Sackmühle

Wir sind so durch den Wind

Deutsch für Anfänger: Mit Lara total überfordert

2015-08-31 von Torsten in Kategorie Der Wind spinnt

»Die Hundefreunde,

ich suche dringend ein neues Herrchen oder Frauchen für die 13 Wochen alte Labbymix Hündin Lara. […] Ihr derzeitiges Frauchen ist mit Lara total überfordert. Wenn Sie Interesse an Lara haben oder nähere Informationen benötigen, dann rufen Sie bitte deren Tochter Frau [xxx] unter [xxx]. […]«

– Aus einer Rundmail

Die Leser der Sackmühle,

ich suche dringend neue Sprachverkorksungen für mein sechs Jahre altes Weblog. Obwohl – so schwer ist es gar nicht, welche zu finden, denn es gibt sie wie Sand am Meer oder wie Hunde im Tierheim. So viele, dass ich damit eigentlich schon total überfordert bin.

Und wenn Sie Interesse an einer Hündin haben, dann rufen Sie bitte deren Tochter an und bellen Sie deutlich ins Telefon.

14 Antworten zu »Deutsch für Anfänger: Mit Lara total überfordert«

  1. Tommy F. sagt:

    Wo ist das Problem? Eventuell Interessierte mögen
    doch bitte die Tochter von Laras überfordertem
    Frauchen anrufen! Steht doch da ganz deutlich!
    Kann man zwar auch anders verstehen, muss man
    aber nicht!

  2. Torsten sagt:

    »Wenn Sie Interesse an Lara haben […], dann rufen Sie bitte deren Tochter« – da wird die Tochter sprachlich eindeutig auf Lara bezogen, was aber die Hündin ist. Das Frauchen wurde ja nicht im selben, sondern im vorigen Satz erwähnt. Also: grammatikalisch falsch. Kein Deutschlehrer würde so etwas durchgehen lassen. Und ich als Sprachenthusiast tue es auch nicht.

    Übrigens stammen die zitierten Sätze nicht etwa von einer Privat-, sondern von einer Geschäftsperson. Man sollte schon ein wenig nachdenken beim Formulieren, meine ich.

    Darüber hinaus wurde die E-Mail auch noch so verschickt, dass etwa zwanzig Absender lesbar für alle Adressaten waren. Noch nicht einmal das BCC-Feld benutzen kann diese unternehmerisch tätige Person.

  3. Tommy F. sagt:

    Grammatikalisch vielleicht schräg, aber dennoch richtig, da sich die Tochter eindeutig auf das überforderte Frauchen aus dem ersten Teil des Vorsatzes bezieht!

  4. Tommy F. sagt:

    Such Dir die beste Version heraus und lösche bitte die anderen! Ich weiß nicht, warum mir der neue Kommentar nicht angezeigt wird und die Kommentarbox sich ganz weit nach rechts ausdehnt!

  5. Torsten sagt:

    Vielleicht, weil du die Anzeige vergrößert hast? Sonst wüsste ich auch nicht.

  6. Torsten sagt:

    Dass man einen Satz versteht, heißt ja noch lange nicht, dass er korrekt ist.
    Ein Relativpronomen kann sich doch nicht auf ein Subjekt (»Frauchen«) im vorherigen, abgeschlossenen Satz beziehen. Oder wie es in Wikipedia heißt: »Der Relativsatz steht in den meisten Fällen direkt hinter dem Bezugswort.« Also bezieht sich »deren Tochter« auf das Dativ-Objekt im selben Satz, nämlich den verdammten Köter namens »Lara«.

  7. Tommy F. sagt:

    Wie würdest denn Du das ausdrücken?

  8. Torsten sagt:

    So, also ich habe gerade mal mit einem Deutschlehrer gesprochen. Er meinte, grammatikalisch (ohne Rücksicht auf den Sinn) sei es im Grunde korrekt. Allerdings ergäbe die Konstruktion der Sätze einen falschen Sinn oder sei missverständlich ausgedrückt – obgleich man als Leser natürlich den Schluss zöge, dass die Tochter der Hundehalterin gemeint sein müsse.

    Kurzum, wir haben es mit einem schlechten Deutsch zu tun.

    Und um deine Frage zu beantworten: Ich hätte es beispielsweise folgendermaßen formuliert:

    »Ihr derzeitiges Frauchen ist mit Lara total überfordert. Wenn Sie Interesse an Lara haben oder nähere Informationen benötigen, dann rufen Sie bitte die Tochter der Hundehalterin an, Frau […]«

  9. Tommy F. sagt:

    Na ja, das steht ja auch genauso da!

  10. Torsten sagt:

    Nein, tut es eben nicht. Aber ich geb’s auf.

  11. Torsten sagt:

    Wenn Sie Interesse an Lara haben, dann rufen Sie bitte deren Tochter

    LARA <— DEREN TOCHTER = Tochter von Lara = Tochter von Hündin

  12. Ronald sagt:

    Ist zwar wirklich schräg formuliert, aber wenn dort tatsächlich steht: „dann rufen Sie bitte deren Tochter Frau [xxx]“ an, dann ist durch das Wort „Frau“ gemeint, dass diese eben nicht die Tochter des Hundes ist.

    Übrigens werden bei mir (Textcodierung Unicode, Firefox 40.0.3, Ubuntu 12.04.5) wieder falsche Trennungen angezeigt: „überf-ordert“, „benötig-en“ und in deinem Kommentar vom 31., 22.30 Uhr „natürl-ich“!

  13. Torsten sagt:

    Ja, natürlich versteht man, dass ein Mensch gemeint sein muss, wenn man jemanden anrufen soll, um Informationen zu erhalten. Jdeer vstehret acuh desien Staz. Und sollen wir deswegen alle so schreiben, oder, bezogen auf den zitierten Text, es in Ordnung finden, wenn jemand sich so unpräzise ausdrückt? Natürlich ist das da oben kein Beinbruch. Aber ich denke, dass diese übertriebene sprachliche Toleranz heutzutage ja gerade zu den Auswüchsen führt, mit denen wir täglich malträtiert werden und wo das obige Zitat zugegebenermaßen eine ziemliche Harmlosigkeit darstellt.

    Außerdem bin ich Sarkastiker, und im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.

    Ronald: Die Silbentrennung teste ich mal unter Linux.

  14. Ronald sagt:

    Interessant: Habe mich gerade bei Windows XP (Textcodierung und Browser-Version wie vorher) angemeldet und sehe dort die Fehler nicht mehr, und der alte Internet Explorer 8 unterstützt überhaupt keine Silbentrennung!

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