Der Bachelor: Wieder drei Damen weniger

2012-01-27 von Torsten

Nun waren es nur noch zehn Damen, von denen wiederum am Ende drei abreisen mussten, und einige von den zehn haben sich ordentlich gezofft. Wie kann man denn auch so blöd sein und quasi im Rudel um die Gunst eines Typen buhlen. Also, Mädels, mein Tipp als Feminist: Macht selbst was aus eurem Leben und scheißt auf die Männer.

Warum schaue ich mir aber eine so sinnfreie Sendung an? Ich weiß es nicht. Weil ich bescheuert bin? Ja, denn die Menschheit ist bescheuert und ich bin ein Mensch und daher bin ich zwangsläufig bescheuert. Und verschwende gelegentlich meine Zeit.

Aber was wäre denn nicht eine Verschwendung von Zeit? Soll man, kann man denn immer nur arbeiten bis spät in den Abend hinein? Nein, ich denke nicht. Ich will mir einfach auch mal ein wenig Ablenkung, ein wenig Amüsement gönnen. Und immer Computerspiele sind auch stupide, da ist ein gelegentlicher Fernsehabend doch eine gute Sache.

Also, kurz gesagt: Mir ist das so was von egal, welches Mädel jetzt mit dem Paul zusammenkommt. Ich will nur sagen können: Hey, Leute, ich schaue mir auch total doofe Sendungen an, ich bin nicht elitär, ich bin nicht extraordinär, nein, ich bin einer von euch, ein Teil der großen verf***ten

Scheißmassengesellschaft.

Levitation

2012-01-27 von Torsten

Neulich im Traum ging ich auf ein Gebäude zu. Draußen am Gebäude war etwas, das wie ein Schaukasten aussah und meine Neugierde weckte. Ich blickte hinein und war erstaunt, ein christliches Kreuz in dem Schaukasten zu sehen.

Ich ging in das Gebäude hinein und fand mich in einem Raum wieder, der eine quadratische Grundfläche hatte und dessen Höhe wohl auch gleich der Seitenlänge des Bodens war. Ein Kubus also, ein Würfel. Hinter mir schloss sich die Tür, ich war gefangen.

Trotz der kubischen Form wirkte der Raum sakral, und er war mit bordeauxroter Farbe ausgestattet. Dieses Dunkelrot wirkte sehr majestätisch. Schließlich begann ich zu schweben, zu levitieren.

Das kam mir komisch vor, und ich merkte, dass ich träumte. Daraufhin wachte ich auf.

Ich fragte mich später, warum Kirchen, Moscheen, Tempel niemals als Kubus gebaut worden sind. Immer sind sie kreuz-, quader- oder zylinderförmig, haben einen blödsinnigen Turm, wenn nicht sogar mehrere, oder eine Kuppel. Und stets diese ganzen doofen Fenster, mehr oder weniger bunt. Ein Würfel ohne Fenster und nur mit einem halbtransparenten Deckel wäre doch genauso heilig.

Eine Bauhauskirche. Schwer und klotzig und erdgebunden.

Darin könnte ich mich wohlfühlen. Darin könnte ich wohl schweben.

Heute verändern wir die Welt

2012-01-27 von Torsten

Heute verändern wir die Welt.
Wir sitzen nackt im Eisregen.
Im Eisregen.
Im Eisregen.
Heute ein König.

Ich will die Kategorien wiederhaben.
Versteinert im Park.
Gertrude Stein und ich.
Im Park.
Experimente auf Eis.

Vesteinert.
Vereist. Krank.
Bacteriae.
Faster, pussycat, kill, kill.
Im Eis. Im Regen.

Der Bahnsteigläufer

2012-01-25 von Torsten

Wenn man so auf dem Bahnsteig steht und in Gedanken versunken ist – mögen es fröhliche oder traurige Gedanken sein – so will man gern seine Ruhe haben. Neulich stand ich so gedankenversunken auf dem Bahnsteig, und es waren keine lärmenden Jugendlichen zugegen und keine besoffenen Alten. Alles angenehm ruhig.

Aber Menschen können einen auch nerven, wenn sie keinen Krach machen. Sondern wenn sie ständig einfach nur an einem vorbei laufen. Und genau das tat ein älterer, schlanker Herr.

