Archive for the ‘Treu bis in die Spreu’ Category

Sozialquark

Sonntag, November 27th, 2011

So, jetzt werde ich mal diese ganzen überflüssigen Gemeinschafts-Plattformen, oder wie man diesen social stuff nennen soll, wieder abstoßen und meine Konten löschen. Ja gut, jetzt nicht gerade bei Facebook oder dem vielversprechenden Google+. Und ich werde sogar zusätzlich noch das aufstrebende Diaspora (so eine Art Facebook, nur als Open Source) ausprobieren, vielleicht. Nein, ich meine diese unbedeutenden und veralteten Dinger wie meinVZ oder Wer kennt wen.

Und Posterous, nun ja, es ist mir zwar irgendwie sympathisch, weil es so schön aufgeräumt daherkommt. Aber ich kenne keinen, der auch da ist. Und Twitterfeed kann meine Feeds nach dort nicht hochladen. Zu guter Letzt: Bookmarks dort zu speichern via AddThis klappt irgendwie auch nicht besonders gut, das gibt manchmal Zeichen-/Bildersalat.

StayFriends? Ich weiß, ehrlich gesagt, auch da nicht so recht, was ich dort soll. Jo, man trifft alte Klassenkamerad(inn)en wieder. Und was soll ich mit denen anfangen? »Hallo, wie geht’s, was machst du?« – nachdem man sich dreißig Jahre nicht gesehen, angerufen oder geschrieben hat? Da kannst du doch ein Ei drüber schlagen. Und die Mädels, die ich damals zur Schulzeit scharf fand, sehen zwar teilweise immer noch scharf aus, aber sind alle in einer festen Beziehung oder verheiratet oder in einer lesbischen Liaison oder was. Vergiss es.

Ist aber schon komisch, es muss die midlife crisis sein: Wir werden alle älter und älter und sehnen uns nach der Jugend zurück; versuchen irgendwas davon zurückzugewinnen oder festzuhalten oder was weiß ich. Die gute alte Zeit. Die Schulzeit.

Ich jedenfalls fand sie furchtbar. Allerdings habe ich eine ganze Menge netter Leute damals kennengelernt. Und mit einigen wenigen bin ich tatsächlich heute noch befreundet. Ab und zu sieht man sich auch noch.

Im richtigen Leben, Baby. In der wirklichen Welt. Persönlich.

Tiere sind böse

Samstag, November 5th, 2011

Tiere sind im Film immer böse: Killerameisen, Mörderbienen, Riesenspinnen, blutrünstige Haie, gefräßige Alligatoren, Kidnapper-Monsteraffen und Gebäude zertrampelnde Urzeitviecher. Und sie alle wollen den Menschen ans Leder. Wo doch der Mensch eigentlich die Krone der Schöpfung ist und nicht diese mutierten Kreaturen.

Also werden diese Missgeburten mit allen nur erdenklichen Mitteln bekämpft: mit Gewehren, Harpunen, Flammenwerfern, Strahlen­waffen, Zielsuchraketen und Napalmbomben. Richtig so! Ich finde es immer toll, wenn es diesen Bestien an den Kragen geht und ihnen der Garaus gemacht wird.

Ein paar klägliche Ausnahmen gibt es aber schon. Denn bisweilen wählt sich der Mensch auch aus dem Tierreich den einen oder anderen Freund: Lassie, Fury und Flipper zum Beispiel.

Na, diese treuen Gefährten sind aber total langweilig. Von mir aus könnten die auch abgeballert werden. Leuchtrakete in den Bauch oder so.

Um Missverständnisse zu vermeiden:
Es handelt sich bei diesem Artikel um Satire. Natürlich bin ich nicht für Gewalt gegen (echte) Tiere in der Wirklichkeit, sondern im Gegenteil für den Schutz von Tieren und für eine gesetzliche Verankerung von Tierrechten.

