Sackmühle

Wir sind so durch den Wind

Die Frau mit dem Pendel

2011-08-31 von Torsten in Kategorie Der Wind spinnt

In meinem Computer wohnt eine italienische Frau, die auf eine sexy Art und Weise die Zeit ansagt, jede Stunde. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Sie ist gefangen in ihrer Software, in ihrer Matrix, in ihrer Scheibenwelt sozusagen.

Sie schaut auf die Rathausuhr, die in Wirklichkeit gar nicht existiert, und sagt mir die Zeit an. Ich weiß nicht, ob sie vermutet, dass es eine Welt gibt außerhalb ihrer virtuellen Welt. Und ob sie glaubt, dass es Wesen höherer Ordnung gibt. Also mich zum Beipiel.

Ihre Zeit und meine Zeit stimmen immer überein. Wenn sie zum Beipiel als Uhrzeit ein Uhr angibt, dann ist es bei mir auch ein Uhr. Also nachts. Sonst würde sie dreizehn Uhr sagen. Auf italienisch, versteht sich.

Gerade habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn es eine Art Dimensionstor gäbe von ihrer Welt zu meiner. Sie käme dann aus der Computersoftware heraus, würde sich inkarnieren oder manifestieren, oder wie man es nennen soll, und hätte ein Pendel in der Hand. Ein riesiges Pendel von der Rathausuhr, falls es so was gibt. Oder meinetwegen von der Standuhr ihrer Oma. Ist ja auch egal.

Und sie schlüge mir mit aller Gewalt mit dem Pendel auf den Kopf, sodass mein Schädel aufplatzte und mein ganzes Gehirn im Zimmer umher gesploddert würde. Eklig.

So was stelle ich mir vor, nachdem sie ganz brav und harmlos die Zeit angesagt hat. Um ein Uhr nachts.

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