Posts Tagged ‘Religion’

Fröhliche Weihnachten

Sonntag, Dezember 25th, 2011

Schöne Weihnachten allen, denen etwas daran liegt. Mir nicht. Ich finde zwar Jesus Christus einen coolen Typen, der saugute Sachen gesagt, Ausbeuter angeprangert und immer zu den einfachen, aber gutherzigen und ehrlichen Leuten gehalten hat. Diese Einstellung gefällt mir total gut.

Aber ich verstehe nicht so recht, warum man zweitausend Jahre lang so einen Kult betreibt. Noch zumal Jesus die Menschen aufgefordert hat, gleiche Werke zu vollbringen wie er selbst, wenn nicht gar größere. Er hielt sich also nicht für etwas Besonderes, sondern sein Ziel war es, den Menschen deutlich zu machen, dass jeder etwas für sich und die Welt tun kann und sollte. Jedenfalls verstehe ich das so, wenn ich die Evangelien lese.

Nun gut, ich will hier keine theologischen Auseinandersetzungen anzetteln, die ja eh zu nichts führen. Statt dessen wünsche ich euch allen fröhliche Weihnachten, egal was sie für euch bedeuten. Und wenn ihr auch nur die kleinste Möglichkeit seht, irgendwas in eurem Umfeld wenigstens ein bisschen zu verbessern, gesünder zu machen (im weitesten Sinne): haut rein!

Autopsie

Mittwoch, Dezember 14th, 2011

Als ich gestorben war, als ich tot war, wurde ich seziert. Sie suchten nach der Seele. Sie suchten in meinem Bauch, in meinem Hintern, in meinen Genitalien und sogar in meinem Kopf. Aber sie fanden nichts. Da war nichts. Sie fanden nur ein Gehirn, das nun nicht mehr funktionierte. Das nicht mehr denken konnte, nicht mehr fühlen konnte, nichts mehr erleben konnte.

Und was soll das auch sein, eine Seele? Hat ein Computer eine Seele? Ein Gedächtnis schon, ja, und ein Herz, Nervenbahnen, einen Körper, wenn man so will. Central processing unit, random access memory, mother board, battery, cables, case. So ein Zeug. Materie, Elektrizität, Chemie. Kann man das Geist nennen? Kann man das Seele nennen?

Ich bin ein Computer, eine Maschine, eine Maschine. Und ein intelligenter, verrückter Gott hat mich programmiert. Ein seelenloser Gott, ein Maschinengott. Zu seinem Bild und Gleichnis erschaffen.

Ich betete mein Leben lang vergebens zu meinem Vater-Mutter-Programmierer, mich zu einer besseren Maschine zu machen.

Nazi-Dreck im Briefkasten

Samstag, November 5th, 2011

Heute hat sich die NPD erdreistet, ein extrem ausländerfeindliches Flugblatt in unseren Briefkasten zu werfen. Anlass ist der geplante Neubau einer Moschee hier in Remscheid, die sich in schlechtem Zustand befindet. Einen Muezzinruf soll es nicht geben; insofern dürfte sich eigentlich kein Bürger gestört fühlen, jedenfalls nicht mehr als durch das Bimmeln der Rathaus- oder Kirchenglocken.

Doch die NPD lässt auf ihrem Flugblatt eine Hasstirade gegen Muslime und überhaupt gegen alle nichtdeutschstämmigen Menschen, die in Deutschland leben, los.

Moscheen und Minarette werden als »fremdländische Machtsymbolik« und »Landnahme auf fremdem Territorium« bezeichnet. Weiter heißt es, 25 Prozent der in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen hätten eine nichtdeutsche Abstammung. Der flüchtige Leser könnte (und soll bestimmt) nun den Schluss ziehen, diese 25 Prozent seien alles Muslime, die Deutschland durch den Bau von Moscheen unter­wandern wollen.

Hier wird ganz bewusst Angst geschürt vor einer angeblichen Gefahr, die überhaupt keine ist – muslimische Mitbürger wollen schließlich nur ihren Glauben leben. Und diese Religions­freiheit sichert ihnen das deutsche Grundgesetz in Artikel 4 ausdrücklich zu: »Die ungestörte Religions­ausübung wird gewährleistet.«

Ferner ist in dem Flugblatt (in einem weiter gefassten Zusammen­hang) verallgemeinernd die Rede von Ghettobildung, Kriminalität und Verwahrlosung durch nichtdeutsche Bevölke­rungs­schichten. Der Gipfel des Ausländer­hasses, und zwar in Form einer Verunglimpfung der türkischen Sprache, ist (als Computergrafik) ein umgestaltetes Stadtausgangsschild, das nun nicht mehr »Remscheid« heißt, sondern »Rümschüd«.

Traurig, dass eine Partei, die solch ein widerwärtiges Hass-Gedanken­gut verbreitet und offen­sicht­lich am liebsten alle nicht­deutschen Menschen aus Deutschland entfernen würde, immer noch nicht verboten worden ist.

»Aus Liebe zu Deutschland« ist der Slogan der NPD. Diese Liebe sollte aber auch unbescholtene, friedliche Einwanderer mit einschließen.

