Deutscher Fairness-Preis 2014

2014-10-20 von Torsten

So kann man zweifelhafte Unternehmen freilich auch schön-schminken: nämlich indem das Deutsche Institut für Service-Qualität in Kooperation mit n-tv einen Deutschen Fairness-Preis aus dem Boden gestampft hat.

Bei Fairness denke ich und denken vermutlich viele andere kritische Menschen natürlich an solche Dinge wie fairen Handel, angemessene Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und vielleicht sogar umweltschonende Produktion. Aber – weit gefehlt. Das spielt alles bei dieser Preisverleihung keine Rolle. Sondern einzig und allein die Zufriedenheit des Verbrauchers.

Dann hätte man diesen Preis aber weniger irreführend zum Beispiel als Deutschen Kundenzufriedenheits-Preis bezeichnen sollen. So aber werden Unternehmen, die Kreuzfahrtschiffe betreiben, welche die reinsten Dreckschleudern sind, als besonders fair dargestellt. Oder Online-Druckereien, die so niedrige Preise haben, dass ich gern mal wissen würde, woher die ihr Papier beziehen. Ein Computerhersteller, über den ich gelesen habe, dass er übelste Arbeitsbedingungen in Asien gern in Kauf nimmt, obwohl seine Computer nicht gerade zur Billigware gehören. Ein Online-Versandhaus, das mehrmals schon in der Presse angeprangert wurde, unter anderem wegen schlechten Arbeitsbedingungen.

Ja, es sind auch viele Unternehmen dabei, von denen man derart Schlechtes noch nicht gehört hat. Ich bemängele nur, dass hier der Begriff Fairness für etwas missbraucht wird, was nur einen winzigen Teil fairen – im Sinne von ethischen ­ Verhaltens ausmacht. Eben Kundenorientiertheit.

Quelle: n-tv.de

Zitat der Woche: Wer das Wasser entdeckt hat

2014-10-19 von Torsten

»Ich weiß nicht, wer das Wasser entdeckt hat, aber ganz sicher war es kein Fisch.«
– Marshall McLuhan

Kochkunst

2014-10-15 von Torsten

Meine Kochkünste sind schon enorm. Ich würde mich so als Drei- bis Fünf-Sterne-Koch einordnen. Also, im Minusbereich. Drei bis fünf Minussterne, genau. Denn meine Kochkünste sind enorm schlecht. Was ich koche, schmeckt einfach fies, und manchmal wünschte ich, eine junge, hübsche, nackte Frau würde total leckere Sachen für mich kochen. Bisher waren sie alle angezogen. Oder haben ebenfalls kein vernünftiges Essen zustande gebracht.

Heute allerdings ist mir eine Blumenkohlsuppe auf Mehlschwitzenbasis ganz gut gelungen. Der Nachteil ist, dass Kohl immer so bläht. Morgen werde ich mir wohl lieber wieder ein Nudelgericht zubereiten. Oder ein paar Fertig-Baguettes in den Ofen schmeißen. In der Not frisst der Teufel Fliegen. Ja, der stattet mir tatsächlich bisweilen einen Besuch ab. Und vertilgt die Fliegen, die mich in der Küche immer zu belästigen versuchen. Mein Essen rührt er hingegen nie an. Ich empfinde das als eine Beleidigung. Aber sag so was mal dem feinen Herrn Satan.

Mit viel Liebe gekocht

2014-10-14 von Torsten

Ich will gerne glauben, dass meine Mutti früher für die Familie das Essen mit besten Zutaten, großem Geschick und viel Liebe gekocht hat. Wenn aber auf der Verpackung eines industriell hergestellten Fertigproduktes drauf steht »mit viel Liebe gekocht«, dann ist das einfach eine dreiste Lüge.

Oder sind die Maschinen in einer Produktionshalle etwa der menschlichen Gefühle fähig? Denken sie vielleicht: »Oh, für die netten Menschen, die für so wenig Geld diesen Schlangenfraß kaufen, wollen wir uns aber jetzt mal richtig ins Zeug legen und dieses Massenfutter mit ganz viel Liebe kochen!« Nun, ich glaube, dass es sich eher nicht so verhält.

Aber der ganze Industriefraß wird uns ja immer als hochwertig, natürlich und gesund verkauft. Da gibt es ja nur glückliche Tiere, saftige Wiesen und eine Zubereitung wie zu Großmutters Zeiten. Schon klar.