Die Frau mit den Schuhen

Mittwoch, Oktober 26th, 2011

Eine Frau ging vorhin auf der Straße an mir vorbei, ihre Schuhe quietschten und sie schaute mich ein wenig scheu an, ganz kurz. Sie nah nicht übel aus, wirklich nicht; und hätte sie ordentliche Schuhe angehabt, die nicht bei jedem Schritt quietschen, hätte sie den Hauch einer Chance gehabt, dass ich mich in sie verliebt hätte.

Später im Lebensmittel-Discont lief eine Frau mit weißer Schlaghose und absolut geräuschlosen Turnschuhen an mir vorbei. Hinterher an der Kasse trafen sich unsere Blicke. Und da zeigte sich: nicht nur ihre Schuhe waren perfekt. Nein, diese Frau hatte auch noch ein wundervoll blasses Gesicht. Ich mag nicht diese überbräunten Sonnenstudio-Besucherinnen. Blass und ungeschminkt, mit guten Schuhen, das ist es.

Wow.

Wörtliche Rede

Donnerstag, Oktober 13th, 2011

Ach, was ist denn so schwer daran, sagte sie ohne Punkt und Komma und An- und Abführungszeichen, ohne wörtliche Rede, was ist denn so furchtbar jetzt, einfach meine Hand zu nehmen und zu sagen, hey, ich find’ dich gut, und

Halt die Fresse, Schneehase, sprach ich galant.

Nein, jetzt mal im Ernst, sagte sie, wir könnten doch gemeinsam Großes erreichen, ich meine, emotional, aber auch so, weil wir, so glaube ich sagen zu dürfen, irgendwie doch seelenverwandt zu sein scheinen und

Genau: scheinen. Es scheint nur so. Also hau ab, sagte ich höflich.

So, nun pass mal auf, hob sie noch einmal an, es ist doch so, dass du deine Chancen, deine letzten Chancen flugs ergreifen solltest, ich meine, schau dich doch an mit deinen grauen Haaren und deinem fetten Bauch und deiner hässlichen Visage, wer findet dich denn schon noch groovy, so wie ich es tue, und dann wäre da noch

Ja, jetzt ist aber gut, verzieh dich, Herzblatt, und lasse dich nie wieder blicken, schrie ich ihr auf die mir eigene Art zärtlich ins Ohr.

Amy

Donnerstag, August 11th, 2011

Nun ist es schon wieder ein paar Wochen her, seit Amy Winehouse gestorben ist, und die Medien kümmert ihr Tod inzwischen nicht mehr. Nach Michael Jacksons Ableben dauerte der Medienrummel etwas länger.

Übrigens habe ich hier eine doofe Tastatur, an der einige Tasten klemmen, aber das tut eigentlich nichts zur Sache.

Amys Musik gefiel mir zwar größtenteils nicht so richtig gut, aber nachdem ich im Fernsehen einige Reportagen über sie gesehen habe, empfinde ich ihr gegenüber doch einige Sympathie. Und zweifelsohne war sie eine talentierte Soul-Sängerin.

Alkohol, Drogen und vielleicht eine Borderline-Störung haben sie ruiniert – doch seltsamer Weise üben gerade die kaputten Typen eine große Faszination auf die Menschen aus. Wie auch immer, die Fans werden ihr treu bleiben, und bald werden bestimmt unveröffentlichte Aufnahmen, Zusammenschnitte und Best-of-Alben heraus kommen.

Denn ob ein Star lebendig ist oder tot: der Rubel muss rollen. Business as usual.

Über den Kopf

Mittwoch, Juli 13th, 2011

Manchmal wächst einem einfach alles über den Kopf. Zum Beispiel das Gras, wenn man tot ist und unter der Erde liegt. Gut, ich bin jetzt noch nicht tot, sondern stehe voll im Saft, klar.

