Heute hat sich die NPD erdreistet, ein extrem ausländerfeindliches Flugblatt in unseren Briefkasten zu werfen. Anlass ist der geplante Neubau einer Moschee hier in Remscheid, die sich in schlechtem Zustand befindet. Einen Muezzinruf soll es nicht geben; insofern dürfte sich eigentlich kein Bürger gestört fühlen, jedenfalls nicht mehr als durch das Bimmeln der Rathaus- oder Kirchenglocken.
Doch die NPD lässt auf ihrem Flugblatt eine Hasstirade gegen Muslime und überhaupt gegen alle nichtdeutschstämmigen Menschen, die in Deutschland leben, los.
Moscheen und Minarette werden als »fremdländische Machtsymbolik« und »Landnahme auf fremdem Territorium« bezeichnet. Weiter heißt es, 25 Prozent der in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen hätten eine nichtdeutsche Abstammung. Der flüchtige Leser könnte (und soll bestimmt) nun den Schluss ziehen, diese 25 Prozent seien alles Muslime, die Deutschland durch den Bau von Moscheen unterwandern wollen.
Hier wird ganz bewusst Angst geschürt vor einer angeblichen Gefahr, die überhaupt keine ist – muslimische Mitbürger wollen schließlich nur ihren Glauben leben. Und diese Religionsfreiheit sichert ihnen das deutsche Grundgesetz in Artikel 4 ausdrücklich zu: »Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.«
Ferner ist in dem Flugblatt (in einem weiter gefassten Zusammenhang) verallgemeinernd die Rede von Ghettobildung, Kriminalität und Verwahrlosung durch nichtdeutsche Bevölkerungsschichten. Der Gipfel des Ausländerhasses, und zwar in Form einer Verunglimpfung der türkischen Sprache, ist (als Computergrafik) ein umgestaltetes Stadtausgangsschild, das nun nicht mehr »Remscheid« heißt, sondern »Rümschüd«.
Traurig, dass eine Partei, die solch ein widerwärtiges Hass-Gedankengut verbreitet und offensichtlich am liebsten alle nichtdeutschen Menschen aus Deutschland entfernen würde, immer noch nicht verboten worden ist.
»Aus Liebe zu Deutschland« ist der Slogan der NPD. Diese Liebe sollte aber auch unbescholtene, friedliche Einwanderer mit einschließen.