendstilzeit.

Und zur Sackmühle, was passt dazu? Vielleicht am ehesten eine Schreibmaschinenschrift. So dachte ich mir neulich. Die Grotesk, die ich vorher eingesetzt hatte, hm, die war einfach nicht (mehr) so ganz das Richtige.

Nachtrag: War sie doch. Ich setze sie inzwischen wieder ein.

Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern,
und
zwölf Boxkämpfer jagen Viktor quer über den großen Sylter Deich.

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