Posts Tagged ‘Literatur’

Google-Bildersuche

Freitag, Dezember 30th, 2011

In meinen Blogstatistiken sehe ich, dass oft Leute durch Googles Bildersuche auf die Sackmühle stoßen. Mich macht das immer ein kleines bisschen traurig. Natürlich gibt es ab und zu auch Bilder in den Blogartikeln. Ich bin ja schließlich ein visueller Mensch – als Medienverunstalter Bild und Ton, Freizeitpinselschwinger und Hobbyfotografeur.

Aber bin ich nicht eigentlich noch viel eher ein sprachlicher Mensch? Gerade deswegen blogge ich ja. Und schreibe weit mehr Gedichte oder Kurzprosa als ich Bilder male. Interessant in diesem Zusammenhang: mit fünf Jahren konnte ich bereits gut lesen, aber meine Buntstiftzeichnungen waren für die Tonne.

Doch viele Menschen suchen nicht nach Texten, sondern nach Bildern, besonders Fotos. Oder fotografieren selbst. Es gibt mit Sicherheit mehr Personen, die fotografieren, als solche, die Belletristik schreiben. Warum ist das so? Wo doch die Sprache uns so sehr vom Tier unterscheidet.

Denn malen können zur Not auch Tiere. Zumindest malende Katzen soll es ja geben. Wenn ich ihre Erzeugnisse auch eher als Müll bezeichnen würde denn als Kunst. Und ich kann mir auch fotografierende Affen vorstellen.

Dichtende Affen weniger.

Nina Hagen war bei Stefan Raab

Mittwoch, Dezember 14th, 2011

Gestern hab ich TV geglotzt, und – Himmel die Berge! – da waren (nacheinander) eine Astrologin und Nina Hagen als Gäste in Stefan Raabs Sendung »TV total«, und beide hatten nicht gerade viel für einander übrig.

Die Astrologin war hübsch und sagte eigentlich (für eine Astrologin) einigermaßen vernünftig klingende Sachen, aber Nina Hagen laberte vorwiegend wirres Zeug. Nun ja, so kennen und lieben wir sie. Die UFOs, die sie mal gesehen haben will, waren aber nicht von Außerirdischen, wie sie jetzt verkündete, sondern von Menschen hergestellte Maschinen. Gut, Nina, diese Ansicht sehe ich als echten Fortschritt an.

Aber in eenem Punkt muss ick dir korrijier’n: »Schöne neue Welt« ist kein Buch von George Orwell, sondern von Aldous Huxley. Orwell war der Typ mit »1984«. Ick dachte immer, du wärst so belesen, ey!

Sinnlos

Dienstag, November 1st, 2011

Catrin: Ab wann wird Profit sinnlos?

Bernd: Keine Ahnung. KEINE AHNUNG!

Catrin: Aber das Leben wird so leicht sinnlos. Das kann doch nicht sein, dass alles sinnlos wird, nur der verdammte PROFIT NICHT!

Quelle: René Pollesch, www-slums, rororo, ISBN 3-499-23354-1

Charlotte

Samstag, August 13th, 2011

Charlotte Roche habe ich früher, als sie noch Viva moderierte und Rockgruppen interviewte, immer für eine eher schüchterne und zart besaitete Frau gehalten.

Nun, als »verklemmt« bezeichnet sie sich wohl tatsächlich selber. Aber was sie in ihren Büchern schreibt, klingt weder zaghaft noch prüde. Nach »Feuchtgebiete« ist nun ihr zweites Buch mit dem nicht weniger provokativen Titel »Schoßgebete« erschienen.

Tja, und nun könnte ich an dieser Stelle eine Rezension schreiben. Könnte ich. Wenn ich das Buch gelesen hätte. Habe ich aber nicht. Denn was interessieren mich die intimen Geheimnisse und sexuellen Eskapaden einer fremden Frau, und sei sie auch prominent.

Zwei Millionen Menschen sehen das offensichtlich anders als ich. Denn so oft wurde ihr erstes Buch verkauft. Ich war nicht unter den Käufern.

