Sack mir, wo die Mühlen sind

Hängen geblieben

2013-01-26 von Torsten in Kategorie In Mühlen wohl fühlen

Manchmal bleibt was im Gedächtnis hängen, manchmal man selbst in der Schule, aber manchmal auch ein Blogartikel im Entwurfsstatus. So ist es mit der letzten 2009er-Folge von Mein wildes Leben passiert und mit einem Miniartikelchen. Da die Sackmühle momentan nicht gerade den Wichtigkeitsstatus A in meinem Leben hat, ist mir das auch gar nicht weiter aufgefallen. Heute aber doch, und ich habe diese beiden Sachen nachträglich veröffentlicht. So weit, so gut.

2013 wird sicherlich ein gutes Jahr in so mancher Hinsicht – aber auch für die Sackmühle? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Ich habe nur noch wenig Lust. Ich penne lange, arbeite dafür bis in die Abendstunden und sitze dabei den ganzen Tag am Compi. Aber dann noch private Blogartikel schreiben?

Ja gut, ich mag es ja, Menschen zu unterhalten. Einerseits. Andererseits sind mir Menschen aber auch irgendwie egal. Das ist paradox, das ist ambivalent, das ist verrückt. Ich bin eine Maschine, deren Betriebssystem die installierten Anwendungsprogramme nicht versteht. Ein Organismus. Eine Bio-Maschine, die vielleicht irgendwann einmal völlig Amok läuft. Oder die einfach eines Tages hängen bleibt oder schon hängen geblieben ist, von Geburt an, wenn wir die Konstruktion einmal »Geburt« nennen wollen.

Zurück zur Sackmühle: Sie hatte einmal unter einem anderen Namen begonnen, während einer frustrierenden Lebenssituation, und ist dann zu einer Art Experiment geworden: Wie macht man ein Blog bekannt und beliebt; wie wird es gut per Suchmaschinen gefunden; welche Themen interessieren welche Leserschaft; wie aktuell müssen Artikel sein, um schnell gute Suchmaschinen-Platzierungen zu erreichen; wie lange halten sich Artikel auf den vorderen Suchergebnis-Plätzen; und ist es sinnvoll, auch alte Artikel veröffentlicht zu lassen?

Na gut, das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte: diese ganzen Überlegungen sind letztlich ein Haschen nach dem Wind, und das Beiseitelassen rationaler Überlegungen und stattdessen das emotionale Genießen des Augenblicks während des Schreibvorgangs ist manchmal einfach wohltuend. Und wenn Leserinnen und Leser Kommentare hinterlassen, freue ich mich. Und ich lese manchmal deren Artikel, aus meiner angeborenen Neugierde heraus. Und einige Bloggerinnen und Blogger habe ich im Laufe der Zeit richtig lieb gewonnen.

Ich weiß nicht genau, was wir Menschen sind. Maschinen, Simulationen, Biologische Organismen oder Kreationen Gottes, keine Ahnung. Auf jeden Fall sind wir soziale Wesen. Wahrscheinlich blogge ich deswegen, und wahrscheinlich werde ich es deswegen auf Dauer auch gar nicht mehr sein lassen können.

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