Posts Tagged ‘Gesellschaft’

Fröhliche Weihnachten

Sonntag, Dezember 25th, 2011

Schöne Weihnachten allen, denen etwas daran liegt. Mir nicht. Ich finde zwar Jesus Christus einen coolen Typen, der saugute Sachen gesagt, Ausbeuter angeprangert und immer zu den einfachen, aber gutherzigen und ehrlichen Leuten gehalten hat. Diese Einstellung gefällt mir total gut.

Aber ich verstehe nicht so recht, warum man zweitausend Jahre lang so einen Kult betreibt. Noch zumal Jesus die Menschen aufgefordert hat, gleiche Werke zu vollbringen wie er selbst, wenn nicht gar größere. Er hielt sich also nicht für etwas Besonderes, sondern sein Ziel war es, den Menschen deutlich zu machen, dass jeder etwas für sich und die Welt tun kann und sollte. Jedenfalls verstehe ich das so, wenn ich die Evangelien lese.

Nun gut, ich will hier keine theologischen Auseinandersetzungen anzetteln, die ja eh zu nichts führen. Statt dessen wünsche ich euch allen fröhliche Weihnachten, egal was sie für euch bedeuten. Und wenn ihr auch nur die kleinste Möglichkeit seht, irgendwas in eurem Umfeld wenigstens ein bisschen zu verbessern, gesünder zu machen (im weitesten Sinne): haut rein!

Industrie wächst und sorgt sich

Donnerstag, Dezember 22nd, 2011

Es stand in der Zeitung, in 2011, dem Jahr, in dem es wirtschaftlich wieder aufwärts ging:

industrie-waechst-und-sorgt-sich

Gut beobachtet, liebe Reporter! Ja, hier in Deutschland wird nicht nur auf hohem Niveau gejammert, sondern nun sind offensichtlich Jammerei, Sorgen und Ängste so sehr kultiviert worden, dass wir uns auch in guten Zeiten einfach selbst die positive Stimmung kaputt machen.

Das ist eine Kunst, die uns das Ausland erst mal nachmachen soll! Da sind wir aber Meister drin, da wird uns so leicht keiner schlagen! Die Bildung ist im Keller, was soll’s, aber die Kunst des Jammerns wird zur Vervollkommnung getrieben: Mathe Fünf, Deutsch Sechs, Jammern Eins.

Ich finde es gut. Denn wozu soll man sich auch freuen, wenn es aufwärts geht? Die Talsohlen sind doch schließlich ein Grund zur Freude, nicht die Berggipfel! Denn nach der Wanderung im finsteren Tal kommt schließlich irgendwann wieder der Aufstieg. Aber wenn man oben auf dem Berg ist, dann – ja dann kann es doch nur noch abwärts gehen, ach herrje.

Und wie wusste Johann Wolfgang von Goethe schon: Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.

Haaaach …

Panopticon

Dienstag, Dezember 13th, 2011

Frisch bei Facebook entdeckt und direkt schon bei Sackmühle weiterempfohlen:

Panopticon from Tim Weskamp on Vimeo.

Armutsgrenze, Überwachungsstaat, Verschwörungstheorien, Drohnen. Sind wir nicht alle mutmaßliche Terroristen, die staatlich überwacht werden müssen?!

Sozialquark

Sonntag, November 27th, 2011

So, jetzt werde ich mal diese ganzen überflüssigen Gemeinschafts-Plattformen, oder wie man diesen social stuff nennen soll, wieder abstoßen und meine Konten löschen. Ja gut, jetzt nicht gerade bei Facebook oder dem vielversprechenden Google+. Und ich werde sogar zusätzlich noch das aufstrebende Diaspora (so eine Art Facebook, nur als Open Source) ausprobieren, vielleicht. Nein, ich meine diese unbedeutenden und veralteten Dinger wie meinVZ oder Wer kennt wen.

Und Posterous, nun ja, es ist mir zwar irgendwie sympathisch, weil es so schön aufgeräumt daherkommt. Aber ich kenne keinen, der auch da ist. Und Twitterfeed kann meine Feeds nach dort nicht hochladen. Zu guter Letzt: Bookmarks dort zu speichern via AddThis klappt irgendwie auch nicht besonders gut, das gibt manchmal Zeichen-/Bildersalat.

StayFriends? Ich weiß, ehrlich gesagt, auch da nicht so recht, was ich dort soll. Jo, man trifft alte Klassenkamerad(inn)en wieder. Und was soll ich mit denen anfangen? »Hallo, wie geht’s, was machst du?« – nachdem man sich dreißig Jahre nicht gesehen, angerufen oder geschrieben hat? Da kannst du doch ein Ei drüber schlagen. Und die Mädels, die ich damals zur Schulzeit scharf fand, sehen zwar teilweise immer noch scharf aus, aber sind alle in einer festen Beziehung oder verheiratet oder in einer lesbischen Liaison oder was. Vergiss es.

Ist aber schon komisch, es muss die midlife crisis sein: Wir werden alle älter und älter und sehnen uns nach der Jugend zurück; versuchen irgendwas davon zurückzugewinnen oder festzuhalten oder was weiß ich. Die gute alte Zeit. Die Schulzeit.