»Märchen in Blut« veröffentlicht

Sonntag, Mai 29th, 2011

»Märchen in Blut« ist meine Adaptation des Grimmschen Märchens »Hänsel und Gretel«. Das Original wurde aus der Perspektive eines »allwissenden Erzählers« erzählt – mein Märchen hingegen ist als Ich-Erzählsituation gestaltet: Hänsel, Gretel und die Hexe erzählen subjektiv ihre Erlebnisse, hauptsächlich in der Form des »Inneren Monologs«. Wir befinden uns also direkt in der Gefühls- und Gedankenwelt der Figuren. Die drei Erlebnisse sind völlig unterschiedlich, es handelt sich hier eigentlich um drei verschiedene Märchen.

Ich halte mich kaum an das Original, sondern gehe sehr frei mit dem Material um. Das Märchen spielt auch gar nicht in der Vergangenheit, sondern im Hier und Jetzt und trägt eigentlich kaum noch Züge eines Märchens.

Gezeigt wird eine Welt der Isolation, Kälte und Härte, während sich die Menschen eigentlich nach Liebe sehnen. Diese inhumane Gesellschaft führt zu Gefühlskälte und grausamem Verhalten. Zärtlichkeit und Mitgefühl sind nur noch in engem Rahmen möglich.


Und jetzt noch ein bisschen Werbesprache:

Märchen in Blut:
Ein bisschen witzig,
ziemlich melancholisch
und äußerst brutal.

Grimms »Hänsel und Gretel«, transponiert ins Jahr 2011.

Die Zärtlichkeit,
die Grausamkeit,
die Einsamkeit
und die Bitterkeit …

Süß wie Bitterschokolade.
Ein Schlachthof der Gefühle.


Enthalten in folgender »Frühlings-Anthologie 2011«:
Querschnitte Frühjahr 2011 – frühlings stimmung(s) poesie

Schnell Fenster

Donnerstag, Mai 5th, 2011

Schnell muss es gehen, so einen blöden Blogartikel zu schreiben. Ich habe ja nicht den ganzen Tag Zeit. Und Lust erst recht nicht. Also malträtiere ich mit einer gewissen entnervten Aggressivität die Tastatur, um schnell fertig zu werden.

Liest doch eh keine Sau. Ja doch, ein paar Leute schon. Aber viele stoßen zufällig, durch verkorkste Suchen, auf mein Blog (ja, »Blog« (=Weblog) ist immer noch sächlich, nur »Block« ist männlich), finden nicht das, was sie erwartet hatten, und klicken sowieso gleich wieder weg. Und für die soll ich große Werke hier veröffentlichen? Literatur auf den Webserver zaubern? Mir für Nüsse den Kopf zermartern und tippen, bis ich Hornhäute an den Fingerkuppen bekomme?

Nä!

Ich schaue noch schnell aus dem Fenster in die Dunkelheit hinein, bleibe danach die restlichen zwanzig Minuten bis zur Fernsehsendung, die ich mir anschauen will, völlig reglos auf meinem Bürodrehstuhl sitzen und denke:

So lange, verschachtelte Sätze, wie ich sie fabriziere, macht man einfach nicht. Das tut man einfach nicht. In Büchern vielleicht. Mag sein. Im Web jedenfalls nicht.

Stadtbücherei

Montag, Oktober 18th, 2010

Und wir dürfen heute sogar noch einem weiteren Geburtstagskind gratulieren. Ich glaube, sie will nicht namentlich genannt werden und lieber in der Anonymität verborgen bleiben. Außerdem machen Geburtstage sie missmutig, falls es sich um ihre eigenen handelt. Nun gut. Kenne ich.

Aus der obigen Einleitung habt ihr nun aber schon herauslesen können, dass es sich um eine Person weiblichen Geschlechts handelt. Ich darf noch einen weiteren Tipp geben: ihr Vorname fängt mit demselben Buchstaben an wie der Titel dieses Blogartikels. Und die Stadt, in der sie arbeitet, ebenfalls.

