Archive for the ‘Zum Sack zackzack’ Category

Kompressor

Freitag, Dezember 30th, 2011

Ich erinnere mich an Sommernächte in irgendeiner Vergangenheit, weit zurück, in einer Zeit, in der die Luft zauberhaft war und das Unmögliche fassbar schien und das Leben einem jeden Tag neue, interessante Erfahrungen bescherte und eine Berührung so leicht von der Hand ging und dabei doch so unendlich wenig oberflächlich war, sondern bedeutungsvoll und ergreifend und irgendwie auch märchenhaft und irreal.

Und ich könnte mir vorstellen, dass irgendein Mädchen in jenen Tagen irgendwann aus irgendeinem verrückten Grund irgendetwas so ungefähr in der Art zu mir sagte oder vielleicht auch nur vorhatte zu sagen wie:

»Ich möchte mein Leben durch den Kompressor jagen, Baby, auch die leiseren Töne sollen laut sein, es soll verdammt noch mal druckvoll klingen und dröhnen, es soll rocken, ich möchte den Level anheben bis zum Gehtnichtmehr, und es muss nicht immer harmonisch sein, das kann es gar nicht, aber die Pegel sollen oben stehen, so weit wie es gerade noch geht. Mein Leben soll ganz kurz vor der Verzerrung, vor der Übersteuerung sein.«

Thai-Massage

Donnerstag, September 1st, 2011

Diese Thai-Massage-Studios wachsen hier bei mir in Remscheid wie Pilze aus dem Boden. In anderen Städten ist es vermutlich nicht anders. Die Straßen sind von Thai-Massage-Dingern beinah schon so übersät wie von Handyläden und Dönerbuden.

Wie ich gehört habe, wollen sich manche schweinischen Kunden nicht die Gräten massieren lassen, sondern ihren Prachtstängel durchgeknetet bekommen. Sie werden bei Ablehnung durch die Masseurin aufdringlich und bekommen daraufhin natürlich Hausverbot. Richtig so. Sollen sie doch ein bisschen Geld ansparen, als Sextourist nach Thailand fliegen und mit Tripper und Syphilis zurück kommen.

Da ist es mit den Dönerbuden schon einfacher. Ich nehme allerdings nie Döner, sondern nur so eine Salattasche oder wie das heißt.

»Mit scharf?« – »Ja bitte. Scharf wie eine Thai-Massage!«

Die li- li- liebe Libido

Donnerstag, Januar 27th, 2011

Sind wir nicht alle ein Biss?
Sind wir nicht alle Blu?
Na, sind wir nicht,
na, sind wir nicht?
Ja, sind wir denn nicht alle,
sind wir denn nicht alle nah?
Sind wir denn nicht alle da?
Sind wir denn nicht alle da
unten rum so ein biss-,
biss-,
bisschen

Blu-

na?

Halterlose Strümpfe

Donnerstag, Dezember 23rd, 2010

Heute Morgen hatte ich mal wieder sehr seltsame, bekloppte Träume. Irgendwelche Straßenszenen aus meiner Jugendzeit vermischten sich mit ziemlich abstrakten Programmier-Problemstellungen. Hm, kann ich das irgendwie kreativ umsetzen? Informatik auf der Straße … PHP auf dem Bürgersteig … Iterationen, perspektivisch verzerrt … na, ergibt alles keinen rechten Sinn.

Kurz vor dem Aufwachen wurde es konkreter. Völlig andere Szene: eine zunächst als recht bieder und schüchtern erscheinende junge Frau entpuppt sich schließlich als ziemlich durchtriebenes Sexluder. Zunächst bin ich etwas enttäuscht, da ich eigentlich immer nach dem Frauentyp suche so in Richtung heilige Unschuld, die auf meinen Intellekt statt auf meinen Körper scharf ist.

Aber beim Anblick ihrer aufreizenden halterlosen dunkelbraunen Strümpfe in edler Qualität macht sich doch eine gewisse Erregung bei mir bemerkbar.

Wir Menschen sind eben Tiere. Einigermaßen hoch entwickelte Säugetiere, ja, aber eben doch Tiere. Und tatsächlich möchte ich manchmal auf allen Vieren laufen und ein Beutetier jagen, es mit einem geschickten Biss in die Kehle töten und dann zerreißen und zerfleischen, bis mein ganzes schönes Raubtiergesicht mit dem Blut der Beute besudelt ist. Und denken: wie erotisch kann Gewalt sein! Und im Umkehrschluss: wie gewaltig ist doch die Erotik!

Jo, so durch den Wind bin ich.

Alice läuft barfuß

Dienstag, November 9th, 2010

Ach, ich mag sie einfach, diese Alice aus der Alice-Werbung. Immer hat sie diese luftigen Kleider an, immer flattern ihre Haare im Wind, auch in Innenräumen, und immer läuft sie barfuß, während doch in der Zalando-Werbung die Frauen massenhaft Schuhe kaufen und damit Männer, Hippies und Fernsehzuschauer schier in den Wahnsinn zu treiben vermögen.

Nicht so meine liebe Alice. Sie weiß, dass barfuß zu laufen gesünder ist als in Stöckelschuhen zu stolpern. Sie bekommt sicherlich so schnell keine mit unangenehmem Geruch behafteten Schweißfüße. Allein, wenn sie so auch über die Straße läuft, nun, dann wollen wir mit ihr hoffen, dass Hundekot und zerschmetterte Bierflaschen auf ihrem Weg ins Werbestudio nicht vorhanden sein mögen.

