Archive for the ‘Mahlen nach Zahlen’ Category

Letzter Tag

Samstag, Dezember 31st, 2011

Am letzten Tag im Jahr oder am Ende einer langen Ära, am letzten Tag meines Lebens oder am Ende aller Zeiten, da regnet es und regnet und regnet, und du sitzt bei mir und sagst, es könne ja nicht immer regnen, und ich antworte, es bedeute doch nichts, es sei doch egal, und du nickst mit dem Kopf und deine Augen sehen traurig aus und du bittest mich, ein letztes Gedicht zu schreiben, ein Gedicht, das keinen Reim mehr hat, keinen Rhythmus, keine Strophen und nur einen Satz, und ich tue dir den Gefallen, mühsam schreibe ich und schreibe und schreibe, bis ich müde werde und den Stift weglege und merke, wie das Denken einfach innerhalb von Minuten verlischt und ich endlich eintauche in das große, tiefe, zeit- und raumlose

Nichts.

Große blaue Katze

Mittwoch, Dezember 7th, 2011

Eine große blaue Katze
hüpf hüpf hüpf
große blaue Katze
brötz brötz brötz
stahl den Grillkäse
aus dem Markendiskonter
stahl den Käse
aus dem Supermarkt

Sie sagte: Ich mag nun mal
die Grillmäuse gern mit Käse
ich esse eben alles
mit Käse überbacken
mit Käse überbraten
mit Käse übergrillt
auch am Ende des Herbstes
ja am Ende vom Herbst

Die fette blaue Katze war
ein dreistes Biest
die fiese blaue Katze war
ein freches Viech und sprach:
Es ist so einfach
den Käse zu stehlen
es ist so leicht
den Käse zu Clown

Große blaue Katze

Kampfstern

Dienstag, November 29th, 2011

Stefan hat meinen schönen, harmlosen Adventsahornstern in einen brutalen, fiesen Kampfstern umgewandelt. Egal, mir gefällt’s, und Stefan bekommt 100 Punkte von mir (siehe unten).

Kampfstern

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Advents-Ahorn-Stern

Sonntag, November 27th, 2011

Heute, zum ersten Advent, schenke ich euch einen Adventsahornstern. In der Überschrift habe ich das mit Bindestrichen geschrieben, weil die Suchmaschinen es dann als drei Wörter auswerten. Aber eigentlich ist es ein einziges Wort. Und zwar ein Wort, das es erst seit heute gibt, nämlich eine von mir kreierte und daher geniale Wortschöpfung, wie ich es mal in aller Bescheidenheit ausdrücken möchte. Für Jahr­tau­sen­de musste die Menschheit leider ohne dieses Wort auskommen. Ich hoffe, mein Wort trägt ein wenig zum Frieden in der Welt bei. Es müsste nur noch übersetzt werden.

Hier ist der Stern:

Advents-Ahorn-Stern

Ihr dürft ihn ganz frei nach eurem eigenen Gutdünken einsetzen und braucht auch meinen Namen nicht nennen, weil die geringe geistige Schöpfungshöhe dieses flüchtig dahin geklatschte Machwerk nicht zu einem urheberrechtlich geschützten Werk werden lässt.

Ich hatte bloß Tests mit einem fast nie benutzten Vek­tor­grafik­pro­gramm gemacht, um zu entscheiden, ob es deinstalliert werden kann. Wer’s genau wissen will: es handelt sich um Zoner Draw. Serif Draw­Plus, Inkscape und Corel Draw bleiben natürlich.