Ich jedenfalls fand sie furchtbar. Allerdings habe ich eine ganze Menge netter Leute damals kennengelernt. Und mit einigen wenigen bin ich tatsächlich heute noch befreundet. Ab und zu sieht man sich auch noch.

Im richtigen Leben, Baby. In der wirklichen Welt. Persönlich.

Global, regional, scheißegal

Sonntag, November 13th, 2011

Hier wollte ich mal über die Verbraucherverarsche mit den ach so regionalen Lebensmitteln schreiben. Denn wie kann zum Beispiel Milch aus Schleswig Holstein, die hier in Nordrhein-Westfalen verkauft wird, ein regionales Produkt sein? Oder die Zutaten zu Produkten stammen gar nicht aus der Region, sondern werden hier nur weiter verarbeitet.

Das Umweltgewissen der Käufer wird missbraucht, um umweltschädliche Produkte (umwelt­schäd­lich wegen der langen Transportwege) trotzdem an den Mann oder die Frau zu bringen.

Wie eingangs gesagt: ich wollte über diese Dinge schreiben – aber das ist schon eine Weile her, und jetzt habe ich keine Lust mehr. Außerdem wäre es heuchlerisch. Denn wenn ich den mahnenden Zeigefinger erhebe, müsste ich selbst erst einmal bei Bauern hier vor Ort einkaufen statt im Supermarkt.

Nazi-Dreck im Briefkasten

Samstag, November 5th, 2011

Heute hat sich die NPD erdreistet, ein extrem ausländerfeindliches Flugblatt in unseren Briefkasten zu werfen. Anlass ist der geplante Neubau einer Moschee hier in Remscheid, die sich in schlechtem Zustand befindet. Einen Muezzinruf soll es nicht geben; insofern dürfte sich eigentlich kein Bürger gestört fühlen, jedenfalls nicht mehr als durch das Bimmeln der Rathaus- oder Kirchenglocken.

Doch die NPD lässt auf ihrem Flugblatt eine Hasstirade gegen Muslime und überhaupt gegen alle nichtdeutschstämmigen Menschen, die in Deutschland leben, los.

Moscheen und Minarette werden als »fremdländische Machtsymbolik« und »Landnahme auf fremdem Territorium« bezeichnet. Weiter heißt es, 25 Prozent der in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen hätten eine nichtdeutsche Abstammung. Der flüchtige Leser könnte (und soll bestimmt) nun den Schluss ziehen, diese 25 Prozent seien alles Muslime, die Deutschland durch den Bau von Moscheen unter­wandern wollen.

Hier wird ganz bewusst Angst geschürt vor einer angeblichen Gefahr, die überhaupt keine ist – muslimische Mitbürger wollen schließlich nur ihren Glauben leben. Und diese Religions­freiheit sichert ihnen das deutsche Grundgesetz in Artikel 4 ausdrücklich zu: »Die ungestörte Religions­ausübung wird gewährleistet.«

Ferner ist in dem Flugblatt (in einem weiter gefassten Zusammen­hang) verallgemeinernd die Rede von Ghettobildung, Kriminalität und Verwahrlosung durch nichtdeutsche Bevölke­rungs­schichten. Der Gipfel des Ausländer­hasses, und zwar in Form einer Verunglimpfung der türkischen Sprache, ist (als Computergrafik) ein umgestaltetes Stadtausgangsschild, das nun nicht mehr »Remscheid« heißt, sondern »Rümschüd«.

Traurig, dass eine Partei, die solch ein widerwärtiges Hass-Gedanken­gut verbreitet und offen­sicht­lich am liebsten alle nicht­deutschen Menschen aus Deutschland entfernen würde, immer noch nicht verboten worden ist.

»Aus Liebe zu Deutschland« ist der Slogan der NPD. Diese Liebe sollte aber auch unbescholtene, friedliche Einwanderer mit einschließen.

Schlange im Getriebe

Mittwoch, Oktober 19th, 2011

Sand oder Mehl im Getriebe ist doch beides blöd. Zugegeben, der Schmirgeleffekt bei Sand ist ganz gut, und Mehl ist so wunderbar fein, dass es auch in die kleinsten Ritzen gelangt. Doch was wir brauchen, Freunde der Anarchie, Piraten, Arbeiter, Bauern und Stadtindianer, ist doch eine Schlange im Getriebe!

Ja, richtig, Schlange sage ich. Weil die lang und giftig oder aber dick und würgend ist. Beides ist gut, wenn man ein repressives System zum Stillstand bringen will. Und bitte, kommt mir jetzt bloß nicht wegen Tierschutz und so. Man kann ja auch eine Roboterschlange aus Metall und Elektronik statt Fleisch und Blut nehmen.

Aber ich denke schon weiter. Ich bin schon wieder mal meiner Zeit voraus. Ich denke schon gar nicht mehr an Sand und Rotz und Wasser und Mehl und Schlangenhaut und so. Ich denke schon an Spinnen. Spinnen im Getriebe. Die weben alles zu. Die spinnen. Die Zahnräder des Imperialismus werden zum Erliegen kommen.