Ach, wehmütig erinnere ich mich an die Anfangszeit, als sie noch ein knallrotes Kleid tragen durfte. Heutzutage wird sie von den Marketingfuzzis gezwungen, so hässliche gedeckte Farben zu tragen wie olivgrün oder was auch immer das für eine Farbe überhaupt sein soll. Wenigstens ihre als hellbrünett bis blond zu bezeichnenden, langen Haare bleiben immer gleich.

Doch wenn ihr mich nach ihrer Augenfarbe fragt – nun, die weiß ich nicht.

Das sanfteste, wildeste, natürlichste und lasziveste Raubkatzenaugengrün würde zu ihr passen.

In the wind psycz

Mittwoch, Oktober 13th, 2010

Ich höre gerade einen Ambient-Sender per Internetradio, aber sie spielen gar kein Chillout-Zeug, sondern es geht momentan richtig ab, so mit Drum’n’Bass, Trance, Acid Jazz, so diese Richtung ungefähr.

Diese Musik törnt mich gerade total an, und ich möchte am liebsten voll aufdrehen und tanzen, bis mir die Hirse aus der Birne exzentrifugiert wird, ich total in Trance bin wie diese Urwaldvölker beim Regentanz und es dann wirklich zu regnen anfängt. Rosen mit Dornen soll es regnen, die mir das Fleisch zerfetzen, was mich dann noch mehr aufputscht.

Und das alles in meiner feudalen Dachgeschosswohnung mit Blick in die Dunkelheit.

Pop-Kunst

Samstag, Juli 24th, 2010

Ach, jahrelang läuft man mit dem geheimen Wunsch im Kopf durch die Straßen seiner Stadt, dass doch einfach mal eine interessante Frau einen ansprechen möge und daraus eine wundervolle Romanze entstünde.

Ja, und heute ging der erste Teil meines Wunsches in Erfüllung, denn kurz vor dem Supermarkt, in welchem einzukaufen ich mich anschickte, liefen in ein paar Metern Entfernung zwei junge Frauen diagonal an mir vorbei, mich interessiert anschauend. Und die eine rief mir dann »Guten Abend!« zu. Leider war es die hässlichere der beiden Damen.

Ich jedoch ging wortlos und mich nicht umdrehend weiter, geradewegs auf den Eingang des Supermarktes zu. Denn die Frauen gibbelten und gackerten so komisch, und auf so was kann ich ja nun gar nicht. Na ja, wer weiß, wie jung die noch waren, bestimmt nur so Anfang zwanzig, da fehlt eben noch die Reife, jedenfalls die geistige.

Und das Motiv auf meinem T-Shirt haben sie bestimmt auch nicht als ein bedeutendes Kunstwerk aus der Ära der amerikanischen Pop-Art erkannt, diese jungen kulturlosen Hühner. Es ist das Gemälde von Roy Lichtenstein (1923–1987), das eine blonde Frau zeigt, die in einer Comic-Sprechblase denkt: »M-MAYBE HE BECAME ILL AND COULDN’T LEAVE THE STUDIO!«

Außerdem lasse ich mich nicht einfach von wildfremden komischen Weibern auf der Straße anquatschen, schon gar nicht von zweien auf einen Schlag. Wer weiß, was die gemeinsam sonst noch so für Sachen mit einem vorhaben. Obwohl … nun ja … zwei Mädels, ein Mann (nämlich ich) … hm …

Aber nee, dann ist der Euro ja nur noch 33,33 Periode Cent wert, wenn man zwei so junge, lebenslustige und wahrscheinlich kaufwütige Damen als Klötze am Bein hat. Nee, lasst mal, Mädels, nicht mit mir.

Gestern Nacht, die reifere Frau in der Eisdiele, mit der ich flirtete, die wäre vielleicht eher mein Kaliber gewesen. Aber wenn Damen mittleren Alters schon so unangenehm angeschickert sind, auf Tuchfühlung gehen und anfangen, einen anzugrabschen … boh näh, das kann es auch nicht sein.

So, dann will ich mir mal einen schönen Fernsehabend machen, und zwar mit mir allein, plus leckerem Essen und Trinken und mit reichlich Horror- und Actionfilmen. Das Leben hat auch seine guten Seiten.

Stock und Hut steht ihm gut

Donnerstag, Juli 1st, 2010

Ach, was hat die Mutter weinen müssen, als der kleine Hans, liebevoll auch Hänschen genannt, in die weite Welt hinaus gezogen ist. Doch vorher hatte er sich selbst ausgezogen, und so ging er nun splitterfasernackt durch die Weltgeschichte, der junge, unerfahrene Spund mit seinen grünen Ohren.

So begab es sich, dass er an einen völlig isoliert in der freien Wildnis stehenden Turm aus Stein geriet, und oben schaute ein blondes Mädchen aus einem schmalen, doppelt verglasten Fenster, das sie geöffnet hatte, zu Hans herunter. Oder heraus. Oder herunter.

Herunter ließ sie auch ihr Haar, denn den Rock konnte sie ja nicht herunter lassen, den hatte sie ja schon vor Jahren ausgezogen, um ihn in den Altkleidersammelbehälter draußen im Wald zu spenden, also da rein zu werfen. Bluse, Mütze, Gürtel und BH und was frau als junge Frau normalerweise so alles am Leibe trägt, hatte sie gleich hinterher geschmissen. Nackt war doch viel besser, denn in diesem Märchenland herrschte ja immer wunderbarstes Sommerwetter, das ganze liebe lange Jahr lang.

Lang wurde nun auch Hänschens Schwänzchen, als er Aschenputtel oder Rapunzel, oder wie auch immer sie heißen mochte, so nackert da oben aus dem Fenster gucken oder kucken oder glotzen sah, doch dann musste sie kotzen, und da war es vorbei mit Hänschens Wollust, die man nach wie vor mit nur zwei ell schreibt.