Zehntausend Euro im Monat verdienen

2014-10-29 von Torsten

Und wieder einmal habe ich eine dieser Schwachsinns-Websites entdeckt, wo einem mal wieder das schöne Märchen erzählt wird, dass man 10.000 Euro im Monat verdienen kann.

Nicht, dass es keine Menschen gäbe, die so viel Geld verdienen. Aber im Regelfall wird das nicht dadurch verdient, dass man quasi nebenher ein »automatisiertes System« für sich rödeln lässt. Doch laut einem Menschen, der sich Frank Neumann und außerdem Trading Experte nennt, funktioniert gerade das. Denn »momentan benutzen 21 Mitglieder aus Velbert« sein grandioses »automatisiertes System und haben heute 31.716 € verdient«.

Angesprochen fühle ich mich trotz dieses guten Verdienstes (immerhin rund 1500 Euro, umgerechnet auf eine Person) nicht, denn ich wohne und arbeite ja leider nicht in Velbert, sondern in Remscheid. So ein Pech aber auch. Hätte da »Remscheid« gestanden, dann hätte mich das überzeugen können und ich hätte mich sofort für diese Wahnsinns-Verdienst-Möglichkeit angemeldet. Und warum auch nicht – wenn doch schon so viele andere erfolgsorientierte Menschen damit gutes Geld verdienen, dann muss es doch eine fantastische Gelddruckmaschine sein!

Herr Neumann ist eben ein netter, warmherziger Mensch, der gern verzweifelte oder geistig umnachtete oder besonders geldgeile Personen an seiner Goldgrube teilhaben lässt. Das finde ich gut.

Doch weil das alles Schwachsinn und Volksverdummung ist (meiner Meinung nach), gibt es dafür die beliebten, gefürchteten Prügel vom Windmühlenflügel. Und natürlich keinen Link auf die bekloppte Website.

Penny will zurück zur Natur

2014-10-28 von Torsten

Der Lebensmittel-Discounter Penny hält es für einen »großen Schritt nach vorn, zurück zur Natur« zu gehen. Gleichzeitig wird der Verbraucher aufgeklärt, es sei nicht notwendig, dass dieser selbst »raus aufs Feld« müsse. Das ist prima, denn Massen von Automobilen auf den Feldern statt auf den Parkplätzen der Supermärkte wären irgendwie nicht gut.

Doch was ist mit der neuen Werbung gemeint? Nun, es bedeutet, dass Penny jetzt verstärkt Bio-Produkte in seine Regale packt. Tja, dass Penny sich so fortschrittlich mit seinem Warenangebot gibt, das wird besonders die kleinen Biohändler freuen. Boten Bioläden bisher noch so ziemlich die einzige Möglichkeit für kleine Gewerbetreibende, auf selbstständiger Basis Lebensmittel zu verkaufen, so dürfte das wohl bald Vergangenheit sein. Denn nachdem vor einigen Jahrzehnten die sogenannten Tante-Emma-Läden von den Ketten systematisch kaputt gemacht – im Sinne von vom Markt gedrängt und zur Aufgabe gezwungen – worden sind, dürfte dasselbe Schicksal wohl nun bald den Bioläden bevorstehen.

Klar, Penny, und wie sie alle heißen, haben Biozeug nur nach EU-Öko-Verordnung und nicht zum Beispiel nach den viel strengeren Demeter-Richtlinien, aber egal, die Kunden kennen den Unterschied eh nicht. Hauptsache, billig, und das möglichst ohne schlechtes Gewissen.

Die Oligopolisierung zieht sich durch so viele Branchen: immer weniger und immer mächtigere Großkonzerne gewinnen in ihren Sparten die völlige Marktmacht; KMU, also kleine und mittelständische Unternehmen, gehen mehr und mehr vor die Hunde. Und das, was wir gerade erleben und was vermutlich nur wenigen Bürgern auffällt, ist nur der Anfang. Freihandelsabkommen im großen Stil dienen ja auch nur den Interessen der globalen Großkonzerne. Wirtschafts­wissen­schaftler und mittelständische Unternehmer erkennen das, nur unsere Politiker nicht. Oder geben es nicht zu, dass sie es zwar erkennen, aber ganz bewusst nach der Pfeife der Raubtiere tanzen. Statt umgekehrt. Und wenn diese ganzen kapitalistischen Auswüchse nicht endlich gestoppt werden, dann kann man wohl bald nicht mehr von Demokratie und Freiheit sprechen, sondern eher von einer Diktatur der Großkonzerne.

Aber das Volk schläft schön sanft und wählt immer wieder gerade die Parteien, die den Niedergang fördern und sich um Transparenz herum drücken. Parteien, denen das Wohl der riesigen Masse der nicht so gut situierten Menschen egal zu sein scheint, das Wohlergehen der wenigen sehr, sehr, sehr reichen Bonzen hingegen stark am Herzen liegt. Parteien aus der Hölle. Aber egal. Legt euch wieder hin, Leute. Immer schön Augen zu und Decke übern Kopf.