So, mehr darf ich aber nicht verraten, sonst wird sie mich wahrscheinlich hassen und bei der nächsten Gelegenheit verprügeln, kratzen, anspucken, an den Haaren ziehen (die trotz meines Alters noch reichlich auf dem Kopf vorhanden sind), Kaffeetassen nach mir schmeißen und was Frauen sonst so machen, wenn sie wütend sind.

Also: herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebes weibliches Geburtstagskind mit S am Anfang!

Übernächtliches

Montag, Februar 15th, 2010

»Übernächtigung, Übernacht-Expresssendung, ›Overnight Sensation‹ von Frank Zappa, all das kenne ich – aber was ist ›Übernächtliches‹«? So fragte ich mich einst.

Und du? Nun, die Frage kannst auch du dir selbst beantworten, indem du Carsten Kochs Buch kaufst. Übrigens, Carsten betreibt auch ein lesenswertes Blog unter dem Pseudonym CeKaDo.

»Übernächtliches« enthält Kurzgeschichten und Märchen für Erwachsene und, sagen wir mal, Kindgebliebene. Und der Untertitel, »Mensch hat’s nicht leicht«, verrät schon ein bisschen was: es geht um Menschen und deren Probleme und Alltags–Problemchen. Doch bisweilen wird der Leser auch in die wunderbare Welt der Kakerlaken hineinversetzt.

Die sind ja im weitesten Sinne auch nur Menschen.

Mein wildes Leben

Mittwoch, Januar 13th, 2010

Jeder Star, jede Person des öffentlichen Lebens und nicht zuletzt auch so manche Ex-Moderatorin von Viva oder sonst was meint ja heutzutage, ein Buch schreiben zu müssen. Und da dachte ich mir: »Hey, ich als beliebter und bundesweit bekannter Blogger kann das erst recht!«

Drogenexzesse, ungebändigte Partys, Bordellbesuche, verprügelte Reporter, Pullern in der Öffentlichkeit – tja, das gibt es bei mir alles nicht. Denn ich habe das Glück, ein völlig ereignisloses Leben zu führen (nach einem Zitat des italienischen Malers Morandi).

Deswegen wird mein Buch kein dicker Wälzer, aber so auf fünf Seiten werde ich wohl schon kommen. Plus Inhaltsverzeichnis, Dankesworte und Einleitung, die gern jemand von euch geschätzten Lesern schreiben kann. Dann muss ich das nicht auch noch selber machen.

Mein wildes Leben

Bücher in Remscheid

Donnerstag, Dezember 10th, 2009

Remscheid, die Kulturhauptstadt des Bergischen Landes – oder auch nicht –, hätte fast eine alteingesessene Buchhandlung verloren, nämlich Potthoff. Der Inhaber ist verstorben, und es war einige Zeit unklar, ob und wie es weitergehen würde.

Nun übernimmt die Bergische Buchhandlung dieses Geschäft, will alle sieben Angestellten behalten und das Sortiment vergrößern. Das ist doch mal eine gute Nachricht angesichts der vielen Geschäftsaufgaben, leer stehenden Läden und verlotterten Innenstädte hier in unserer Region.

Sortiment erweitern – nun, da erhoffe ich mir doch eine Erweiterung der EDV-Fachliteratur. Das derzeitige Angebot kann man nämlich bei Potthoff und in anderen Remscheider Buchhandlungen leider nur als totale Armut bezeichnen. Was ich dagegen bei Hugendubel in Berlin gesehen habe … traumhaft. Nun gut, man kann Remscheid nicht so ganz mit Berlin vergleichen, aber trotzdem. Es muss doch auch hier in meiner Stadt IT-Leute, EDV-Spezis, Screendesigner und Mediengestalter geben, die nach aktueller Literatur lechzen. Oder?

Können doch nicht alles nur Arbeitslose, Alkis, Asylanten und Drogenhändler sein.