Und das finde ich die größte Frechheit: dass uns Verbrauchern diese Lügenmärchen aufgetischt werden, als ob wir alle völlig verblödet wären und den Schwachsinn glauben würden. Tun wir nicht, aber kaufen tun wir den Dreck trotzdem. Ich ja auch. Weil es eben weniger mühselig und zeitaufwändig ist als aus frischen Zutaten selbst zu kochen.

Wir leben in einer durch und durch verlogenen, verkommenen Welt. Und manchmal möchte ich einfach nur noch Granaten in so manches Unternehmen schmeißen. Mit viel Liebe natürlich.

Zitat der Woche: Motherboard

2014-10-12 von Torsten

Die Tastatur liegt einsam dort, wenn Vati in der Motherboard.
– Unbekannt

Übermenschliche Kampfleistung

2014-10-09 von Torsten

Gestern nach Feierabend habe ich mal wieder die Menschheit gegen außerirdische Invasoren verteidigt. Irgendwer muss es schließlich machen. Und ich tue es nicht für die Ehre, schon gar nicht für Geld und auch nicht zum Spaß – nein, ich tue es für die Menschheit, um es mal ein wenig pathetisch auszudrücken.

Denn die Aliens wollen doch immer nur das Eine: uns Menschen zu gütigen, sanften und friedlichen Wesen machen. Aber das werden wir uns nicht gefallen lassen, denn was wäre die Welt ohne Bosheit, Hass und Niederträchtigkeit!

Also ballere ich auf die extraterrestrischen Raumschiffe, was das Zeug hält. Und diesmal habe ich meinen bisherigen Highscore weit übertrumpft, wenn auch erst im zweiten Anlauf.

Kurz gesagt: es lief (in der zweiten Runde) super! Natürlich muss man sich schlagkräftige Waffen zulegen und extrem schnell ballern können, sonst hat man keine Chance gegen diese fiesen, hässlichen Angreifer. Aber ich bin eben der richtige Mann für diese Aufgabe. Durch jahrelange Übung und vielleicht auch ein bisschen angeborenes Talent bin ich zu einem Helden geworden.

Ja, ich bin schnell, zielsicher und absolut gnadenlos. Selten verliere ich die Nerven, denn das endet meist tödlich. Man muss stets konzentriert, gelassen und bisweilen auch geduldig bleiben. Allein durch wilde Aggression kannst du den Feind nicht besiegen. Man muss auf die richtigen Momente warten können, um durch die feindliche Linie zu brechen und aus vollem Rohr zu ballern. Und dann heißt es: schnell sich wieder zurückziehen, denn der nächste Protonen- und Laserhagel des Feindes kommt bestimmt.

Ein kleines bisschen stolz bin ich schon, das muss ich gestehen. Ja, ich kann heute wirklich sagen: ich verfüge über eine schier übermenschliche Kampfleistung. Natürlich lobt mich niemand, weswegen ich es selbst tun muss. Denn, so wie dich im Weltraum niemand schreien hört, so ist auch gewöhnlich niemand da, um dich zu loben.

Ja, man ist einsam da draußen.

Welttierschutztag im Lenneper Tierheim

2014-10-07 von Torsten

Welttierschutztag im Lenneper Tierheim
(Aufs Bild klicken zum Vergrößern)

In allen Erdteilen denken die Menschen im Oktober 2014 ganz besonders an die Tiere; Wesen aus Fleisch und Blut, mit einer Seele, sowie Angst- und Glücksgefühlen. Der Tierschutzverein für Remscheid und Radevormwald e.V. lädt aus diesem Anlass alle Tierfreunde am

Sonntag, 12. Oktober
von 11 bis 17 Uhr

ins Tierheim an der Schwelmer Straße in Remscheid-Lennep ein, ein paar schöne Stunden mit Gleichgesinnten zu verbringen. An Überraschungen hält der Verein bereit:

  • Eine Such-Hunde-Staffel
  • Köstliche Bio-Grill- und Currywurst am Salatbuffet
  • Einen neu arrangierten Basar im Zirkuswagen
  • Frische Waffel-Variationen von der Lenneper Waffelbäckerei
  • Selbstgebackenen Kuchen und frisch gebrühten Kaffee in der Cafeteria
  • Eine christliche Tiersegnung (14 Uhr)

Der Erlös aus dem Verzehr dieses Angebotes kommt ausschließlich dem Tierheim zugute!

