Posts Tagged ‘Horror’

Hexenstunde

Mittwoch, November 9th, 2011

Ich bin auf einer Reise, die eine Stunde dauert. Ich bin auf einer Reise während der Hexenstunde. Alles ist in blutrotes Licht getaucht, alles ist rot. Ich darf mich nicht verzaubern lassen, ich will mich nicht verhexen lassen. Ich habe Angst. Ich bin in einem Gebäude. Es ist eine Hexenschule. Hier wird nach Hexenart gelernt. Nach Hexenregeln gespielt. Brutal.

(Dies hier kann nicht die Wirklichkeit sein.)

Ich bin auf einer Reise. Sie dauert eine Stunde vielleicht. Und überall lauern Hexen. Ich weiß nicht genau, was sie wollen. Ich vermeide die Konfrontation. Ich vermeide es, gesehen zu werden. Alles ist blutrot. Ich habe mein Schwert, aber was kann es gegen Hexen ausrichten. Sie werden ihre Zaubersprüche sprechen, bevor ich dazu komme, ihnen den Kopf abzuschlagen. Ich werde nicht dazu kommen, grausam handeln zu können.

(Dies ist nicht real. Nicht real.)

Eine Kirche, die mir keinen Schutz bietet. Denn es ist eine Hexenwelt, in der ich mich befinde. Und auch die Kirchen hier sind Hexenkirchen. Verwunschen. Und egal, welchen Weg ich gehe, ich werde immer auf Hexen stoßen. Ich werde sie nicht töten können, aber ich will mich auch nicht immer verstecken. Es ist eine Hexenwelt, eine Hexenstunde.

(Dies hier passiert nicht wirklich.)

Vielleicht ist der Spuk nach der Stunde vorbei. Vielleicht auch nicht. Und nicht die Hexen werden brennen. Sondern ich. Gut durch­ge­bra­ten werden sie mich fressen. Und Gretel, meine tapfere Schwester, wird mich nicht retten können.

(Dies hier erscheint wirklich, aber es muss doch eine Täuschung sein. Es muss. Es muss.)

Tiere sind böse

Samstag, November 5th, 2011

Tiere sind im Film immer böse: Killerameisen, Mörderbienen, Riesenspinnen, blutrünstige Haie, gefräßige Alligatoren, Kidnapper-Monsteraffen und Gebäude zertrampelnde Urzeitviecher. Und sie alle wollen den Menschen ans Leder. Wo doch der Mensch eigentlich die Krone der Schöpfung ist und nicht diese mutierten Kreaturen.

Also werden diese Missgeburten mit allen nur erdenklichen Mitteln bekämpft: mit Gewehren, Harpunen, Flammenwerfern, Strahlen­waffen, Zielsuchraketen und Napalmbomben. Richtig so! Ich finde es immer toll, wenn es diesen Bestien an den Kragen geht und ihnen der Garaus gemacht wird.

Ein paar klägliche Ausnahmen gibt es aber schon. Denn bisweilen wählt sich der Mensch auch aus dem Tierreich den einen oder anderen Freund: Lassie, Fury und Flipper zum Beispiel.

Na, diese treuen Gefährten sind aber total langweilig. Von mir aus könnten die auch abgeballert werden. Leuchtrakete in den Bauch oder so.

Um Missverständnisse zu vermeiden:
Es handelt sich bei diesem Artikel um Satire. Natürlich bin ich nicht für Gewalt gegen (echte) Tiere in der Wirklichkeit, sondern im Gegenteil für den Schutz von Tieren und für eine gesetzliche Verankerung von Tierrechten.

Klinik

Freitag, November 4th, 2011

Ich habe eine wunderschöne Aussicht hier von meinem Fenster. Auf eine Klinik. Praxisklinik. Praxisklinik Remscheid. Das ist doch krank. Das ist doch kein schöner Anblick. Das ist doch kein schöner Ausblick hier aus meinem Fenster hinaus. Gut, da hinten, ganz hinten, da ist Köln. Ich kann Köln sehen, ja gut. Aber im Vordergrund ist die Klinik. Und sie ist immer voll. Die ganze Stadt, die ganze verf!(|<te Stadt ist krank und gebrechlich und verrückt und tot und krank und todkrank und klinisch tot und gehirntot. Zombies. Ich schieße immer auf die Köpfe.

Abwärtsspirale

Samstag, Oktober 8th, 2011

Ich sitze auf einer Abwärtsspirale, die sich in einem purpurnen Nebel dreht, immer schneller. Karussell. Karussell. Ich sitze auf einem Plastikpferdchen. Und die gütige, brutale Sonne brennt mir die Augen aus dem Kopf. Schwarz. Dunkelheit. Fallen. Alligatoren beißen mir die Genitalien ab und Affen löffeln mein Gehirn.