Ich weiß nicht, was ihn dazu bewog, immer wieder von einem Ende des Bahnsteigs zum anderen zu laufen und wieder zurück, hin und her, her und hin, zum einen Ende und zum anderen und wieder umgekehrt und ständig so weiter. Und immer wieder kam er aus der einen oder aus der anderen Richtung näher und näher, bis er schließlich jedesmal schön dicht an mir vorbei latschte.

Also schön, es ist ja sein gutes Recht, in der Öffentlichkeit auf und ab zu gehen. Er quatschte mich ja nicht an und verhielt sich auch sonst absolut friedlich und lautlos. Ein völlig harmloser, vielleicht sogar sehr netter Mitbürger, wer weiß.

Aber trotzdem.

Es hat mich einfach genervt.

Die Sackmühle soll positiver werden

2012-01-24 von Susanna

Heute schreibe ich, die Mürrische Susanna, mal einen Artikel, weil Torsten momentan so wenig Zeit hat. Oder zumindest glaubt er, wenig Zeit zu haben. Es gilt ja heutzutage als schick, wenn man so furchtbar geschäftig tut und angeblich immer im Stress ist.

Jedenfalls hat er die depressive Phase überwunden oder glaubt, sie überwunden zu haben, oder erzählt einfach nur rum, er habe sie überwunden. Ist mir eigentlich auch egal; aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, was er denn dann so schreiben will. Wir dürfen gespannt sein.

Leichte Kost, die keinem weh tut oder was. Na ja, die Welt braucht das, was die Welt nicht braucht. Paradox, gell? Die Menschheit ist eben verrückt. Neil Postman schrieb schon in den Was-weiß-ich-was-Jahren, dass wir uns zu Tode amüsieren. Nun ist Deutschland nicht Amiland, aber wenn ich mir so das Fernsehprogramm anschaue … meine Fresse. Über mangelnden Unterhaltungsscheiß bis hinab in die untersten und peinlichsten Kategorien kann man sich nicht beklagen.

Sprachlich gehobene und dabei witzige Unterhaltung würde der Sackmühle gut zu Gesicht stehen, meint Torsten. Wenn er darauf aus ist, viele Leserinnen und Leser zu haben – na gut, soll er mal machen. Ich lache ja auch ganz gern mal ab und zu. Man darf es halt nur nicht übertreiben, finde ich, mit dem Amüsement. Alles zu seiner Zeit und alles in Maßen.

Juchhe und holladiho.

Kann man den Medien glauben?

2012-01-22 von Torsten

Wieviel von den ganzen Nachrichten, Meldungen und Berichten in den Medien kann man eigentlich glauben? Wie gut oder schlecht wird recherchiert? In welcher Weise wird versucht, das lesende oder fernsehende Publikum zu manipulieren? Passen die Fotos immer zu den Nachrichtentexten? Werden vielleicht Zusammenhänge suggeriert, die es so nicht gibt? Werden Zitate aus dem Zusammenhang gerissen? Wird etwa sogar gelogen, nur um gute Absatzzahlen zu erzielen?

Und wer kontrolliert die nicht immer glaubwürdigen Aussagen in Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet? Einige wenige gibt es, die das tun. BILDblog zum Beispiel ist ein Weblog (genauer: ein Watchblog), das Falschinformationen aufspürt. Nach eigenen Aussagen ist BILDblog

ein unabhängiges, journalistisches Internetangebot, das sich seit Juni 2004 kritisch mit der deutschsprachigen Presselandschaft auseinandersetzt — zunächst nur mit »Bild«, »Bild am Sonntag« und »Bild.de«, seit Mai 2009 auch mit anderen Medien.

Ganz schön interessant und ziemlich erschreckend, welche gravierenden Fehler dem Sensations-Journalismus (aber nicht nur dem) unterlaufen können.

Zwanzig magische Rituale zur Wunscherfüllung

2012-01-19 von Torsten

»20 magische rituale zur wunscherfüllung«, auf diesen Suchbegriff stieß ich heute in meiner Blogstatistik. Hallo? Geht’s noch? Wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert, nicht im dreizehnten.