Login

Mittwoch, Oktober 19th, 2011

Logge dich ein logge dich aus ein aus ein aus ein aus Maus Maus Maus
klick klick klick logge klick logge klick
dich ein dich ein dich ein und aus aus aus
ein aus aus ein aus ein aus aus ein aus
rein und raus und und und und
logge logge ein und und
aus
aus

Wespen

Mittwoch, Oktober 19th, 2011

Ein dumpfes Summen. Ein verzweifeltes Brummen. Wespen am Fenster oder Lastkraftwagen auf der Straße. Laster, die wild an der Fensterscheibe hin und her krabbeln. Fliegen, die Buchstaben durcheinander bringen. Eine gestörte Konzentration. Ein Bass im Ohr. Rhythmus. Wespen an der Scheibe. Fliegen im Scheibenkäse, gefangen in ihrer zweidimensionalen Scheibenwelt. Undurchdringliches Glas. Ich schlage die Lastkraftwagen tot, fange die Wespen mit bloßer Hand, freue mich über den Schmerz ihrer Stiche und lasse die Fliegen frei.

Erich Fried

Mittwoch, Oktober 19th, 2011

Es ist, was es ist: Liebe oder so.

Schimmel

Donnerstag, Oktober 13th, 2011

Ein Hoffnungsschimmel kommt vorbei gelaufen, und ich versuche, ihn am Schweif zu packen, erwische aber versehentlich seine Hoden. Es war ein Rüde. Also ein Hund. Ein weißer Hund. Ob der mir Hoff… ob der mir Hoff… ob der mir Hoffnung geben kann? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Ein schwarzer Rappe kommt auf Schusters Rappen daher stolziert, auf Schusters Leisten, auf Schusters Leim, Leid, weit, Wein, Weib und Gesang. Ein singendes Pferd mit glänzendem Fell. Mitten durch die Stadt läuft es, unbehelligt von Sonne oder Polizei, denn es ist Nacht.

Ein Schimmelkäse, weiß, Weißschimmel, ein weißer Weiß­schimmel­käse quarkt so selig-rührselig unter meiner Nase daher und weiß gar nicht, ahnt gar nicht, ja vermutet gar nicht, dass ihn zu essen ich mich in Kürze, in Bälde, ja in Sekunden anschicken werde. Ach, dieser Hoffnungsschimmer auf diesem Hoffnungsschimmelkäse. Einfach köstlich.

Und ein winziges Tröpfchen roten Bluts tropft von einem Himmel herab, der so tut, als gäbe es keinen Morgen morgen früh mehr. Mir ins Auge tropft das Blut und ich bin infiziert vom Abendrot.

Wo ich doch Weiß lieber mag.

Lösung

Freitag, September 30th, 2011

Es gibt keine Lösung.
Ich überlege,
ich denke nach,
ich grübele,
ich zermartere mir das Gehirn,
aber

es gibt keine Lösung.
Ich kann die Fehler der Vergangenheit
nicht korrigieren
nicht ungeschehen machen
nicht rückgängig machen.
Was geschehen ist, ist geschehen, und

es gibt keine Lösung.
Egal, was ich tue,
egal, was ich versuche,
egal, was ich mir wünsche,
nichts hat Sinn,
alles ist sinnlos:

Es gibt keine Lösung.

Kauderwelsch

Freitag, September 16th, 2011

Harmenist dalgano homplipös rauft Hansschnell. Radist klammbös jadulis Komprimast fuld Raputlan. Plamen dau karlüp Hörns? Malimar klann heimelisch jämmern, buddel namis hungster die Prasaunen.

Nor, sät fih la heischli insomnia durk Oranji! Zaurzaurim flengolis Blindtext quadis vadis Plenum. Emma faste dropp, dann fluppt et! Schlangski krauchelt fürder Fubo mali, mareh, polda amwesulopa Sklebris.

Hammela pomhos Wronik paputo Italge isse schaune Lond. Ömeniz drümbö ala Kazazka hampel die Armanade Caskade. Arnendimo lauop hosenma die unterho wie Haggelmann, buns monst erkamen sölund Praffanolen. Dat Stanis kloppeten jaufolös inner Eien, je sag you.

Ababa holschen den Reilkamen krauz often dalmati pflacken, so die Sodie klaubt munster ägäitös amber Grustol. Plancken lammen piel dasch. Ex libris paumten dar Wüdelmeier, auck knannt Rastemanumen. Effrybotti nohs.

Wassol Gu, wassol Gu, was soll Google damit anfangen?