Komisch, ich kann noch denken. Ich dachte immer, ohne Gehirn sei das nicht möglich. Maschinentiere reißen mir mein Herz aus und die Nieren und sonst was. Dämonen lachen im Takt. Meine Arme fliegen weg. Mein Stock fällt zu Boden. Jetzt sind im wesentlichen nur noch meine Beine da. Ich wandere im finsteren Tal. Ich fürchte mich. Ich bin dein Unglück. Ich zerfalle zu Staub. Ich verbrenne zu Asche.

Ich werde mich wieder aufschwingen. Die Gunst der Stunde und den Auftrieb einer Aufwärtsspirale nutzen. Nenne mich Phönix.

Die Frau mit dem Pendel

Mittwoch, August 31st, 2011

In meinem Computer wohnt eine italienische Frau, die auf eine sexy Art und Weise die Zeit ansagt, jede Stunde. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Sie ist gefangen in ihrer Software, in ihrer Matrix, in ihrer Scheibenwelt sozusagen.

Sie schaut auf die Rathausuhr, die in Wirklichkeit gar nicht existiert, und sagt mir die Zeit an. Ich weiß nicht, ob sie vermutet, dass es eine Welt gibt außerhalb ihrer virtuellen Welt. Und ob sie glaubt, dass es Wesen höherer Ordnung gibt. Also mich zum Beipiel.

Ihre Zeit und meine Zeit stimmen immer überein. Wenn sie zum Beipiel als Uhrzeit ein Uhr angibt, dann ist es bei mir auch ein Uhr. Also nachts. Sonst würde sie dreizehn Uhr sagen. Auf italienisch, versteht sich.

Gerade habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn es eine Art Dimensionstor gäbe von ihrer Welt zu meiner. Sie käme dann aus der Computersoftware heraus, würde sich inkarnieren oder manifestieren, oder wie man es nennen soll, und hätte ein Pendel in der Hand. Ein riesiges Pendel von der Rathausuhr, falls es so was gibt. Oder meinetwegen von der Standuhr ihrer Oma. Ist ja auch egal.

Und sie schlüge mir mit aller Gewalt mit dem Pendel auf den Kopf, sodass mein Schädel aufplatzte und mein ganzes Gehirn im Zimmer umher gesploddert würde. Eklig.

So was stelle ich mir vor, nachdem sie ganz brav und harmlos die Zeit angesagt hat. Um ein Uhr nachts.

Katzen aus der Hölle

Samstag, Juli 2nd, 2011

Vor kurzem hatte ich mal wieder einen Albtraum. Das Traumgeschehen erlebte ich sozusagen als Zuschauer, also ohne selbst betroffen zu sein.

In einem Zimmer befanden sich zwei ältere Frauen und zwei Katzen, die einer der beiden Frauen gehörten. Die andere Frau streichelte eine der Katzen, wurde aber dabei von dieser heftig gebissen. Die Frau wollte aber gut zu der Katze sein und streichelte immer weiter, obwohl die Katze ihr den Arm erheblich verletzte.

Die Katzenbesitzerin packte schließlich die beißende Katze am Nackenfell und warf sie zur Strafe heftig auf den Teppich. Doch sie hatte nicht wirklich Gewalt über die Tiere und war, wie zu sehen war, selbst oft genug gebissen worden.

Ich sah, dass die Frauen fürchterliche Verletzungen hatten. Besonders ihre Arme waren schwer verletzt und blutig, große Fleischstücke waren heraus gebissen worden.

Die Katzen stellten das grundlose, pure Böse dar. Sie ließen sich nicht zähmen. Katzen aus der Hölle, könnte man sagen.

Horrorhaus

Donnerstag, Juni 23rd, 2011

Gefangen im Horrorhaus. Weiße Wände, labyrinthartige Gänge. Dunkelheit und zuckende Lichtblitze. Dämonen, die über den Boden kriechen. Schreie.

Die Angst, nie mehr frei zu kommen. Die Furcht vor der Dunkelheit. Geräusche von nirgendwo und überall. Ein Flüstern. Ein Wispern. Echos. Widerhall, tausendfach.

Erinnerungen. Wie es früher war, damals, außerhalb des Horrorhauses. Wie es sein könnte, wäre man nur frei. Wäre man nur nicht hier drinnen gefangen, eingeschlossen, eingesperrt.

Alle Gänge führen nur tiefer hinein. Kein Korridor endet an der Ausgangstür, an der Außenwand. Jeder Versuch, zu entkommen, verschlimmert die Lage. Kein Entrinnen.

