Archive for the ‘Ganz vorn mit Korn’ Category

Käse in eklig

Mittwoch, April 18th, 2012

Ich mag gern diesen puren Frischkäse, also dieses einfache weiße Zeug. Und gern ballere ich mir da noch was drauf. Das kann Marmelade sein, es können frische Kräuter sein, wenn zufällig gerade Sommer ist und ich Lust habe, welche aus dem Kräuterbeet am Haus abzuschneiden, es kann aber auch gern mal Tomatenmark sein plus gemahlener Pfeffer plus Sojasoße.

Natürlich wissen die Käsehersteller, dass es so Perverse wie mich gibt, die verschiedene Lebensmittel auf seltsame Weise zusammenbringen und tatsächlich auch verspeisen. Daher haben sie sich irgendwann gesagt: »Dann stellen wir doch gleich selbst solchen Mischmasch her, erweitern damit unsere Produktpalette, sprechen neue Zielgruppen an, sind unseren Konkurrenten eine Nasenlänge voraus und potenzieren zumindest für eine gewisse Zeit unseren Absatz. Weil wir ja immer viel zu wenig Ware umsetzen und viel zu wenig Geld verdienen.«

Und weil sie mir Leid tun, kaufe ich denen auch ab und zu ihre Käsekreationen ab, wenn der Supermarkt sie im Sortiment hat. Die Sorten Kräuter, Französische Kräuter und Knoblauch gibt es ja schon ziemlich lange, später kamen noch die Variationen Gartenkräuter und Bärlauch dazu. Alles mehr oder minder lecker. Aber was es heutzutage gibt, sprengt jede Vorstellungskraft:

Frischkäse mit getrockneten Tomaten, mit Chili und Tomate, mit Gurke und Knoblauch, mit Lachs, mit Radieschen, auf indische Art, auf thailändische Art, auf griechische oder spanische oder italienische Art und, zu guter Letzt, nun auch mit Honig und sogar mit Schokocrème.

Und ich muss sagen: So gern wie ich mir Marmelade auf den einfachen Frischkäse drauf tue, so eklig sind die Fertigmischungen Honig oder Schoko. Und fast kotzen musste ich bei Rucola Pesto von Arla Buko®. Bitte bedenkt: ich mag Frischkäse, ich mag Rucola-Salat und ich mag Pesto. Aber dieses Zeug von Buko® geht ja so was von gar nicht.

Und jetzt kommt’s: ich habe es mir zum wiederholten Mal gekauft. Hört sich schwachsinnig an, wenn es mir doch eigentlich gar nicht schmeckt. Aber ich kann es einfach nicht glauben, dass leckere Zutaten als Gesamtprodukt so fies schmecken können. Ich denke dann immer, dass ich vielleicht beim letzten Verzehr nur gesponnen habe. Und die Produktverpackung sieht ja auch wirklich so aus, als sei der Inhalt außerordentlich köstlich. Aber das ist er nicht.

Gut, die einzige Konsequenz muss lauten: zurück zur Einfachheit! Den einfachsten Frischkäse kaufen und die einfachste Marmelade draufklatschen, die man kriegen kann.

Bio-Limo

Sonntag, April 1st, 2012

Ich trinke ganz gern die Bio-Orangen-Limo Höllo von der Firma HöllenSprudel. Sie ist recht süß, hat dabei aber einen leicht herb-nussigen Unterton. Schmeckt sehr gut zu einem deftigen Essen oder auch beim Fernsehen.

Aber kürzlich habe ich eine Limo entdeckt, die ich noch famoser finde. Sie ist von Voelkel und heißt Bio Zisch Natur Orange. Sie ist weniger süß und hat anscheinend mehr Zitronensaft beigemischt als die andere Limonade. Und sie schmeckt sehr intensiv, was wohl an der Beigabe von Orangenöl liegt.

Also dann: Die preiswertere Höllo zum Essen und die Bio Zisch zum So-Trinken. Beide gibt es in »meinem« Remscheider Bioladen, den ich gut zu Fuß erreichen kann.

Ultrabrutale Suppe

Freitag, März 2nd, 2012

Heute habe ich nach längerer Zeit mal wieder eine ganz bestimmte scharfe asiatische Tütensuppe gegessen. Die war bei meinen Kollegen, damals während meiner Umschulung, regelrecht berüchtigt. Es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Hühnchen, Ente, Shrimp und Shrimp extrascharf. Mein Favorit: die letzte.

