Der Bahnsteigläufer
2012-01-25 von TorstenWenn man so auf dem Bahnsteig steht und in Gedanken versunken ist – mögen es fröhliche oder traurige Gedanken sein – so will man gern seine Ruhe haben. Neulich stand ich so gedankenversunken auf dem Bahnsteig, und es waren keine lärmenden Jugendlichen zugegen und keine besoffenen Alten. Alles angenehm ruhig.
Aber Menschen können einen auch nerven, wenn sie keinen Krach machen. Sondern wenn sie ständig einfach nur an einem vorbei laufen. Und genau das tat ein älterer, schlanker Herr.
Ich weiß nicht, was ihn dazu bewog, immer wieder von einem Ende des Bahnsteigs zum anderen zu laufen und wieder zurück, hin und her, her und hin, zum einen Ende und zum anderen und wieder umgekehrt und ständig so weiter. Und immer wieder kam er aus der einen oder aus der anderen Richtung näher und näher, bis er schließlich jedesmal schön dicht an mir vorbei latschte.
Also schön, es ist ja sein gutes Recht, in der Öffentlichkeit auf und ab zu gehen. Er quatschte mich ja nicht an und verhielt sich auch sonst absolut friedlich und lautlos. Ein völlig harmloser, vielleicht sogar sehr netter Mitbürger, wer weiß.
Aber trotzdem.
Es hat mich einfach genervt.
Schnäppchentiger