Ich würde statt über Magie mal lieber über Ursache und Wirkung nachdenken. Also, Ursache: Fleiß, gute Ausbildung, hervorragende Leistungen, freundliche Ausstrahlung, Ehrlichkeit, persönliche Authentizität und vieles weitere mehr; und Wirkung: Erfolg auf verschiedenen Ebenen, gutes Einkommen, Erfüllung materieller und ideeller Wünsche.

Ich bin ein wenig besorgt. Denn wer solche Suchanfragen wie die oben zitierte stellt, ist ein leichtes Opfer für Sekten, Gurus und dubiose Esoterik- und Erfolgsgeheimnis-Heinis.

Körper

2012-01-19 von Torsten

Ich kann während des Lebens niemals aus meinem Körper hinaus, ich kann niemals jemand anders sein, ich kann niemals nicht ich sein. Nicht-Ich. Ich bin gefangen. Mein Gehirn zeigt mir eine subjektive Welt. Ich kann niemals objektiv sein. Ich kann niemals allgemein sein, ich kann immer nur spezifisch sein. Ich kann niemals ein anderer Mensch sein oder ein Tier oder eine Pflanze oder ein Gott. Es gibt keine Diskontinuität. Höchstens im Traum. Deswegen mag ich die Träume. Und wenn es eine Diskontinuität, eine Unterbrechung der inneren Erfahrungswelt, im Wachleben gäbe, wäre sie geistige Krankheit. Oder würde zumindest als solche interpretiert werden.

Ich gehe immer nur vorwärts in der Zeit, niemals zurück. Ich werde niemals jünger oder erlebe schon Erlebtes noch einmal, ganz genau so, in allen Einzelheiten identisch. Die Route ist vorgegeben, es gibt keine Umkehr, keine Abzweigung, keinen Rundweg. Ich steuere auf den Tod zu, und es gibt nichts, nichts, nichts, was ich dagegen tun könnte.

Scheiß-Körper. Die Menschen sehnen sich nach einer etwas körperloseren, nach einer etwas feinstofflicheren Welt, nach einem Himmel. Nach einem Himmel.

Und ich weine wie ein Baby, ich schreie wie ein Vogel, ich heule wie ein kleiner Junge oder ein verletztes Tier, ich sterbe Jahrzehnte lang, jämmerlich langsam, auf einer Einbahnstraße.

Ich schrie niemals heraus, was ich brauche. Ich brauche deine Negativität. Aber alle meine Freundinnen waren fröhlich. Ich habe immer nur fröhliche Menschen um mich.

Ein Orchester spielt so furchtbar laut und keine Tränen kommen aus meinen Augen und ich träume von meinem Tod in irgendeiner Zukunft oder irgendeiner Vergangenheit, bis der Schlaf über mich fällt.

Leiden

2012-01-19 von Torsten

Ein Freund von mir ist zur Zeit sehr traurig, weil das Leben seines Hundes langsam zu Ende geht. Mir tut das auch sehr Leid. Und ich weiß, dass ich niemals mehr mit dem Hund herumtollen werde wie vor ein paar Jahren im Garten, als wir um ein altes Handtuch kämpften und dieser kräftige, große Bursche mich total aus dem Atem brachte.

Mein Freund sieht es genauso wie ich: Es ist schön, Fröhliches zu erleben, aber man muss eben auch fähig und bereit sein, das Schlimme und Traurige zu ertragen, weil es einfach unvermeidbar ist. Unsere Persönlichkeit entwickelt sich gerade durch die schwierigen Phasen, die man durchmacht.

Trotzdem ist anscheinend der Mensch kaum fähig, mit all dem Schlechten in der Welt zu leben. Wir leiden unter Krankheit, Trennung, Tod, Alter, Katastrophen, Kriegen, Hass und anderen unschönen Dingen. Vermeidung all dessen ist schlecht möglich.

Und deswegen ist so ein Schwachsinn wie ein Jenseits, ein Himmel, ein Weiterleben nach dem Tod erfunden worden. Dabei wäre es so einfach, das menschliche Leid zu vermeiden.

Die Menschheit müsste einfach nur aufhören, sich fortzupflanzen.

Manipulation

2012-01-18 von Torsten

Sabine frug (okay, heute sagt man: fragte) neulich, wie man denn zum Beispiel beim Einkaufen beeinflusst werde.