Wir brauchen nur genügend viele Spinnen.

Thai-Massage

Donnerstag, September 1st, 2011

Diese Thai-Massage-Studios wachsen hier bei mir in Remscheid wie Pilze aus dem Boden. In anderen Städten ist es vermutlich nicht anders. Die Straßen sind von Thai-Massage-Dingern beinah schon so übersät wie von Handyläden und Dönerbuden.

Wie ich gehört habe, wollen sich manche schweinischen Kunden nicht die Gräten massieren lassen, sondern ihren Prachtstängel durchgeknetet bekommen. Sie werden bei Ablehnung durch die Masseurin aufdringlich und bekommen daraufhin natürlich Hausverbot. Richtig so. Sollen sie doch ein bisschen Geld ansparen, als Sextourist nach Thailand fliegen und mit Tripper und Syphilis zurück kommen.

Da ist es mit den Dönerbuden schon einfacher. Ich nehme allerdings nie Döner, sondern nur so eine Salattasche oder wie das heißt.

»Mit scharf?« – »Ja bitte. Scharf wie eine Thai-Massage!«

Verrückt

Donnerstag, Juli 21st, 2011

Ach, Freunde der Nacht, ich muss euch gestehen: Ich will ab und zu einfach mal verrückt sein. Also im Sinne von: verrückte Dinge tun. Denn immer seriös, immer ernst, das ist doch eigentlich voll daneben.

Verrückte Stars zum Beispiel sind schließlich in aller Regel auch beliebter als die stillen, sanften und unauffälligen. Okay, ich bin jetzt kein Star im engeren Sinne … aber trotzdem. Doch die Gesellschaft schreibt uns anscheinend eine Trennung zwischen Privat- und Berufsleben vor.

So ist im Beruf Verrücktheit in den meisten Branchen unerwünscht. Was sollen denn die Kunden denken! Privat verrückt sein geht auch nur in sehr engen Grenzen. Und wenn du dann verrückte Dinge im privaten Blog schreibst und Kunden das aufgrund eines dummen Zufalls zu lesen bekommen – ja, was dann?

Verlierst du dann deine Aufträge? Oder finden sie es gut, wenn einer sich mal nicht durch und durch angepasst gibt? Schmunzeln sie? Beauftragen sie dich nun erst recht, weil du eben nicht so ein geschäftsmäßig bierernster Fuzzi bist?

Ich weiß es nicht. Ich verhalte mich jedenfalls immer möglichst natürlich. Ich will authentisch sein. Ich will mich nicht verstellen und irgendeine doofe Rolle spielen mit Maske vor dem Gesicht. Ich will auch und gerade vor dem Kunden so sein, wie ich nun mal bin. Und vermutlich bin ich nicht gerade der unsympathischste Mensch der Welt, auch mit meinen Schwächen und Fehlerchen nicht.

Sollen sie doch die Sackmühle lesen. Und am besten Spaß dabei haben.

Ach, was soll man

Samstag, März 26th, 2011

Ach, was soll man sich bloß immer ausdenken! Wie soll einem immer wieder was einfallen! Das sind die beklemmenden Sorgen eines Bloggers wie ich … mich … mir … Und da haben wir schon den Salat, einen zusätzlichen Salat nämlich, der sich mit der Einfallslosigkeit paart: die Unsicherheit in grammatikalischen Belangen.

Ach, ich leg’ mich am besten wieder hin. Aber andererseits muss ich euch Lesern doch was bieten und euch Leserinnen be­frie­di­gen. Ihr sollt euch doch alle in Mühlen wohlfühlen, zumindest in meiner heimeligen Sackmühle. Ja, auch ein Sack kann kuschelig sein. Er muss ja nicht aus kratziger Jute bestehen. Cord ist da schon besser. Am besten orange und braun und noch aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammend. So viel Retro wollen wir uns hier einfach mal gönnen.

Ach, wo wir gerade von Cord sprachen: meine dunkel­orange­rote Cordhose (vielleicht könnte man sie auch rostrot nennen) hat sich ziemlich abgerubbelt, besonders im Schritt – wobei ich echt nicht so recht weiß, wieso gerade da. Na ja, auf jeden Fall ist es alles keine Qualität mehr heutzutage. Also, die Hosen und so. Alles nur noch mit dem Ziel hergestellt, schnell zu ver­schleißen, sodass man bald wieder neu kaufen muss.

Früher war alles besser. Nur jammern können wir Deutschen heute besser als jemals zuvor. Behaupte ich einfach mal, weil es halt gerade so im Trend liegt, über das Jammern zu jammern.

Jetzt gehe ich aber echt pennen. Hoffentlich habe ich Alpträume. Ich mag es, Angst vor irrealen Traumgespinsten zu haben. Böse Tiere, gespenstische humanoide Dämonwesen aus der Schatten­welt, labyrinthartige Gebäude, aus denen man nie mehr hinaus findet – das ist doch groovy!