Heute entdeckte ich ein komisches, längliches, braun-schwarzes Ding auf den kalten, ungemütlichen Bodenfliesen meines Badezimmers, als ich just am Waschbecken stand, um meine Hände gründlich zu reinigen.
Aber es war kein lebloses Ding, sondern, wie sich herausstellte, ein armes Lebewesen, das auf dem Rücken lag und schwach mit den Beinen strampelte, als ich vorsichtig mit dem Fuß daran stieß. Genauer gesagt: ein sogenannter Ohrenkneifer. Er musste wohl bei dem regnerischen Wetter durch das offene Dachfenster in mein Bad gepurzelt sein.
Nun bin ich zwar ein Tierfreund, aber … hm … nicht immer und überall und in jedem Fall. Natürlich hat ein Ohrenkneifer durchaus seine Daseinsberechtigung, und draußen in der freien Natur würde ich ihn zweifelsohne in Frieden lassen. Aber nicht in meinem Badezimmer.
Ein Stück Klopapier, das ich mit reichlich Rasierwasser zur Betäubung und gleich daran anschließender Zerquetschung des Tieres tränkte, tat seinen Dienst. Die Klospülung besorgte die Bestattung.
Tja, das Leben ist manchmal eklig. Wenn du ein Mensch bist. Und extrem gefährlich. Wenn du ein Ohrenkneifer bist.