Aber ich fange mal von vorne an. Das Wort Manipulation kommt aus dem Lateinischen/Französischen und bedeutet ursprünglich: Hand- oder Kunstgriff. Heute meint man damit eher die Steuerung einer menschlichen Verhaltensweise oder das Drängen in eine bestimmte Richtung.

Für mich ist das erst einmal wertfrei, denn wir alle manipulieren unsere Mitmenschen, oft auch unterbewusst. Ich behaupte, dass eine Kommunikation ohne Beeinflussung gar nicht möglich ist. Kindeserziehung ist Manipulation, eine Liebesbeziehung ist oft stark von Steuerungsversuchen des Partners oder der Partnerin geprägt, und auch unter Freunden versucht jeder, den anderen zu beeinflussen. Gerade bei banalen Dingen, wie etwa, in welchen Kinofilm man denn gehen soll. Und jeder versucht, seine Mitmenschen so zu steuern, wie er meint, dass sie »funktionieren« sollten.

Besonders diskutiert wird Manipulation allerdings meistens im Zusammenhang mit Verkaufsbemühungen von Verkäufern oder in Bezug auf Konzerne, die natürlich Werbung machen, um ihre Waren oder Dienstleistungen zu verkaufen. Und das wird immer als furchtbar »böse« angesehen. Ist es aber nicht. Auf der Werbung und dem daraus resultierenden Verkauf von Gütern basiert schließlich unsere Wirtschaft und darauf wiederum basiert unser Wohlstand.

Aber wie werden wir beeinflusst? In den sechziger Jahren war Werbung an die Ratio, also an den Verstand gerichtet. Da wurden viele Erklärungen über die Funktionalität und technische Qualität der Produkte abgegeben.

Heute packen sie uns an unserer Gefühlswelt. Ein Auto ist eben kein Kasten voller Technik, sondern fast ein Lebewesen. Zwischenzeitlich war es mal ein wildes, schnelles und geschmeidiges Tier, eine Wildkatze etwa. Heute, in 2012, ist es ein menschliches Wesen, das einem Sicherheit gibt, mit dem man zärtlich umgeht, das man streichelt. Beobachte mal, wie zärtlich in der Automobilwerbung über die glänzenden Oberflächen gestreichelt wird. Das ist Emotionalität pur. Das ist Sex. »Sex sells«. Ja, Werbung ist sexy.

Andere Bedürfnisse, die eher auf der Gefühlsebene als dem rationalen Denken basieren und auf die die Werbung abzielt, sind zum Beispiel: Sicherheit, Attraktivität, Wohlbefinden, Gemeinschaft, Gesundheit, Lebensfreude, Freundschaft.

Daneben gibt es noch Werbung für Schnäppchenjäger, die immer sehr reklameartig, übertrieben bunt und im wahrsten Sinne des Wortes »billig« daher kommt. Ein schlecht animiertes blaues Schwein, ein sich laut artikulierender Mann mit doofem Filzhut, saublöd aussehende und noch blöder sprechende Stofffigur-Piloten im Cockpit. Hochpreisige Artikel wie Automobile werden dagegen auch sehr hochwertig beworben.

Doch zurück zur Manipulation. Wieso wirkt emotionale Autowerbung, um beim Beispiel von vorhin zu bleiben? Weil uns die Technik eigentlich nur am Rande interessiert. Wir wollen mit der neuen Schüssel angeben, wir wollen uns sicher, sportlich, jung, dynamisch oder was weiß ich, was sonst noch fühlen. Fühlen!

Manipulation läuft über die Gefühlswelt ab. Wenn man das durchschaut, wenn man sich also seiner eigenen Bedürfnisse und der damit verbundenen negativen oder positiven Gefühle bewusst ist, schützt einen das weitgehend vor Manipulationen.

Nun, ich persönlich finde es nicht wirklich schlimm, wenn man sich Dinge kauft, die einem ein gutes Gefühl verschaffen, solange man es sich leisten kann und es niemandem schadet. Gut, Umweltprobleme im Zusammenhang mit Produktion, Vertrieb und Transport könnte man hier diskutieren. Dennoch: schlimmer als manipulative Werbung finde ich eine Masse, die sich politisch manipulieren lässt, ohne es zu bemerken. Siehe Drittes Reich. Und das lief auch über die Gefühlsschiene!

Da lasse ich mir lieber ein wenig Fernsehwerbung gefallen …