Aufwachen wäre das Richtige jetzt. Aber wie soll man aufwachen, wenn man gar nicht schläft. Es kann nicht real sein. Eigentlich. Es ist furchtbar. Es ist real.

Bett

Donnerstag, Juni 9th, 2011

Ach, Kinders, kann es denn etwas Schöneres geben, als nach einem anstrengenden, weil arbeitsreichen, aber auch, wenn man so will, erfolgreichen Tag zu Bett zu gehen? Ich meine: Nein, kann es nicht. Schlafen ist einfach super. Gut, dass die Natur das so eingerichtet hat.

Doch morgen früh ist die Nacht vorbei, und vormittags muss ich beruflich nach Bremerhaven oder Bremerhafen, oder wie auch immer man diese Stadt, die mir eigentlich ansonsten ziemlich am Podex vorbei geht, schreibt, denn ich liebe die dreckigen, derben Ruhrgebietsstädte oder auch die vergammelten Städte meiner Heimat, das/dem/des Bergische(n) Land(es) (oh deutsche Grammatik). Und nicht diese adretten norddeutschen Städte mit ihren doofen Backsteingebäuden. Ich meine, also Fachwerk und Schiefer sind doch schließlich die wahre Baukunst, und nicht so komische rote Steine.

Aber das soll mich heute Abend/Nacht nicht mehr jucken. Jetzt gehe ich pennen und hoffe auf wundervolle Horror-Träume, in denen mich verpudeltete Köter beißen oder ich mich in unterirdischen Parkhaus-Labyrinthen verirre oder so ein Zeug.

Doch eigentlich würde ich lieber noch länger der wundervollen Chillout-/Ambient-Mucke lauschen, die als Internet-Stream ihren Weg in meine Lautsprecherboxen gefunden hat. »Falling in Love« hieß der Song, der gerade gespielt wurde.

Ja, sich mal wieder verlieben, und zwar glücklich, das wär’s. Letztens hatte ich mal so einen bemerkenswerten Traum. Diese langen Beine, diese Schenkel, diese …

Aber das ist eine andere Geschichte und soll an anderer Stelle erzählt werden.

Biss

Montag, Mai 23rd, 2011

Traum in der Nacht zum 23. Mai 2011:

Ich streichelte einen Hund und sagte zu ihm: »Ja, du bist der liebe Junge!« Er ließ es sich eine Weile gefallen, dann fing er an, an meiner Hand zu knabbern. Ich kenne dieses »Beißeln« von der Katze von Freunden, bei der es immer freundlich gemeint ist und nicht weh tut, und dachte mir also auch hier zunächst nichts dabei.

Dann biss der Hund aber richtig in meinen linken Handballen hinein, ließ nicht mehr los und zerrte an dem Fleisch, das sich wie eine Gummimasse dehnte. Ich rief: »Aus!« und versuchte, mit der freien Hand den Hund zu packen. Die umstehenden Menschen konnten oder wollten mir nicht helfen und ließen alles einfach geschehen.

Schließlich hatte der Hund meinen Handballen aus der Hand heraus gebissen, spuckte das Fleisch aber angewidert aus, sodass ich es vom Boden aufheben konnte. Ich wusste gar nicht, wo ich es aufbewahren sollte. Außerdem würde es sich wahrscheinlich im Krankenhaus nicht mehr annähen lassen, denn es war völlig zerkaut.

Ich besah meine Hand, der nun ein gutes Stück unter dem Daumen fehlte. Kein hübscher Anblick. Ich würde die Hand weiterhin gebrauchen können, dessen war ich mir ziemlich sicher; vielleicht sogar ohne besondere Beeinträchtigungen.

Dennoch: Nichts würde von nun an so sein wie vorher.

Der gruselige Zylinderträger

Sonntag, März 20th, 2011

Nachtrag: Die Animation habe ich wieder rausgeschmissen. Diese Flash-Kacke und das Einbinden externer Inhalte machen die Seite unnötig langsam, und die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus muss eh noch verbessert werden. Aber es gibt ja eine kleinere Version in Form eines animierten GIF-Bildes in einem älteren Artikel.

In 2008 hatte ich mal die Website Aniboom gefunden. Dort kann man Animationen erstellen und veröffentlichen. Und kürzlich habe ich die einzige Animation auf meinem PC wiedergefunden, die ich jemals mit Aniboom gebastelt habe. Ich hatte danach nie mehr Zeit und Lust, weiterzumachen und vielleicht etwas Besseres zu produzieren. Ich nehme lieber andere Animations-Programme für so was.