Zitat der Woche: Level with the lowest

2016-02-07 von Torsten

»If I am level with the lowest, I am nothing; and if I did not know for a certainty that the craziest sot in the village is my equal, and were not proud to have him walk with me as my friend, I would not write another word—for this is my strength.«

– Edward Carpenter (britischer Dichter, Sozialist und Autor)

Ich habe das folgendermaßen übersetzt:
Wenn ich auf einer Ebene mit dem Niedrigsten bin, bin ich nichts; und wenn ich nicht mit Sicherheit wüsste, dass der verrückteste Säufer im Dorf meinesgleichen ist, und wenn ich nicht stolz wäre, dass er als mein Freund an meiner Seite geht, würde ich kein weiteres Wort schreiben – denn dies ist meine Stärke.

Ich finde das Zitat nicht auf Anhieb leicht zu verstehen und möchte mich an einer kurzen Interpretation versuchen:

Menschlichkeit bedeutet zu erkennen, dass es keinen Grund gibt, sich gegenüber bestimmten Menschen (hier: Menschen der sozialen Unterschicht) als etwas Besseres zu fühlen. Kein Mensch kann ganz sicher sein, dass er nicht irgendwann im Leben in Umstände gerät, die ihn zum Beispiel zum Penner werden lassen. So arrogant zu sein, benachteiligte Menschen zu verachten, das ist die unterste Stufe der Humanität; das ist wirklich erbärmlich. Wer die Freundschaft eines Menschen, der zwar ein gutes Herz hat, aber aus einer Unterschicht stammt, ablehnt, sollte sich für sein Verhalten schämen; sich für den Trinker-Freund zu schämen, mit dem man durch die Straßen latscht, dafür gibt es keinen Grund, denn es ist eine Stärke, eine moralische Stärke. Wir sind alle auf einer Ebene, auf einer gleich niedrigen Stufe – weil wir als Menschen alle unvollkommen sind. Das sollten arrogante Personen der sogenannten Oberschicht bedenken.

Ablagemappe mit 6 Fachen

2016-02-03 von Torsten

Im Ramschladen ACTION! habe ich mir zwei Ablagemappen gekauft, eine in milchig-weiß-halbtransparent mit fuchsiafarbenem Deckel (schweinecool), die andere mit blauem Deckel (seriös). Sie sind made in China, und das ist der Knackpunkt. Denn es hapert nicht nur an der Übersetzung: »Ablagemappe mit 6 Fachen«. Nun gut, so umgeht man den deutschen Umlaut »ä«.

Gravierender sind die Mängel bezüglich des Gebrauchswertes, also der Nützlichkeit. Es stimmt zwar, dass es sechs Fächer gibt – aber es gibt nur fünf Registerkartenreiter. Ferner sind Kärtchen beigelegt, mit denen man die Registerkartenreiter bestücken kann, und zwar zwei Mal zwölf Stück. Das eine Dutzend trägt Monatsnamen, das andere die Buchstaben des Alphabets. Gut, dachte ich, so kann man sich entscheiden, ob man kalendarisch oder thematisch sortieren will. Bloß – was nützen zwölf Kärtchen, wenn ich doch nur fünf Registerkarten zur Verfügung habe? Was ist denn das für eine Logik? Und selbst wenn ich zwei Mappen kaufe, was ich ja getan habe, haut doch das alles nicht hin. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Wenn China auf diese Art und Weise die nächste große Wirtschaftsmacht werden will, na dann gute Nacht …

Ablagemappe mit 6 Fachen
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Haare färben

2016-02-02 von Torsten

Ich werde jetzt mal meine Haare grau färben lassen – meine Friseuse meinte, das passt besser zu meinem Alter.

Windows 10 gelöscht

2016-02-01 von Torsten

Ein Betriebssystem komplett gelöscht zu haben, nur weil man die Festplatte von Datenmüll hatte bereinigen wollen, das ist schon eine Kunst, würde ich mal so sagen in meinem jugendlichen Leichtsinn.

Windows 10 gelöscht

Das ist ähnlich peinlich, wie wenn

  • ein Chirurg ein Muttermal entfernen soll, aber den ganzen Patienten wegoperiert,
  • eine Hausfrau beim Staubwischen das gesamte Mobiliar wegputzt,
  • ein Herrchen oder Frauchen eine Zecke entfernen wollte und am Ende der ganze Hund futsch ist.

Eigentlich kann so was wie ganz oben gar nicht passieren, es sei denn, man formatierte die Festplatte oder löschte auf trickreiche Weise wichtige Systemdateien! Na, ja – eigentlich. Typischer Fall von DAU.

AfD: Mit Schusswaffen gegen Flüchtlinge

2016-01-31 von Torsten

Die AfD-Vorsitzende Petry und auch ihre Stellvertreterin von Storch sprechen sich dafür aus, dass an den Grenzen auf Flüchtlinge geschossen wird – Frauen mit Kindern inbegriffen. Wird Zeit, dass diese Partei intensiv vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Schlimm nur, dass eine so rechtsradikale Partei so viel Zuspruch erfährt – die AfD stieg laut einer Emnid-Umfrage hinter Union und SPD zur drittstärksten Kraft im Bund auf, vor der Linkspartei und den Grünen.

Zitat der Woche: Gentleness

2016-01-31 von Torsten

»It is the weak who are cruel. Gentleness can only be expected from the strong.«

– Leo Rosten

(Es sind die Schwachen, die grausam sind. Güte kann nur von den Starken erwartet werden.)