Doch selbst die eher milde Hühner-Variante war meinen Kollegen noch zu scharf. Ich bekam dann manchmal deren Würzpulver geschenkt, das diesen Suppen immer beiliegt, und ballerte das zusätzlich noch in meine Suppe hinein.

Heute also habe ich mir mal wieder so eine ultrascharfe Suppe rein gezogen. Und da kamen Erinnerungen auf an damals, und wieder brannte meine Zunge, und wieder musste ich mir die Nase putzen. Zweimal.

Aber ich muss gestehen: Mir schmeckt diese Suppe heutzutage gar nicht mehr so richtig gut. Und die Schärfe finde ich auch etwas übertrieben. Natürlich kann man sich cool fühlen, wenn man so was aushält, ohne spucken zu müssen. Aber wenn keiner da ist, der einen bewundert, warum soll man sich das dann antun?

Doch das Brutalste, ja das Ultrabrutale an dieser Tütensuppe ist, dass sie auch noch so fett ist, was bei meiner Tendenz zum etwas zu dicken Bauch sicherlich nicht gut ist (ich bin gerade noch so am Rand des Normalgewichts oder schon ein bisschen im übergewicht-Bereich). Lässt man aber diese zähflüssige Substanz weg, die neben dem scharfen Pulver ebenfalls der Suppe beigepackt ist, fehlt irgendwie auch ein bisschen der Geschmack.

Ich werde den Mist einfach nicht mehr kaufen. Lieber wieder mehr Gemüse und Obst.

Haushalt und Eierlikör

Dienstag, Oktober 25th, 2011

Ich wusste es doch schon immer: Frauen, speziell Hausfrauen haben einen Lenz und genügend Zeit, Blogartikel zu schreiben …

Ja, Moment, liebe Damenwelt, ich war ja noch nicht zu Ende mit meinem Satz!

… genauso wie gelangweilte Starmanager, fremdes Geld verspekulierende Bankoberhäupter, gähnende Parlamentarier, rechtschreibschwache Teenager, sich ablenken wollende Freiberufler und gemächlich mahlende Sackmüller.

Und, Freunde der Nacht, bloggende Hausfrauen sind mir lieber als oben genannte Schreiberlinge (den Sackmüller mal ausgenommen), jedenfalls wenn so etwas Witziges dabei heraus kommt wie bei Copudor. Und sie schlürft auch noch Eierlikör bei all ihren Tätigkeiten!

Schreiben bis die Maus kotzt

Dienstag, Oktober 18th, 2011

So, bevor ich in die Heia gehe und mich fallen lasse in die wundervolle Welt der skurrilen Träume, fühle ich mich verpflichtet, einen Blogartikel zu schreiben. Ja, das Bloggen ist leider ein wenig unregelmäßig geworden.

Und auch jetzt habe ich keine rechte Lust. Manchmal, ja manchmal muss ich einfach – dann müssen Dinge einfach aus mir raus geschrieben werden. Aber heute gab es nur das alltägliche Einerlei, Berufsstress eben. Da fällt einem dann so schnell kein Thema für einen Blogartikel ein.

Aber was mich dann doch motiviert, seid ihr, liebe Leserinnen und Leser, denn ihr mögt das Zeug, das ich schreibe, und ich will euch nicht enttäuschen, indem ich die Schreiberei zu sehr schleifen lassen.

Nun denn. Schreiben wir irgendeinen Blödsinn. Also, ich. –

Ach, ich werde wieder beschissen schlafen, weil ich einen trockenen Mund und einen tierischen Durst in der Nacht haben werde, was mich bestimmt mehrmals aufwecken wird. Denn ich habe am Abend (doch mal wieder) Tortilla-Chips gefressen beim Fernsehen (V – Die Besucher). Ich hatte mir geschworen, das nie, nie, nie wieder zu tun.

Aber ich hatte kaum was gegessen tagsüber (wie gesagt, Stress!), und da war ich zum Abend hin natürlich tierisch hungrig und dachte: »Hey, dann ist es doch legitim, zum Fernsehabend sich Drecksfraß rein zu ziehen.« Blöd. Käse und Gürkchen wären bekömmlicher gewesen. Ich Depp. Aber lecker war das Zeug ja. Echt! Chili-Geschmack, ziemlich grandios.