Tier im Fokus

2014-10-28 von Torsten

Ich habe kürzlich eine Website entdeckt, wo sich alles um den Tierschutz dreht: Tier im Fokus (TIF). Nach eigener Aussage tritt TIF für die Rechte, die Würde und den Schutz aller Tiere ein, kümmert sich um Patentiere und fördert den Veganismus. Hübsch gestaltet, übersichtlich und mit wissenswerten Beiträgen!

Horror-Fledermaus

2014-10-28 von Torsten

Ich liege hier im Bett und versuche, mittels eines kleinen Computers, also eines Subnotebooks oder wie auch immer so ein Dings sich nennt, zu bloggen. Es ist nicht wirklich bequem. Ich hatte es mir komfortabler vorgestellt. Aber ich bin wohl eher der Schreibtisch-Blogger-Typ.

Jedenfalls, ich hatte vor, über Vampirfledermäuse und Vampire und so ein Horror-Zeug zu schreiben, weil ich Horror einfach gut finde. Aber, wie gesagt, ich finde es hier nicht wirklich bequem, vertippe mich ständig und bin etwas angenervt und denke so bei mir, dass es vielleicht irgendwie lässiger wäre, einfach nur zu pennen.

Aber egal, ich bin ein total disziplinierter Typ und ziehe diese Bloggerei jetzt einfach durch.

Also, mir kam vorhin so in den Sinn, dass es ja jederzeit passieren kann/könnte, dass plötzlich so eine Vampirfledermaus voll durch die Fensterscheibe meines Schlafzimmers kracht und versucht, mir in den Hals zu beißen, um an mein vergammeltes Blut zu kommen. Das würde mir sehr missfallen, und so überlege ich, was man tun kann, also wie man sich schützen kann.

Ich glaube, so eine Art sprachgesteuertes Elektrogitter um mein Bett herum wäre eine gute Sache. Wenn ich in die Pofe gegangen bin, sage ich: »Hochspannung aktivieren!«, und schon bin ich geschützt. Fliegt dann so ein trotteliges Horror-Viech dagegen, weil es meint, mich aussaugen zu müssen, wird es auf der Stelle gegrillt. Man kennt so was in der Art als Schutz gegen Insekten, aber Insekten sind ja uninteressant, die tun einem Menschen ja kaum was.

Nun ja, das ist bestimmt teuer, sich so was installieren zu lassen, und wenn ich es recht bedenke, bin ich ja noch nie von einer Horror-Fledermaus angegriffen worden, und vielleicht versuche ich jetzt einfach mal, meine Angst abzubauen und völlig ungeschützt mich schlafen zu legen.

Falls ich überlebe, blogge ich bald wieder. Gute Nacht, Freunde!

Herb, herber, herbst

2014-10-22 von Torsten

Nun zeigt sich der Herbst doch noch von seiner fiesen Seite, und das finde ich herb. Ich habe letzte Nacht sogar von Schnee geträumt. Ja gut, ich habe auch von einem fetten Busfahrer geträumt, von Fahrgeld, das mir fehlte, von einer Tastatur, die ich auf der Straße mit mir herum schleppte, und von einem beginnenden Gottesdienst, vor dem ich schnell noch geflüchtet bin. Aber das mit dem Schnee war das Fürchterlichste.

Doch zurück von der Traumwelt und hinein in die Realität! – War vor kurzem noch das schönste Sonnenwetter, so herrscht jetzt das ekligste Regenwetter. Und wie kalt es dabei geworden ist! Letztens schien die Sonne noch so schön auf die Schiefer, sodass es in meiner Wohnung (Südseite) noch richtig angenehm warm wurde. Gestern konnte immerhin mein Computer mein Arbeitszimmer durch seine heiße Abluft noch wärmen. Aber heute? Pustekuchen! Ich werde wohl oder übel bald die Heizung anmachen müssen. Und was ist schon Heizungswärme gegen eine wunderbar von der Sonne gewärmte Wohnung!

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich jetzt schon das nächste Frühjahr herbei sehne. Vielleicht wird es im April schon richtig warm sein. Die Sonne wird durch die neuen, frischgrünen Blätter scheinen. Ich werde mit dem Fotoapparat am Gürtel spazieren gehen und herrliche Gegenlichtaufnahmen machen. Ich werde aufblühen, so wie die Natur es tun wird.

Aber bis dahin dauert es noch fünf Monate. Ich weiß nicht, wie ich das überstehen soll. Wie habe ich es bisher immer geschafft?

Deutscher Fairness-Preis 2014

2014-10-20 von Torsten

So kann man zweifelhafte Unternehmen freilich auch schön-schminken: nämlich indem das Deutsche Institut für Service-Qualität in Kooperation mit n-tv einen Deutschen Fairness-Preis aus dem Boden gestampft hat.