Vegetarischer Schinken Spicker mit Eiern aus Freilandhaltung

2016-01-29 von Torsten

In einem älteren Artikel hatte ich nicht unbedingt positiv über den vegetarischen Schinken Spicker aus dem Haus Rügenwalder Mühle geschrieben. Damals stammten die verwendeten Eier entweder noch nicht aus Freilandhaltung oder es war versäumt worden, dies auf den Verpackungen zu vermerken. Seit Monaten steht es aber drauf, und außerdem wird auf der Website der Rügenwalder Mühle deutlich darauf hingewiesen.

Nun kann man ja trotzdem dagegen sein, und ich habe schon Äußerungen gehört wie etwa: »Sie stellen die Sachen bestimmt nicht aus edlen Motiven her, denn dann hätten sie das ja auch schon früher tun können; nein, sie wollen zusätzlich zu den Umsätzen, die sie mit ihren herkömmlichen Wurstwaren verdienen, nun auch noch den vegetarischen Trend zur Gewinnmaximierung mitnehmen!«

Ich sehe das weniger negativ und denke, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Seit November 2015 sind sogar vegane Produkte im Sortiment. Außerdem: Andere Wursthersteller ändern nichts an ihrem Sortiment. Mangelnde Umsätze werden also vermutlich nicht der Ausschlag gebende Grund dafür sein, dass die Rügenwalder Mühle vegetarische und vegane Produkte vertreibt.

Wer sich für die Beweggründe und auch die Schwierigkeiten bei der Umstellung der Produktpalette interessiert, kann den interesanten Artikel Rügenwalder Mühle: Ein Unternehmen im Wandel auf Utopia.de lesen.

Verteidigungsministerin von der Leyen will Bundeswehr aufrüsten

2016-01-28 von Torsten

Wie in der Presse zu lesen ist, will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem Milliardenprogramm die mangelhafte Ausrüstung der Bundeswehr verbessern und 140 neue Panzer anschaffen. Bernd Riexinger, neben Katja Kipping Parteivorsitzender der Linkspartei, findet das gar nicht gut: »Wer Frieden will, rüstet nicht auf.« Er hält 130 Milliarden Euro für Kriegsgerät und mehr Soldaten für völlig übertrieben, während das Geld in sozialen Bereichen vorn und hinten fehlt.

Unfassbar: Steuerbefreiung für AKW geplant

2016-01-28 von Torsten

Wie in einem Newsletter von .ausgestrahlt zu lesen ist, soll es fünf Jahre nach Fukushima statt schnellem Ausstieg eine fette staatliche Subventionierung für alte Atomkraftwerke geben, denn am Ende dieses Jahres soll die Brennelemente-Steuer abgeschafft werden. Mit der Brennelemente-Steuer 2010 sollte die direkte Bevorzugung der Atomwirtschaft beendet werden, um mehr Chancengleichheit auf dem Strommarkt zu schaffen. Und jetzt will die Regierung eine Kehrtwendung machen? Muss man sich eigentlich nur noch verarschen lassen von Politik und Wirtschaft (was ja heutzutage quasi dasselbe ist)?

Heute startet .ausgestrahlt zusammen mit dem Umweltinstitut München eine groß angelegte Unterschriftensammlung gegen die Steuerbefreiung von Atomkraftwerke, sowohl Online als auch mit Listen auf Papier.

Keine Steuerbefreiung für AKW!

Leider lecker

2016-01-28 von Torsten

Leider lecker

Die Zeitschrift BEEF! ist ja wohl der Gipfel der Tierverachtung. Ich habe mir zwar solch ein Heft noch nie gekauft, werde es auch nie tun, aber die Covers sagen schon alles. Dieses Cover hier lag in Postkartengröße einer Paketsendung als Werbung bei, wenn ich mich richtig erinnere. Ich hatte irgendwie vergessen, dass ich einen Blogartikel dazu schreiben wollte, und habe heute meinen Entwurf vom letzten Jahr wiedergefunden.

Ein süßes Schaf oder Lamm abzubilden und »Leider lecker« dazu zu schreiben, das ist einfach nur zynisch und heißt so viel wie: »Du kannst noch so niedlich aussehen, aber du bist nun mal dazu da, dem Menschen als Genuss zu dienen, Scheißvieh, also ab auf den Grill!«

Natürlich war zu erwarten, dass zum veganen und vegetarischen Trend nun seitens der Fleischliebhaber starke Gegengewichte gebildet werden würden. »Wir lassen uns von den Grünzeugfressern doch nicht den Fleischgenuss verbieten!« Ja, ist ja gut. Außerdem esse ich auch gelegentlich Fleisch und Wurst. Gelegentlich!

Was ich anprangere ist, dass diese Zeitschrift, dem Cover nach zu urteilen, sich um Themen rund um Tierwohl und Verbesserung der Haltungs- und Schlachtbedingungen anscheinend einen Dreck schert. Falls ich falsch liege und die Herausgeber auf diesen Blogartikel stoßen, können sie mir als Gegenbeweis ja gern ein kostenloses Probeexemplar zuschicken, Adresse siehe Impressum. Aber sie müssen unter Umständen damit rechnen, dass ich das Magazin noch mehr verreiße, je nachdem, was an Inhalten geboten wird.