Mein Bauch ist jedenfalls total voll (es war eine 300-Gramm-Tüte), ich fühle mich überfüllt und elend, und das Schlimme ist, dass ich trotzdem nie reihern muss. Denn dann würde man vielleicht vernünftig werden und wirklich nächsten Montag die Finger im Supermarkt von dem Scheiß-Knabberzeug lassen.

Kotzen muss höchstens meine Maus, weil ich nun so einen langen Artikel geschrieben habe. Und das ist jetzt totaler Quatsch, weil man ja nicht mit Hilfe der Maus, sondern der Tastatur schreibt.

Mann, bin ich durch den Wind. Tortilla-Chips, na ja.

Kürbiszeit

Mittwoch, September 7th, 2011

Ich bin heute zufällig auf ein Blog gestoßen (Simones Schatzkiste), das mir ganz gut gefällt. Und besonders gefallen mir die Kürbis-Rezepte dort, obwohl ich selber … nun ja, nicht so der Kochkünstler bin.

Doch vielleicht ist unter euch die oder der eine oder andere mit Kochbegabung und genügend Lust, etwas Leckeres zuzu­be­rei­ten.

Kürbissuppe mit Ingwer und Kokosmilch
Kürbisrezept – Kürbissuppe
Kürbis-Gratin – Kürbisrezept

Beim letzten Rezept sind Sardellenfilets dabei (die man sicherlich auch weglassen kann), ansonsten ist alles vegetarisch. Guten Appetit!

Wurm muss Fisch schmecken

Samstag, September 3rd, 2011

»Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler«, sagt man. Das stimmt.

Doch ich möchte in dem Fall kein Fisch sein, und sei der Wurm auch noch so köstlich. Denn dann fände ich mich zunächst am Angelhaken und bald darauf an Land und an der Luft wieder. Das gefiele mir als Fisch sicherlich gar nicht.

Und ich möchte auch kein Wurm sein. So lebendig am Stahlhaken zu hängen, das ist doch bestimmt schmerzhaft, auch wenn man nur ein Wurm ist. Da ist der Biss des Fisches womöglich eine Erlösung, doch kein Wurm wird sich wohl nach so einem Tod sehnen.

Von einem passionierten Angler habe ich gehört, dass es aber auch gar nicht unbedingt ein Wurm sein muss. Sondern die Fische würden auch Kügelchen gern mögen, die der Angler aus dem Inneren von Brötchen geformt habe.

Einfache Methode. Und Tierleid halbiert.

Schwindel mit regionalen Lebensmitteln

Donnerstag, September 1st, 2011

In der aktuellen Septemberausgabe lässt ökotest eine Bio-Bombe platzen: „Regionale Lebensmittel sind bei Verbrauchern beliebt und sie sind bereit, dafür mehr zu bezahlen. Doch unser Test zeigt: Es ist zumeist rausgeschmissenes Geld“. So lautet das ernüchternde Fazit der Untersuchung.

(Quelle: Utopia)

Tausend bunte Gummitierchen

Sonntag, August 21st, 2011

Ich möchte tausend bunte Gummitierchen essen, alle nacheinander, dieses ganze Weingummi, diese Speisegelatine, diese Farb- und Aromastoffe. Ich möchte tausend gummiartige Tierkreationen verspeisen, bis ich kotzen muss und dieses Zeug nie mehr anrühren mag. Ich möchte Bären essen und Hasen und Fische und Spinnen und Regenwürmer.

Besonders Regenwürmer.

Würmerfresser

König der Scharfmacher

Sonntag, Mai 8th, 2011

Cesare Aspes ist ein Unternehmer aus Wuppertal, der sich in Afrika engagiert. Er sagt: »Wenn Sie gesehen haben, wie die Menschen beinahe vor Ihren Augen verhungern, vergessen Sie das nie.«

Er lässt in Afrika sehr edle Chilis anbauen, die in Europa zu hohen Preisen verkauft werden können. Die größere Gewinnspanne lässt Herr Aspes den anbauenden Bauern zugute kommen. Nun müssen sie nicht mehr an der Armutsgrenze leben, sondern können ein menschenwürdiges Leben führen. Das zeigt, dass sich Gewinnorientierung und Entwicklungshilfe nicht widersprechen müssen.

König der Scharfmacher