Bei Fairness denke ich und denken vermutlich viele andere kritische Menschen natürlich an solche Dinge wie fairen Handel, angemessene Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und vielleicht sogar umweltschonende Produktion. Aber – weit gefehlt. Das spielt alles bei dieser Preisverleihung keine Rolle. Sondern einzig und allein die Zufriedenheit des Verbrauchers.

Dann hätte man diesen Preis aber weniger irreführend zum Beispiel als Deutschen Kundenzufriedenheits-Preis bezeichnen sollen. So aber werden Unternehmen, die Kreuzfahrtschiffe betreiben, welche die reinsten Dreckschleudern sind, als besonders fair dargestellt. Oder Online-Druckereien, die so niedrige Preise haben, dass ich gern mal wissen würde, woher die ihr Papier beziehen. Ein Computerhersteller, über den ich gelesen habe, dass er übelste Arbeitsbedingungen in Asien gern in Kauf nimmt, obwohl seine Computer nicht gerade zur Billigware gehören. Ein Online-Versandhaus, das mehrmals schon in der Presse angeprangert wurde, unter anderem wegen schlechten Arbeitsbedingungen.

Ja, es sind auch viele Unternehmen dabei, von denen man derart Schlechtes noch nicht gehört hat. Ich bemängele nur, dass hier der Begriff Fairness für etwas missbraucht wird, was nur einen winzigen Teil fairen – im Sinne von ethischen – Verhaltens ausmacht. Eben Kundenorientiertheit.

Quelle: n-tv.de

Zitat der Woche: Wer das Wasser entdeckt hat

2014-10-19 von Torsten

»Ich weiß nicht, wer das Wasser entdeckt hat, aber ganz sicher war es kein Fisch.«
– Marshall McLuhan

Kochkunst

2014-10-15 von Torsten

Meine Kochkünste sind schon enorm. Ich würde mich so als Drei- bis Fünf-Sterne-Koch einordnen. Also, im Minusbereich. Drei bis fünf Minussterne, genau. Denn meine Kochkünste sind enorm schlecht. Was ich koche, schmeckt einfach fies, und manchmal wünschte ich, eine junge, hübsche, nackte Frau würde total leckere Sachen für mich kochen. Bisher waren sie alle angezogen. Oder haben ebenfalls kein vernünftiges Essen zustande gebracht.

Heute allerdings ist mir eine Blumenkohlsuppe auf Mehlschwitzenbasis ganz gut gelungen. Der Nachteil ist, dass Kohl immer so bläht. Morgen werde ich mir wohl lieber wieder ein Nudelgericht zubereiten. Oder ein paar Fertig-Baguettes in den Ofen schmeißen. In der Not frisst der Teufel Fliegen. Ja, der stattet mir tatsächlich bisweilen einen Besuch ab. Und vertilgt die Fliegen, die mich in der Küche immer zu belästigen versuchen. Mein Essen rührt er hingegen nie an. Ich empfinde das als eine Beleidigung. Aber sag so was mal dem feinen Herrn Satan.

Mit viel Liebe gekocht

2014-10-14 von Torsten

Ich will gerne glauben, dass meine Mutti früher für die Familie das Essen mit besten Zutaten, großem Geschick und viel Liebe gekocht hat. Wenn aber auf der Verpackung eines industriell hergestellten Fertigproduktes drauf steht »mit viel Liebe gekocht«, dann ist das einfach eine dreiste Lüge.

Oder sind die Maschinen in einer Produktionshalle etwa der menschlichen Gefühle fähig? Denken sie vielleicht: »Oh, für die netten Menschen, die für so wenig Geld diesen Schlangenfraß kaufen, wollen wir uns aber jetzt mal richtig ins Zeug legen und dieses Massenfutter mit ganz viel Liebe kochen!« Nun, ich glaube, dass es sich eher nicht so verhält.

Aber der ganze Industriefraß wird uns ja immer als hochwertig, natürlich und gesund verkauft. Da gibt es ja nur glückliche Tiere, saftige Wiesen und eine Zubereitung wie zu Großmutters Zeiten. Schon klar.

Und das finde ich die größte Frechheit: dass uns Verbrauchern diese Lügenmärchen aufgetischt werden, als ob wir alle völlig verblödet wären und den Schwachsinn glauben würden. Tun wir nicht, aber kaufen tun wir den Dreck trotzdem. Ich ja auch. Weil es eben weniger mühselig und zeitaufwändig ist als aus frischen Zutaten selbst zu kochen.

Wir leben in einer durch und durch verlogenen, verkommenen Welt. Und manchmal möchte ich einfach nur noch Granaten in so manches Unternehmen schmeißen. Mit viel Liebe natürlich.

Zitat der Woche: Motherboard

2014-10-12 von Torsten

Die Tastatur liegt einsam dort, wenn Vati in der Motherboard.
– Unbekannt