Aber auch im Leben, oder gerade im Leben, kann einem was über den Kopf wachsen – quasi das Leben selbst und an sich oder als solches. Ja, keine Angst jetzt, das heißt nicht, dass ich tot sein will oder was. Ich meine ja nur. Das Leben ist halt manchmal anstrengend oder so.

Manchmal wachsen einem aber auch die eigenen Kinder über den Kopf. Gute Ernährung (na ja …), gute medizinische Versorgung, gutes Irgendwas, und dann wachsen sie halt mit dem Kopf bis in die Wolken. Und man selbst kommt sich ganz klein dagegen vor.

Gut also, dass ich überhaupt keine Kinder habe. Kann mir das also schon mal nicht passieren. Ich habe noch nicht mal blöde Haustiere. So wie die Nachbarn mit ihren kläffenden Kötern, die hässlich wie die Nacht sind. Mopse oder so’n Zeug, mit kurzen krummen Beinen und eingedötschten Schnauzen. Meine Fresse. Ekelhaft.

Nee, ich habe lediglich Pflanzen. Und die liebe ich auch sehr. Sie machen keine Geräusche, brauchen im Wesentlichen nur Licht und Wasser und fressen nicht irgendein teures Viehzeugfutter aus einem stinkenden Fressnapf-Laden oder wie die heißen.

Leute, ich hab’s doch eigentlich gut. Wenn man es mal so betrachtet.

Fünfzig

Mittwoch, Juni 22nd, 2011

Nun bin ich fünfzig, und nichts ändert sich. Mit vierzig hat sich auch schon nichts geändert. Vergebens zu hoffen, irgend etwas würde sich schlagartig zum Besseren wenden, zum Guten. Die Menschheit steht schließlich auch noch immer am selben Punkt wie vor Tausenden von Jahren. Von ein paar technischen Errungenschaften und wissenschaftlichen Erkenntnissen mal abgesehen.

Und jetzt die positive Variante:

… Ähm, tja. Bin für Anregungen und Tipps dankbar.

Gutes 2011!

Samstag, Januar 1st, 2011

Liebe Sackmühlen-Leserinnen und -Leser,

ich hoffe, ihr habt eine schöne Silvesterfeier gehabt. Ich wünsche euch allen ein gutes Jahr 2011!

Silvester

Liebe, Trauer und Kameras

Dienstag, November 16th, 2010

Kameras – sie zeichnen die Welt für uns auf. Zusammen mit dem Kameramann halten sie Momente fest, die für die Ewigkeit bestimmt sind. Doch einige Männer empfinden mehr für ihre Kamera. News 4 all hat einen Betroffenen gefunden, der exklusiv über seine Beziehung spricht. Eine Geschichte über Liebe, Trauer und Kameras.

Stadtbücherei

Montag, Oktober 18th, 2010

Und wir dürfen heute sogar noch einem weiteren Geburtstagskind gratulieren. Ich glaube, sie will nicht namentlich genannt werden und lieber in der Anonymität verborgen bleiben. Außerdem machen Geburtstage sie missmutig, falls es sich um ihre eigenen handelt. Nun gut. Kenne ich.

Aus der obigen Einleitung habt ihr nun aber schon herauslesen können, dass es sich um eine Person weiblichen Geschlechts handelt. Ich darf noch einen weiteren Tipp geben: ihr Vorname fängt mit demselben Buchstaben an wie der Titel dieses Blogartikels. Und die Stadt, in der sie arbeitet, ebenfalls.

So, mehr darf ich aber nicht verraten, sonst wird sie mich wahrscheinlich hassen und bei der nächsten Gelegenheit verprügeln, kratzen, anspucken, an den Haaren ziehen (die trotz meines Alters noch reichlich auf dem Kopf vorhanden sind), Kaffeetassen nach mir schmeißen und was Frauen sonst so machen, wenn sie wütend sind.

Also: herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebes weibliches Geburtstagskind mit S am Anfang!