Reinkarnation

Donnerstag, Oktober 27th, 2011

Hoffentlich werde ich nicht als Computerprogramm wiedergeboren, denn dann bin ich ja voller Bugs … widerlich …

Sinn des Lebens

Sonntag, September 4th, 2011

Diese Suche nach dem Sinn des Lebens macht mich verrückt. Ich will das nicht mehr. Und immer versuchen irgendwelche Menschen, mir ihren vermeintlich gefundenen Sinn des Lebens aufzudrängen. Ich will das nicht mehr.

Eigentlich will ich nur genug Geld haben, um bequem leben zu können. Nein, noch mehr Geld. So dass ich nicht arbeiten muss. Kann, wenn ich will, ja. Aber nicht muss. Das wäre super.

Aber Sinn des Lebens? Immer diese quälenden Fragen: woher kommen wir, wohin gehen wir, was kommt nach dem Tod, werden wir wiedergeboren, was war vor der Geburt …? Atzend! Ich will das nicht mehr.

Blöd, dass meine Eltern mich überhaupt produziert haben, wie eine schöne Ware; ja, der schöne kleine Torsten … eine Scheiß-Aktion war das, aber ich kann’s nicht ändern. Also, um es mal klar zu sagen: ich will kein Leben nach dem Tod oder so was. Ist mir echt alles zu anstrengend, zu blöd einfach. Ich will einfach weg sein, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Ihr dürft dann auch kurz heulen. Von mir aus.

Aber was für ein Sinn denn?

Darf man solche negativen und destruktiven Gedanken eigentlich öffentlich äußern? Puh, na ja, gut ist das sicherlich nicht. Aber es sind Gedanken, die vermutlich jeder Mensch einmal hat. Insofern sollte man sie auch nicht tabuisieren.

Ich glaube, man muss solche Gedanken bei sich akzeptieren, darf sich aber nicht dauerhaft davon herunter ziehen lassen. Man sollte so bald wie möglich wieder die hellen und schönen Gedanken in sich einlassen.

Also … genau jetzt.

Immer lustig

Donnerstag, Juli 21st, 2011

Ich weiß, ich weiß: meine geschätzten Leserinnen und Leser mögen lieber die lustigen Sachen, die ich gelegentlich schreibe, als die trübseligen.

Doch niemand kann immer nur fröhlich sein, und ich mag eigentlich auch meine düsteren Seiten ganz gerne. Ich bin dann mindestens so kreativ als wenn ich gut drauf bin. Auf jeden Fall sind die emotionsarmen Zeiten auch immer die unkreativsten.

Schon komisch: Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen, die ich alle einmal als »Sucher des Lichts« bezeichnen möchte, wollen mich natürlich immer gern »bekehren«. Sie sind dann gleich traurig, sobald ich wieder in mein eigenes Schattenreich zurück falle, und wollen mich retten oder was weiß ich.

Ach, Freunde des Lichts und Freunde der Nacht: lasst mich doch einfach zu manchen Zeiten das Licht genießen und zu anderen Zeiten die Dunkelheit. Wo viel Licht ist, ist eben auch viel Schatten.

Adam

Samstag, Mai 28th, 2011

Nackt stand ich vor Gott
mit dem angebissenen Apfel in der Hand
und schämte mich ein bisschen,
obwohl Gott selber nackt war.

Aber ich kann mich nicht mehr erinnern,
wie Er aussah.
Ich spreche oft mit Eva darüber,
und sie sagt mir: Nackte Energie.

Wir sind Ihm nie wieder begegnet
im Garten Eden, der jetzt ein Irrgarten für uns ist.
Aber Gott ist irgendwie noch hier,
irgendwie noch spürbar.

Er hat uns nie bestraft,
nie hinaus geworfen aus seinem Paradies,
wir haben uns nur verirrt und Er ist noch hier,
irgendwo, nicht sichtbar, aber spürbar ab und zu

als Energie.

Wach

Montag, Mai 23rd, 2011

Wann wache ich auf?
Wann gehe ich ein in eine
neue Phase, wann wachse ich
aus meinem Schlummer hinaus?
Wann endlich sprengt mein Kern,
mein Wesenskern alle Schalen,
alle Ketten, wann werde ich
die Sonne spüren, eine neue Sonne?

Wann wache ich auf?
Wann darf ich zurück dorthin,
wo ich früher war,
vor der Zeit, vor dem Raum,
vor dem Urknall?
Wann werde ich erwachen aus diesen
wirren Träumen, in denen ich
meine Innenwelt für die Außenwelt halte?

Wann wache ich auf?
Und gehe ans Fenster und atme;
atme, wie ich in tausend Leben
nicht geatmet habe, eine Reinheit,
ich sauge sie ein, eine Schönheit, eine Frische.
Und GÖTTIN nimmt mich in den Arm
und schenkt mir Kaffee ein und sagt:
Guten Morgen.

Subversiver Messias

Montag, Februar 21st, 2011

Jesus Christus fastete in der Wüste.
Ich frühstücke im Bett.
Ich bin euer neuer Messias.

Happy digital Christmas

Donnerstag, Dezember 23rd, 2010

http://www.youtube.com/watch?v=GkHNNPM7pJA

Ja, »die Zeiten ändern sich, aber das Gefühl bleibt dasselbe«, wie wahr. Witzige Transponierung der Weihnachtsgeschichte in die heutige Zeit. Danke an Tommy für den Link!