Torsten will schlafen
2009-09-09 von Torsten»Torsten will schlafen!«, wimmelte meine Mutter in den Ferien meine Freunde ab, wenn sie mich schon vormittags zum Spielen abholen wollten. Und sie hat das richtig gemacht. Mir entging dadurch vielleicht so manches Abenteuer, doch ich hatte gerade morgens und vormittags lebhafte Träume. Was ich dort erlebte, in meinem eigenen Gehirn, das hätte mir die Realität niemals bieten können.
Und so werde ich auch heute noch nur ungern beim Schlafen gestört. Der Körper braucht nun mal ein bestimmtes Pensum an Schlaf, und der Geist auch. Also, das Gehirn meine ich damit, das ja auch ein Teil des Körpers ist. Ob es Geist, Seele und so was unabhängig vom Gehirn gibt, weiß ich nicht.
Jedenfalls, diese interessanten Träume können ja durchaus der Initiator für kreative Ideen sein. Man muss die Träume nur im Gedächtnis behalten können. Am besten schreibt man sie sehr bald nach dem Aufwachen auf. Ja, wirklich, sonst besteht nämlich die große Gefahr, dass sie aus der Erinnerung gelöscht werden.
Erfinder sollen ja manchmal ihre Erfindungen geträumt haben und setzten sie dann im Wachzustand um. Beethoven soll Musik im Traum gehört haben und sie nach dem Aufwachen in Noten umgesetzt haben. Und ich habe manchmal Bilder nach Traumszenerien gemalt. Also, einmal jedenfalls. Gut, Salvador Dalí war besser und fleißiger darin als ich.
Nun, manchmal tauchen bei mir sogar interessante Wortkombinationen im Schlaf auf oder richtige Fantasiewörter. Die finden sich dann in der einen oder anderen Erzählung von mir wieder. Die ich leider alle nie zu Ende geschrieben habe. Aber mein Leben ist ja auch noch nicht zu Ende, da kann ja hoffentlich noch viel fertiggestellt werden.
Ihr seht also, das mit dem Torsten und dem Bett hat nicht nur mit Faulenzen zu tun, obwohl ich es aus provokatorischen Gründen gern so darstelle. Es hat mehr mit Kreativität zu tun.
Es ist harte Arbeit.
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Und hier ist noch eine Buchempfehlung von mir, für diejenigen von euch, die unheimliche Geschichten mögen: »Traumland« von Graham Joyce. Untertitel: »Sie wollten das Träumen lernen – und wurden zu Experten der Angst.«
Vier Student(inn)en experimentieren mit der Traumwelt. Es gelingt ihnen nach längerer Übung schließlich, sich jede Nacht zu viert in einem gemeinsamen Traum zu treffen. Doch dann treten seltsame Halluzinationen auf. Und schließlich gerät das Experiment völlig aus dem Ruder …
Eins meiner absoluten Lieblingsbücher! Leider gibt es das wohl nur noch im Antiquariat. Zum Beispiel hier im Taschenbuchformat ab 1 Euro + Versandkosten: www.antiquario.de
Schnäppchentiger