Tierschutzverein für Remscheid und Radevormwald e.V.
Verein zum Schutz der Tiere und Natur • seit 1886
Schwelmer Straße 86 • 42897 Remscheid
www.tierheim-remscheid.de

Der Tag des Eis

2014-10-06 von Torsten

Für alles Mögliche gibt es ja einen Tag: Tag der Frau, Tag des Kindes, Tag des Tieres, Tag der deutschen Wiedervereinigung und so weiter und so fort. Das ist ja alles schön und gut und sinnvoll. Aber es geht auch in wahnsinnig: Laut Netto-Prospekt ist der zehnte Oktober der Tag des Eis, also des Eies. Da hatte ich noch nie etwas von gehört.

Aber nun gut, wenn es diesen Tag halt schon mal gibt oder er vielleicht auch nur von Netto erfunden worden ist, dann kann man daraus doch auch gleich eine schöne Verkaufsaktion machen: vom Eierlikör angefangen bis zum Sechserpack Bio-Eier ist alles dabei. Super! Als Verbraucher wird man doch gern daran erinnert, was es alles für tolle Lebensmittel gibt.

Natürlich findet man in solchen Lebensmittel-Prospekten auch immer mal wieder ganze Wochen statt nur Tage, zum Beispiel eine italienische Woche, eine polnische, griechische und und und. Landestypische Lebensmittel gibt es da – nicht unbedingt, möchte ich meinen. Denn es sind doch sowieso alles industriell gefertigte Massenprodukte, die mit Klischees spielen und nicht wirklich so schmecken, wie, sagen wir mal, eine polnische Frau das Essen kochen würde.

Doch zurück zu den Tagen: Ich frage mich, was als nächstes kommt. Ein Tag der Massentierhaltung, das wäre doch mal was Aufrüttelndes. Wo Fotos von eng gedrängten Hühnern mit gebrochenen Beinchen oder Schweine mit abgeschnittenen Schwänzen gezeigt werden würden. Oder ein Tag des Bolzenschussgerätes. Aber viele Verbraucher empfinden es ja schon als unverschämte Bevormundung, wenn die Grünen einen Tag der Woche zum vegetarischen Tag machen wollen. Dann doch lieber ein Tag des Eies oder des Schnitzels.

Schnitzel … hm … warum gibt es eigentlich noch keinen Schnitzellikör? Wäre das nicht mal ein schönes, innovatives Nischenprodukt, das sich ganz schnell zum Kassenschlager entwickeln könnte?

Der Hund

2014-10-06 von Torsten

Der fremde Hund, der vor der Terrasse des Cafés saß, wo wir eine Erfrischung zu uns genommen hatten, war völlig entspannt und regte sich überhaupt nicht auf, als ich mich kurz zu ihm gesellte und auf die Stufen setzte, kaum einen halben Meter von ihm entfernt.

Und solche Hunde mag ich. Aber ich hasse diese kleinen, fiesen Kläffer, die einen frech anbellen, wenn man es wagt, auch nur in gebührender Entfernung am Grundstück ihres verfluchten Herrchens oder Frauchens vorbei zu gehen.

Dieser Hund hier aber war gänzlich unaufgeregt, absolut lässig, er nahm eigentlich kaum Notiz von mir, und so saß ich friedlich auf den Stufen, und er lag friedlich einen halben Meter oder so von mir entfernt, und in diesen wenigen Minuten war für mich, und vermutlich auch für den Hund, die Welt völlig völlig

in Ordnung.

Maschinen

2014-10-06 von Torsten

Was kann ich der Welt geben
Solange ich noch lebe
Was kann ich Sinnvolles tun
So frage ich mich

Und jedem verfickten Volksfest
Folgt ein Höhenfeuerwerk
So stelle ich fest und es
Nervt mich und es kotzt mich an

Und ich sitze an meinem Personal-Computer
Und denke: Wenn Gott die Computer
Erschaffen hat, dann hat er sie
Auf jeden Fall zu langsam gemacht

Und ich fühle mich wie eine Maschine
Ich fühle mich wie von Gott erschaffen
Ich fühle mich zu langsam zu wenig
Lebendig zu menschlich zu schlapp